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Studie mit positivem Fazit

Wochenmarkt Hameln: „Ein Augenöffner für die Stadt“

HAMELN. Betreuer Klaus-Peter Wennemann ist mit den Ergebnissen hochzufrieden. „Wochenmarkt Hameln im Zeitalter von Amazon und Co.“, so lautet das Thema der Studie, die die HSW-Studierenden um die 25-jährige Stephanie Rose jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt haben.

veröffentlicht am 29.01.2017 um 13:49 Uhr

Bei der Angebotsvielfalt und in Sachen Frische kann der Wochenmarkt punkten. Foto: Dana
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Ernst August Wolf Reporter
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„Unsere Aufgabe war es, eine Bestandsanalyse der Angebots- und Nachfragestruktur vorzunehmen und einen Strategievorschlag zu formulieren“, erläutert die Studentin.

In langwieriger Arbeit hatten die Teilnehmer des Projektes Fragebögen sowie Online-Befragungen entwickelt. Am Ende hatten 525 Teilnehmer, Kunden, Marktbeschicker und Nicht-Kunden, geantwortet. Außerdem hatten die Studierenden den Hamelner mit anderen Märkten in der Region verglichen. Während die Hamelner dabei in Sachen Angebotsvielfalt, Frische und Qualität Spitzenwerte verbuchen können, erreichte der Markt hinsichtlich seiner Infrastruktur nur einen mittleren Platz. Rose: „Was Parkplatzsituation, Fahrradstellplätze, Öffi-Anbindung und Barrierefreiheit angeht, bleibt noch viel zu tun.“ Auch beim „Einkaufskorbvergleich“ rangiert der Markt gleichfalls nur im Mittelfeld hinter dem preisgünstigen Markt in Hannover-Linden.

Mit den aus ihrer umfangreichen Analyse abgeleiteten Handlungsempfehlungen wollen die Studierenden Kunden, Wochenmarkthändler und Nicht-Kunden keinesfalls verschrecken.

„Ziel ist es, nicht alles sofort zu verändern, sondern langsame Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen und Neuzuwachs anzulocken“, stellt Wennemann klar.

Kurzfristig schlagen die Studierenden vor: kostenlose öffentliche Werbung für alle Händler, verbesserte Parkmöglichkeiten und Stromanschlüsse, die zügige, unbedingt notwendige Sanierung der Toilettenanlagen sowie Verbesserung der Pflasterung, der Zugänge zur Tiefgarage und die schnelle Beseitigung von Stolperfallen durch Kabel.

Eine Ausweitung der Öffnungszeiten jedoch stößt auf die Bedenken der Marktbeschickter. Fischhändler Norbert Meyer von der Interessengemeinschaft der Marktbeschicker sieht klare Grenzen: „Ein Feierabendmarkt oder eine Öffnung bis 16 Uhr würde den Grundcharakter als Wochenmarkt verfälschen. In dieser Hinsicht müssen wir nicht mit den Supermärkten konkurrieren. Auch mit der Frische und der Kühlung gerieten wir dann an technische Grenzen.“

Was die Infrastruktur angehe, bestehe auch langfristig Handlungsbedarf, so die Studie. „In Zuge einer Neugestaltung des Marktplatzes sollte dann die Stromversorgung unterirdisch mit bodengleichen Steckdosen sowie eine gründliche Sanierung des Parkhauses realisiert werden“, raten die Studierenden.

An durchaus auch kurzfristig realisierbaren Einfällen mangelt es nicht: Info-Stelen, verbesserte Wegführung, Werbeaktionen durch sammelbare „Rezeptkarten“, Kochschulen, Marktübersichten und Aktionstage, und vor allem aber eine räumliche Einbeziehung der bislang ungenutzten Innenfläche um den Brunnen sind nur einige der Vorschlage.

Auch die städtische Markt-Sachbearbeiterin Eva Ehlers sieht „zügigen Handlungsbedarf“. Ordnungsamtschef Andreas Seidel habe bereits am Mittwoch eine erste Besprechung zum Thema Pflasterung. „Diese Studie, die der politischen Führungsriege kurz vor Weihnachten vorgestellt wurde, ist ein echter Augenöffner für die politisch Verantwortlichen“, sind sich Ehlers und Wochenmarkthändler wie Gärtnereibesitzer Ulli Sporleder, Sabine Zeller vom Esperder Gemüse-Bio-Hof und IG-Sprecher Norbert Meyer sicher.

„Seit Jahren ist nichts passiert. Jetzt geht hoffentlich ein Ruck durch Markt und Verwaltung“, hofft Meyer.



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