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Sperrmüllentsorgung in der Natur nimmt offenbar zu / Stadt fahndet nach Verursachern

Wohnlandschaft in der Idylle

Hameln. Sperrmüll in der Landschaft, wilde Müllkippen auf der Straße: nach Angaben der Stadt nimmt die illegale Entsorgung von Abfall offenbar leicht zu. Wer erwischt wird, den können empfindliche Strafen treffen.

veröffentlicht am 01.02.2016 um 14:27 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:58 Uhr

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Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Hameln. Das Gröninger Feld ist wegen seiner idyllischen Lage bei Spaziergängern beliebt. Der Blick schweift zu den Kuppen von Schweineberg, Basberg und Franzosenkopf – und bleibt dann an einer Wohnlandschaft hängen: Kopfüber liegen die Sessel und Sofas in einem Graben. Zwar passen sie sich farblich – grasgrün und rotviolettbraun – der Umgebung an, doch dass sie hierher gehören, wird wahrscheinlich noch nicht einmal der noch unbekannte Sperrmüllablader behaupten. „Außerhalb der bebauten Ortslagen scheint vermehrt gezielt Müll entsorgt zu weden“, heißt es aus dem Rathaus. „Wir stellen einen leichten Anstieg von Bauschuttablagerungen, Restmüllsäcken und Haushaltsgroßgeräten fest.“

Die Mitarbeiter der Ordnungsabteilung forschen, wie sie betonen, intensiv nach den Verursachern. Kann das illegale Müllabkippen aufgeklärt werden – etwa durch Indizien am Tatort oder durch Zeugenhinweise – droht dem Täter ein Bußgeld. Dessen Höhe bemisst sich nach der Menge und nach dem Schaden für die Natur.

Bei einer Umweltgefährdung wird zusätzlich die entsprechende Fachabteilung eingeschaltet. Befinden sich in dem Unrat zum Beispiel Behälter mit Öl, entsorgen die Experten sie über den städtischen Bauhof. Eine Statistik führen die Saubermacher nicht, konkrete Mengenangaben können sie deshalb nicht machen.

Neben dem Müll in der Landschaft haben es die Ordnungshüter der Stadt auch immer wieder mit Ablagerungen im Umfeld von Sammelbehältern für Altglas, Altkleider und Altschuhe zu tun. Bei wilden Müllkippen auf Privatgrund wird nur eingeschritten, falls eine Gefahr für die Allgemeinheit besteht, etwa wenn Ratten angelockt werden. Eine optische Beeinträchtigung allein genüge nicht. „Hier hat zwar nicht unbedingt die Anzahl der Fälle zugenommen, aber der Aufwand schon“, berichtet eine Sprecherin der Stadt. Denn die Heranziehung der Eigentümer erweise sich regelmäßig als sehr schwierig.

Mancher Mitbürger verstopft öffentliche Abfalleimer mit seinem Haushaltsmüll. Andere lassen ihr ausgedientes Auto am Straßenrand stehen. Merkwürdig, dass diese Menschen nicht die vielfach kostenfreien oder zumindest nicht teuren offiziellen Entsorgungswege wählen. Bequemer geht es ja eigentlich auch nicht, als dass die Kreisabfallwirtschaft vorfährt und den Krempel auflädt. Allerdings muss der Besteller Hausmüllkunde der KAW sein.

Insgesamt sei die Bereitschaft in der Bevölkerung gestiegen, unverzüglich an das Ordnungsamt heranzutreten, erklärt die Stadtsprecherin. Sie betont: „Wir begrüßen das sehr, da es damit tendenziell leichter wird, Müllsünder ausfindig zu machen und Verursacher heranzuziehen.“

Kontakt: Ordnungsabteilung der Stadt Hameln, Telefon 05151/2021562, E-Mail ordnungsabteilung@hameln.de.

Info: Kosten und Strafen

Die Sperrmüllabfuhr muss in Hameln-Pyrmont von den Kunden der Kreisabfallwirtschaft (KAW) in der Regel nicht extra bezahlt werden. Zweimal pro Jahr können bis zu vier Kubikmeter dieses Abfalls zur Abholung angemeldet werden, außerdem Elektrogeräte „in haushaltsüblicher Menge“. Für jeden weiteren angefangenen Kubikmeter stellt die KAW 38,13 Euro in Rechnung. Wer eine „Blitzabfuhr“ wünscht, bezahlt für den Service 120 Euro.

Für die illegale Sperrmüllentsorgung gibt es Bußgeldkataloge. In Niedersachsen gelten folgende Sätze:

kleines Einzelstück (z.B. Fernseher, Stuhl): 50-150 Euro

mehrere kleine oder ein großes Teil: 100-500 Euro

bis einen Kubikmeter oder 100 Kilogramm: 100-450 Euro

über einen Kubikmeter oder 100 Kilogramm 450-1550 Euro

mit schadstoffhaltigen Bestandteilen 150-2500 Euro

Für das illegale Beseitigen hochgefährlichen Mülls sieht das Strafgesetzbuch bis zu fünf Jahre Haft vor. Besonders schwere Umweltstraftaten werden mit bis zu zehn Jahren Gefängnis geahndet.

Wer aus dem bereitgestellten Sperrmüll Schrott mitnimmt, macht sich ebenfalls strafbar. Denn durch den Diebstahl entgeht der KAW ein Verwertungserlös. Wer privaten Schrottsammlern die Mitnahme erlaubt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Auskünfte zur Abfallentsorgung gibt es bei der KAW unter der Telefonnummer 05151/9561-36 oder -30 – montags bis donnerstags von 7.30 bis 17 Uhr, freitags bis 16 Uhr.mafi

Vor kurzem noch im Wohnzimmer, jetzt in der Landschaft: Sperrmüllentsorgung im Gröninger Feld bei Holtensen.pr



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