weather-image
23°

Ravelin Camp: Politik hat noch keine Antwort gefunden

Wohnen und Natur im Einklang?

HAMELN. Naturschützer sind einen kleinen Schritt weitergekommen. Sie können noch eine Weile weiter versuchen, die Entscheidungsträger der Politik von der unbedingten Schutzwürdigkeit des Ravelin Camps zu überzeugen.

veröffentlicht am 03.05.2018 um 20:09 Uhr

Schafe weiden auf einer Fläche des Ravelin Camps. Schon jetzt steht ein Teil des ehemaligen Truppenübungsplatzes unter Naturschutz. Foto: dana
Lars Lindhorst

Autor

Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Bei den Befürwortern einer Wohnbebauung auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Nordstadt drängt hingegen die Zeit, wie sie selber sagen. Doch eine Entscheidung aus den Reihen der Hamelner Ratspolitiker wird es nicht vor Ende Juni geben. Wohnbebauung oder Naturschutz oder gar beides – die Politik tritt in dieser Frage vorerst weiter auf der Stelle.

Eine Entscheidung für ein Neubaugebiet auf einer Teilfläche des Ravelin Camps, wie es FDP und die Fraktion CDU/DU/UFB vorschlagen, hat der Ausschuss für Stadtentwicklung am Donnerstag nicht getroffen. Die Anträge der beiden Fraktionen wurden in die nächste Ausschusssitzung geschoben. Vielmehr, so die mehrheitliche Meinung am Donnerstag, sollten sich die Politiker noch einmal vor Ort genau über die verschiedenen Kategorien des Naturschutzes am Ravelin Camp informieren. Erst dann soll sich zeigen, ob sich „Wohngebiet und Naturschutz ausschließen“, wie es Hamelns Stadtbaurat Hermann Aden formulierte.

Zwar sieht es – Stand 3. Mai – danach aus, dass sich der Hamelner Stadtrat mehrheitlich zu einer Bebauung einer Teilfläche des Ravelin Camps entschließen könnte, doch gibt es offenkundig auch bei den Befürwortern noch einige Bedenken. Das ist zum Beispiel bei der SPD der Fall. Zwar stehe man einer Bebauung grundsätzlich zustimmend gegenüber, wie Karin Echtermann erklärte, dennoch sei eine Klärung der genaueren Anforderungen an den Naturschutz auch für sie nachvollziehbar.

Rüdiger Zemlin von der FDP hingegen zeigte keinerlei Vorbehalte: Die Stadt suche dringend neue Baugebiete, Bürger seien bauwillig, die Bauzinsen günstig. „Entscheidend ist, dass sich jetzt bald etwas tut“, sagte er. In Anbetracht der Tatsache, dass die FDP die Bebauung schon im August 2017 beantragt hat, dürfte es nicht wundern, dass Zemlin ein schnelles Votum fordert. Die CDU sieht das ähnlich. Laut Daniel Schimanski spricht nichts dagegen, „zu klären, was dort vereinbar ist“ – auch wenn, wie eigentlich beantragt, ein formelles Bauleitplanverfahren schon in Gang gebracht worden wäre.

Sven Kornfeld, der für die Grünen eine kurzfristige Tischvorlage in die Diskussion einbrachte, hielt indes nichts von einer Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt. Seine Fraktion will, dass die Stadtverwaltung „vor einer Beschlussfassung ein Verfahren zur Ausweisung geeigneter Teile des Ravelin Camps als Natur- oder Landschaftsschutzgebiet“ einleitet. Eine weitere Begehung sei daher der richtige Weg, um noch einmal genau zu klären, „welche Schutzgebiete an welcher Stelle vorhanden sind und wo überhaupt gebaut werden könnte“, so Kornfeld.

Auch die Vorlage der Grünen kam ebenso wie die Anträge von FDP und CDU/DU/UFB nicht zur Abstimmung. Sie sollen in der nächsten Ausschusssitzung am 7. Juni beraten werden. Der Rat der Stadt könnte dann endgültig am 20. Juni entscheiden.

Die Politik muss beantworten, ob sich Wohngebiet und Naturschutz ausschließen.

Hermann Aden, Stadtbaurat
Mein Standpunkt
Lars Lindhorst
Von Lars Lindhorst

Zäh wie Kaugummi zieht sich die Diskussion um die Nachnutzung des Truppenübungsplatzes – noch länger sogar als die Frage um einen Kita-Standort in der Nordstadt. Weitere Überlegungen in dieser strittigen Frage sind gestattet, zumal das Ravelin Camp – von allen Seiten betrachtet – ein herausragendes Gelände des Stadtgebiets ist. Hameln ist allerdings zu wünschen, dass die Politik dieses Mal frühzeitig und überlegt die Positionen auslotet. Die Entscheidung zum Kita-Standort letzten Monat war ein Desaster, sie glich einer politischen Offenbarung. Eine Wiederholung sollten Hamelns Mandatsträger tunlichst vermeiden.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?