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Das Werftmuseum am Mühlentor putzt sich immer mehr heraus / Noch zwei Öffnungen in diesem Jahr

Wo sich kleine Nasen im Aquarium tummeln

Bodenwerder (joa). Beim „Tag des offenen Werfthofes“, bei dem der Förderverein „Moby Dick“ zum zweiten Mal sein neues Museum der Öffentlichkeit zugänglich machte, konnten sich viele interessierte Besucher davon überzeugen: Hier ist für Bodenwerder an der Weserpromenade eine echte Publikumsattraktion entstanden. Eine Dokumentation zur Werftgeschichte der Münchhausenstadt und eine Aquarienabteilung mit wesertypischen Fischen runden jetzt Bodenwerders museales Angebot für Einheimische wie Touristen ab.

veröffentlicht am 28.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 16:41 Uhr

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Neben der Restaurierung des historischen Renaissance-Speichergebäudes auf dem ehemaligen Werftgelände am Mühlentor – dort wurden seit 2006 rund 40 000 Euro verbaut, finanziert mit EU-Mitteln und Firmen- und Privatspenden – dürfte die jetzt zu besichtigende Aquarienabteilung mit etwa 15 000 Euro die meisten Kosten für den von 50 Mitgliedern getragenen Förderverein gewesen sein. In vier 750-Liter-Aquarien hat der 2. Vereinsvorsitzende Arnold Schumacher (seit 30 Jahren in der Aquaristik bewandert und bis vor kurzem Inhaber eines Zoofachgeschäfts in Bodenwerder) verschiedene Flussbereiche der Weser, die Buhnen-, Schilf-, Flach- und Tiefwasserregion, nachgebaut. Derzeit tummeln sich in den Becken bereits wesertypische Flussbewohner wie Rotaugen, Barben, Nasen, Krebse, Muscheln und Schnecken. Die Nase (Chondrostoma nasus), auch Näsling, Schnabel oder Blaunase genannt, gehört zur Familie der Karpfenfische. Im Herbst sollen in einer zweiten Besatzmaßnahme weitere Fischarten der Weser folgen. Eine aufwendige Filteranlage, die ebenfalls zu besichtigen ist, sorgt für die Reinigung der Becken. „Ständig werden Härtegrad und pH-Wert des Wassers, das dem Weserwasser entspricht, überprüft,“ erklärt Aquarienspezialist Schumacher – und dass auf ständig gleichmäßig kaltes Wasser geachtet wird: Hier sorgt eine Klimaanlage dafür, dass es in den Fischbecken nie wärmer als 20 Grad wird. Zusätzlich hat der 74-jährige Fisch-Fachmann fünf freiwillige Helfer des Vereins angelernt, die füttern und abwechselnd regelmäßig die Aquarien kontrollieren.

Im Erdgeschoss des Museums ist die Ausstellung im Aufbau, die an die jahrhundertealte Werftgeschichte Bodenwerders erinnern soll. Mit den allesamt gestifteten Werkzeugen, Bauplänen, Bootsprofilen und -modellen ehemaliger Schiffsbauer soll gezeigt werden, wie Fracht- und Personenschiffe früher in reiner Handarbeit entstanden sind. Für den Moby-Dick-Vorsitzenden Armin Engeler ist das eine spannende Sache, zumal manche der im Museum abgelieferten Schiffsbauer-Werkzeuge so selten sind, dass ihre Funktion noch im Dunkeln liegt. Engeler: „Es wäre daher für uns interessant, mit alten Schiffsbauern oder Spezialisten, die früher die Handwerkzeuge angefertigt haben, ins Gespräch zu kommen“, so Engeler. Die beiden ersten Museumsöffnungen hätten gezeigt, dass das Interesse an den Werfthof-Ausstellungen sehr groß ist, freut sich das Moby-Dick-Team. Deshalb sind in diesem Jahr noch zwei Museumsöffnungen geplant, verrät Engeler: beim Herbst- und beim Sterntalermarkt. Im kommenden Jahr soll dann während der Saison von April bis Oktober jeden Samstag und Sonntag sowie auf Voranmeldung geöffnet sein. Für Museumsöffnung und -führungen haben sich laut Engeler bislang neun Ehrenamtliche gefunden. „Wir suchen aber derzeit noch Interessierte, die im Werfthof Besuchern diesen Teil von Bodenwerders Geschichte nahebringen möchten.“

Gesucht wird aber auch noch nach Sponsoren, die den Förderverein finanziell bei seiner Arbeit unterstützen. Denn Eintrittsgeld wird für den Besuch des Museums nicht erhoben, lediglich um eine Spende gebeten. „Da wir keine öffentlichen Gelder bekommen, müssen wir uns mit den Beiträgen unserer Mitglieder und Spenden finanzieren“, erklärt Schatzmeister Fritz-Henning Bertram und fügt hinzu, dass allein die laufenden Stromkosten für den Verein ein dicker Brocken seien.

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Futter für die Weserfische: Aquarienspezialist Arnold Schumacher hat verschiedene Flussbereiche der Weser im Museum nachgebaut.

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