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CDU-DU-UFB-Fraktion möchte Baugebiete vorantreiben – auch am Ravelin-Camp

Wohnen am Rennacker?

HAMELN. Die Wohnlage wäre wohl in den Augen vieler Hamelner ideal, umrahmt vom Klüt auf der einen und der Weser auf der anderen Seite, Richtung Norden freier Blick: Dort, am Rennacker, und an der Straße Am Königsstuhl können sich die Ratsmitglieder der CDU-DU-UFB-Fraktion Ein- und Zweifamilienhäuser vorstellen. Und auch das Baugebiet Ravelin-Camp möchte die Fraktion jetzt vorangetrieben wissen.

veröffentlicht am 17.04.2018 um 17:19 Uhr

Auch in der Stadtverwaltung ist die Fläche am „Rennacker“ ein potenzielles Baugebiet. Foto: Dana
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Entsprechende Anträge liegen dazu vor und werden in den kommenden Wochen in den Sitzungen der Ausschüsse diskutiert werden.

Klaus-Peter Symansky (UFB), federführend für den Antrag, hat nach eigener Auskunft mehrere Anfragen von Bewohnern des Klütviertels gehabt, deren Kinder Interesse daran bekundet hätten, in der Nähe zu bauen. Die Fläche, auf der früher Erdbeeren wuchsen, liegt laut Symansky schon lange brach, wie er gegenüber der Dewezet sagt. Jetzt möchte seine Fraktion prüfen lassen, ob das „jetzt landwirtschaftlich genutzte Grundstück Ecke Rennacker / Breslauer Allee“ als Baugebiet ausgewiesen werden könnte. Ebenso als mögliches Bauland ins Auge gefasst haben die Politiker den Hartplatz neben der Eugen-Reintjes-Schule. „Der wird nachweislich nicht genutzt“, sagt Symansky, der in unmittelbarer Nähe wohnt. Nähme man den hinzu, „könnte mit dem benannten Sportplatz eine durchgängige Bebauung realisiert werden“, schreibt die Fraktion in ihrem Antrag. „In naturnaher Lage kann hier ansprechendes Wohneigentum geschaffen werden“, heißt es weiter.

Die Stadtverwaltung steht der Ausweisung von neuen Baugebieten grundsätzlich positiv gegenüber, erklärt Stadtsprecher Thomas Wahmes. „Die Nachfrage ist aus unserer Sicht auf jeden Fall da.“ Die internen Überlegungen zum Gebiet Rennacker gingen in eine ähnliche Richtung.

Könnten hier auch Häuser entstehen? Dafür müsste der Landkreis den Hartplatz der Eugen-Reintjes-Schule verkaufen. Foto: Dana
  • Könnten hier auch Häuser entstehen? Dafür müsste der Landkreis den Hartplatz der Eugen-Reintjes-Schule verkaufen. Foto: Dana
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Die Planungen in der Verwaltung bezüglich dieses Geländes seien aber noch sehr vage. Vor fast einem Jahr hatte die Verwaltung Pläne vorgestellt, nach denen an der Ecke Rennacker/Breslauer Allee zehn Einfamilienhäuser und 18 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern entstehen könnten.

Die CDU-DU-UFB-Fraktion begründet ihren Antrag damit, dass die Stadt „einen Bedarf an zentrumsnahen Baugebieten“ hat. An den vorgeschlagenen Stellen könnte „die Stadt Hameln bauwilligen Bürgerinnen und Bürgern attraktives Bauland anbieten“. Zudem hätte sie damit die Chance, auch neue Bewohnerinnen und Bewohner für die Stadt zu gewinnen.

Tatsächlich ist Hamelns Bevölkerung in den vergangenen Jahren gewachsen. Laut Meldedatei der Stadt haben 59 545 Menschen (Stichtag 17. April 2018) ihren Hauptwohnsitz in Hameln. 2016 waren es noch 58770, 2015 noch 134 weniger und 2014 waren es 58 230 – also 1315 Einwohner weniger als heute.

Forcieren will die Gruppe ebenfalls das Vorhaben, für einen Teil des Ravelin-Camps „zeitnah einen Bebauungsplan“ aufstellen zu lassen. Die Stadt möge, so der Antrag, mit der Eigentümerin Bima (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) in Verhandlungen zu treten. Auch die FDP hatte bereits im vergangenen Jahr einen ähnlich lautenden Antrag eingebracht. „Das ruht seit Oktober“, sagt CDU-DU-UFB- Fraktionssprecher Thomas Meyer-Hermann. „Wir wollen, dass jetzt möglichst schnell ein Beschluss herbeigeführt wird.“ „Wir als Politiker“, würden ständig nach neuen Baugebieten gefragt.

Die Stadtverwaltung hatte seinerzeit von einem gehobenen Wohngebiet auf dem unteren Teil des Ravelin-Camps mit 30 Einfamilienhäuser gesprochen, die dort entstehen könnten. Auch etwa 20 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern sind demnach denkbar. Stärkste Kritiker dieses Vorhabens sind Vertreter der Umwelt- und Naturschutzorganisationen Nabu und BUND sowie die Grünen im Rat. Sie wollen das Ravelin Camp als Natur- oder Landschaftsschutzgebiet ausweisen lassen. „Dafür soll sich die Hamelner Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen mit ihren Gruppenpartnern SPD und die Linke einsetzen“, forderte der Hamelner Ortsverband der Grünen auf seiner Mitgliederversammlung im Februar. Meyer-Hermann hofft auf einen Kompromiss im Sinne von „unterer Teil Baugebiet, oberer Teil Naturschutz“.


Info: Am Donnerstag, 3. Mai, ab 16 Uhr tagt der Stadtentwicklungsausschuss.

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