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Landkreis will Option proben

Wohnungen im Englischen Viertel Option für Frauen in Not?

HAMELN. Das Frauenhaus Hameln braucht ein bis zwei Übergangswohnungen. Der Grund: Für die Schutzsuchenden wird es immer schwieriger, nach der Zeit im Frauenhaus eine eigene Wohnung zu finden (wir berichteten). Vor allem der Markt für günstigen Wohnraum ist seit Längerem angespannt. Andererseits gibt es immer wieder Leerstand in Hameln, wie zum Beispiel im sogenannten Englischen Viertel.

veröffentlicht am 22.09.2018 um 10:19 Uhr

Für schutzsuchende Frauen könnten Wohnungen im sogenannten Englischen Viertel eine Übergangslösung sein. Diesen Vorschlag bringt der Landkreis ins Spiel. Foto: dana
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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„Momentan sind von 32 Häuser 15 belegt“, erklärt Sandra Lummitsch, Sprecherin des Landkreises. Neun werden von Flüchtlingsfamilien bewohnt. Die anderen leerstehenden Häuser sollen, so die Information des Landkreises, in naher Zukunft ebenfalls nach den Grundsätzen des integrativen Stadtteilprojektes belegt werden.

Der Landkreis hatte dort elf Häuser, die bis zum Sommer 2014 von den in Hameln stationierten britischen Soldaten und ihren Familien bewohnt waren, von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gekauft und weitere angemietet. Inzwischen hat man sich von den Häusern aus Kostengründen wieder getrennt, sie sind in den Besitz der Kreissiedlungsgesellschaft übergegangen. Übrig geblieben sind vier Gemeinschaftseinrichtungen, die eigens für die Flüchtlingssozialarbeit, das internationale Café, den Nähtreff, Sprachkurse, die Fahrradwerkstatt, die Tagespflege gebaut worden waren und auch von den anderen Bewohnern des Landkreises, insbesondere von den Bewohnern der Hamelner Nordstadt genutzt werden. Das Konzept des Wohnprojekts „Buntes Leben im Englischen Viertel“ soll weiter beibehalten werden.

Einst hat es den mit 6000 Euro dotierten Sonderpreis des Bündnisses „Niedersachsen packt an“ gewonnen, weil Menschen unterschiedlichster Herkunft, Religion, Alters und Geschlechts in einer guten Nachbarschaft zusammenleben. Wäre es unter diesen Gesichtspunkten nicht möglich, dort ein oder zwei Wohnungen für die Frauen in Not zu schaffen? Könnten nicht auch die Bewohnerinnen des Frauenhauses, unter den es viele Migrantinnen gibt, von den Angeboten profitieren?

Ein Problem dürfte sein: Eine Wohnung allein deckt noch nicht den Bedarf der Frauen an Hilfe in der Übergangsphase ab. Die Frage nach mehr Personal geht wohl unweigerlich einher.

Die Kreis-CDU, die aktuell einen Antrag zur Verbesserung der Situation im Frauenhaus in Hameln gestellt hat und zudem den Landkreis aufgefordert hat, zu prüfen, ob durch den Landkreis angemietete Wohnungen für Engpässe genutzt werden können, hat sich zudem dafür ausgesprochen, mehr ehrenamtliche Helfer, zum Beispiel Integrationslotsen, für die Zeit nach dem Aufenthalt im Frauenhaus einzusetzen.

Die Antwort des Landkreises dazu fällt derzeit noch kurz aus: „Aus unserer Sicht ist dies eine Überlegung wert“, heißt es. Es bedürfe zunächst der Prüfung, beziehungsweise der Beteiligung verschiedener Fachbereiche aus dem Haus sowie insbesondere die Einbeziehung der Mitarbeiterinnen des Frauenhauses.



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