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Wollte Jugend-Clique Gefangenen befreien?

veröffentlicht am 22.10.2009 um 18:25 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

Hameln (ube). Hat ein 15-Jähriger aus einer Gruppe junger Menschen heraus versucht, einen mutmaßlichen Dieb zu befreien? Die Polizei geht davon aus – sie ermittelt gegen den jungen Hamelner wegen versuchter Gefangenenbefreiung. Der nicht alltägliche Fall hat sich am Mittwochabend in der Innenstadt zugetragen. Angefangen hatte alles in der Stadtgalerie. Dort führten zwei Kommissare (36 und 38 Jahre alt) einen mutmaßlichen Ladendieb ab. Am Streifenwagen wollte das Einsatzteam die Personalien des Hamelners (35) überprüfen. Der Mann hatte zuvor gesagt, er habe „eine Bewährungsstrafe offen“. Am Fuße einer Rolltreppe stellte sich den beiden Beamten plötzlich eine achtköpfige Gruppe junger Leute (15 bis 19 Jahre alt) in den Weg. Ausgerechnet der Jüngste – so die Polizei – habe seine Hände zu Fäusten geballt und erhoben. Auf die Frage der Kommissarin (38): „Was für Probleme hast du denn?“ soll der Jugendliche geantwortet haben: „Ich schlage dich!“
 Das Verhalten des Jungen und der Clique gibt den Polizisten bis heute Rätsel auf. Weil sie annahmen, der mutmaßliche Dieb solle mit Gewalt befreit werden, forderten sie über Funk Unterstützung an. Die jungen Leute – viele haben einen Migrationshintergrund – liefen aus der Stadtgalerie und flüchteten in alle Himmelsrichtungen. Starke Kräfte der Polizei nahmen die Verfolgung auf. Während des Einsatzes soll ein Polizist von einem 18-Jährigen angegriffen worden sein.
 Gewalt gegenüber Polizisten hat stark zugenommen. Anfang des Jahres wurde in Hastenbeck auf Polizisten geschossen. Und in Börry ist kurz darauf ein Hundeführer von einem Mann mit einem Säbel angegriffen worden. „Ich werte diese Attacke als versuchten Totschlag“, sagte seinerzeit Polizeipräsident Hans Wargel und verwies darauf, dass Widerstandshandlungen gegen Vollzugsbeamte auf Landesebene um 60 Prozent zugenommen haben.
 Der Leiter „Einsatz“ der Inspektion Hameln/Holzminden, Oberrat Matthias Kinzel, stellte gestern fest: „Wenn Polizeibeamte einschreiten, ist ihren Anweisungen Folge zu leisten. Aggressoren, die nach vorangegangener Kommunikation polizeiliche Maßnahmen nicht akzeptieren, werden die Konsequenzen ihres Handelns tragen müssen. Dies sind neben strafprozessualen Folgen auch Maßnahmen der Gefahrenabwehr, wie ein Platzverweis oder eine Ingewahrsamnahme.“ Kinzel macht deutlich: „Wir werden der zunehmenden Gewalt und Aggression gegenüber der Polizei unter Ausnutzung der rechtlichen Mitteln konsequent entgegentreten.“



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