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Viele bleiben länger, weil sie keine Wohnung finden / Arbeitskreis Wohnungsnot gegründet

Wohin nach dem Frauenhaus?

HAMELN. Der Wohnraum für Menschen in Notlagen ist knapp. So knapp sogar, dass sich mehrere Einrichtungen zusammengetan und einen „Arbeitskreis Wohnungsnot“ gegründet haben. Auch das Frauenzentrum Hameln ist dabei, das als Betreiberin des Frauenhauses Schwierigkeiten hat, für ihre Schützlinge Wohnungen zu finden.

veröffentlicht am 09.01.2018 um 16:27 Uhr
aktualisiert am 04.09.2018 um 18:29 Uhr

Birte Hansen

Autor

Reporterin zur Autorenseite

Der Schuh drückt schon lange, doch inzwischen drückt er so sehr, dass sich mehrere Einrichtungen zusammengetan und einen „Arbeitskreis Wohnungsnot“ gegründet haben. Auch das Frauenzentrum Hameln ist dabei, das als Betreiberin des Frauenhauses Schwierigkeiten hat, für ihre Schützlinge Wohnungen zu finden. Das wiederum hat zur Folge, wie Katrin Meister und Heidi Schaper schildern, dass Frauen relativ lange im Frauenhaus bleiben, während andere abgewiesen werden müssen, weil keine Plätze mehr vorhanden sind.

71 Frauen sind laut Meister im Jahr 2017 aufgenommen worden, zusammen mit 80 Kindern. Fast genauso viele Frauen, 70, wurden aber abgelehnt. Zwar sind das weniger als Vorjahr, doch zu viele, die dann eben den Schutz des Frauenhauses nicht in Anspruch nehmen konnten und sich eine andere Bleibe suchen mussten. Zum einen liegt das an den begrenzten Plätzen – acht stehen für die Frauen zur Verfügung –, zum anderen aber eben an der langen Aufenthaltsdauer aus Mangel an Wohnungen.

„Es wird immer schlimmer, immer schwieriger“, sagt Katrin Meister über das häufig erfolglose Unterfangen, Wohnungen für die Frauen mit ihrem Nachwuchs zu finden. Über die Gründe können Meister und ihre Kolleginnen nur rätseln. Die Vermutung liegt nahe, dass es zu wenige günstige Wohnungen gibt, manchen Vermieter schrecke zudem auch ab, wenn eine Mieterin kein oder kaum Deutsch spricht. Angst vor Mietausfall müsse dagegen keine Rolle spielen, wie Meister schildert, weil für viele Frauen die Miete vom Job-Center direkt an den Vermieter bezahlt werde.

Tatsächlich seien im vergangenen Jahr mehr Flüchtlingsfrauen unter den Schutzsuchenden gewesen als zuvor – was in den Augen der Betreuenden auch ein gutes Zeichen ist. Immerhin bedeutet das, dass die Frauen inzwischen ein Stück weit integriert sind, ihre Rechte kennen, wissen, wo sie Hilfe erfahren können, wenn der Mann gewalttätig wird – und sie sich trauen, diese in Anspruch zu nehmen.

Zurück zur Wohnungssuche: Eine zentrale Anlaufstelle gibt es nicht, in der dann mit wenig Aufwand aus einem Pool heraus eine freie Wohnung vermittelt wird. Mögliche Ansprechpartner sind die Hamelner Wohnungsbau-Gesellschaft (HWG), die Kreissiedlungsgesellschaft (KSG) oder die Wohnungsgenossenschaft Hameln (WGH).

Weil das Frauenzentrum mit der Not nicht alleine ist, hat es sich jetzt mit anderen Betroffenen zum Arbeitskreis Wohnungsnot zusammengeschlossen: Das Pro-Aktiv-Center (PACE) der Impuls gGmbH, in dem Jugendlichen und jungen Erwachsenen geholfen wird, der Ambulante Justizsozialdienst Niedersachsen/Standort Hameln, die Ambulante Wohnungslosenhilfe Hameln im Senior-Schläger-Haus, die
Jugend- und Drogenberatungsstelle Drobs und der Betreuungsverein Hameln-Pyrmont.

Ziel des Arbeitskreises soll in erster Linie sein, aufmerksam zu machen auf die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt für bestimmte Bevölkerungsgruppen, die ein „gravierendes Problem“ darstellt, wie Katrin Meister sagt.


Kontakt: Frauenzentrum Hameln, Wilhelmstraße 3, 31785 Hameln, Telefon 05151/25299, Bürozeiten Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag 15 und 18 Uhr.

Information

Geld vom Land

Weil das Frauenzentrum die vom Land bewilligten Mittel für 2017 erst Ende des Jahres erhalten hat, konnte für das Jahr nicht mehr rückwirkend das Personal aufgestockt werden, erklärt Katrin Meister. Mit dem Geld hat das Frauenzentrum nun erstmals ein eigenes Auto angeschafft – „jetzt hoffen wir, dass wir die laufenden Kosten stemmen können“. Für dieses Jahr wird nun auch „personell aufgestockt“.



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