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Jens Zurmühlen veröffentlicht Gedicht-Band

Worte mit Herz: Wenn ein Bänker zum Lyriker wird

HAMELN. Eigentlich hatte Jens Zurmühlen bisher Berufe, bei denen eine gewisse Härte und ein kühler Kopf gefragt sind. Als junger Mann war er Polizist, später wurde er Bankkaufmann und arbeitet seit 28 Jahren bei BHW. Das Buch, das der Hilligsfelder nun veröffentlicht hat, steht für das Gegenteil von Härte und kühler Rationalität: „Worte des Herzens“ heißt der Lyrikband, in dem sich der 49-Jährige seine Gefühle von der Seele geschrieben hat.

veröffentlicht am 08.01.2018 um 17:57 Uhr

„Worte des Herzens“ heißt der Lyrik-Band, den der BHW-Angestellte Jens Zurmühlen kürzlich veröffentlicht hat. Foto: Jsp
Jens Spickermann

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Jens Spickermann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Verse stehen in seinen Gedichten wie: „Manchmal spüre ich die Erde beben und ich weiß, dass meine Beine nicht auf einem festen Fundament stehen, sondern ich umkehren soll auf festeren Boden.“ Sensible Offenbarungen aus seiner Gefühlswelt sind das, von einem Mann, der vorher nie künsterlisch tätig war, sondern sich für BHW mit der Auslagerung von Unternehmensteilen beschäftigt – ein Job der dazu geeignet ist, Konflikte zu auszulösen.

„Die Liebe ist das wohlige Gefühl, das Deinen Körper umhüllt. Sie erfasst Dein Herz und macht es weich und zart“, heißt es im Gedicht „Die Liebe“. Wie kommt ein Banker, der 15 Jahre lang sogar eine Führungsposition als Referatsleiter innehatte dazu, so gefühlvolle Lyrik zu schreiben?

„Bis ich 45 war, habe ich gegen das Leben gekämpft“, sagt Zurmühlen. „Ich habe einen Schlag nach dem nächsten bekommen.“ Er sei zwei Mal geschieden und habe sich im Leben immer als Opfer gefühlt. 2013 habe er sich schon gefragt: „Macht das alles noch Sinn?“Als er 2014 Weihnachten zu ersten Mal ganz alleine verbringen musste, kam die Wende. Er fing an, sich mit den Evangelien zu beschäftigen und entdeckte die Spiritualität für sich. Zu dieser Zeit fing er an zu schreiben. Die Worte, die er dann aufs Papier brachte, hätten ihn selbst überrascht, erzählt er.

Er ließ sich von einer Kartenlegerin beraten, befasste sich mit antiken und fernöstlichen Religionen und verbrachte zwei Wochen in einem buddhistischen Kloster in Nepal. Aus allen möglichen religiösen und esotherischen Strömungen holte er sich Anregungen für seine eigenen Gedanken. Wissenschaftliche Erkenntnisse versucht er damit zu vereinbaren.

„Vor vielen Jahren fand ein Samenkorn seinen Weg in einen Garten und fiel in die Erde. Die Erde war weich und sehr nährstoffreich“, schreibt Zurmühlen in „Garten der Liebe“. Ein personifiziertes Samenkorn trifft auf einen Boden der „nährstoffreich“ ist und im gleichen Gedicht tauchen noch Engel auf – der Autor verbindet romantische Motive mit Begriffen aus der Biologie. Sein Weltbild kommt damit ziemlich gut zur Geltung.

Seine Gedichte sollen zu Besinnung, Liebe und Mitgefühl anregen, sagt er. Diese Werte würden schließlich auch alle Weltrelionen verkörpern. Doch sie zu berherzigen falle im Alltag leider schwerer als in einem abgeschiedenen Kloster in Nepal.

„Ich will in meinem Mikrokosmos versuchen, das zu leben“, sagt Zurmühlen. In das auf Härte ausgerichtete Arbeitsleben wolle er selbst „eine andere Fußnote“ hineinbringen. „Ich habe festgestellt, dass die Zusammenarbeit besser geht, wenn man sich offen gegenübertritt“, sagt er. Die Gefühligkeit, die er in seinem Buch zum Ausdruck bring, sieht er deswegen als Stärke.

Leider sei die Marktlage für Lyrik schwierig, habe ihm eine Lektorin mitgeteilt, sagt der Autor. Sie habe ihm aber empfohlen, das Werk trotzdem zu veröffentlichen. „Worte des Herzens“ hat er deshalb im Selbstverlag bei „tredition“ herausgebracht. Am 26. Januar wird er in Altwarmbüchen im Antik-Buchladen „Abgestaubt“ daraus vorlesen.



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