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Lena Luise Evert und Freya Grimme auf Entdeckungsreise in einem Labyrinth aus mannshohen Pflanzen

Wo Mais zum Dschungel wird und Wege in die Irre führen

Hameln. Ein bisschen mulmig ist mir schon zumute, als ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Labyrinth betrete. Aber ich habe ja Lena bei mir, die ist acht Jahre alt, und das Wort Furcht kommt in ihrem Vokabular nicht vor. Für sie ist der Irrgarten eine Herausforderung, ein spannendes Abenteuer, in das sie sich voller Entdeckerfreude stürzt. Schon verschwindet sie in dem Wirrwarr aus mannshohen Mais-Pflanzen. Ich eile ihr nach. Hoffentlich verlieren ich sie in dem undurchdringlichen Dschungel nicht. Doch Lena stoppt schon, hat etwas entdeckt: „Da – eine kleine Kröte“, jubelt sie. Die Kröte ist so winzig, dass sie bis gestern vermutlich noch eine Kaulquappe war. Die Achtjährige ist begeistert, findet noch weitere dieser klitzekleinen Hüpfer. Und stürmt weiter, stößt auf eine Tafel, die über Wildschweinschäden in Maisfeldern informiert. Später stellen wir fest, dass es noch jede Menge dieser Informationstafeln rund um Maisanbau und -verarbeitung in dem Feld gibt. Mit ihrer Hilfe kann man ein Kreuzworträtsel lösen, bei dem es etwas zu gewinnen gibt. Für kleinere Kinder entdecken wir Kästen, wo Karten abgestempelt werden können.

veröffentlicht am 24.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 12:41 Uhr

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Autor:

Karin Rohr
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Hilfe, wir sind im Kreis gelaufen

Zunächst aber ist das Leben im Maisfeld für Lena sehr viel aufregender als die Spielstationen: Sie hat einen Marienkäfer entdeckt, rot mit schwarzen Punkten. Ein einheimischer. Irgendwann stoßen wir sogar auf eine ganze Kolonie von Marienkäfern, die auf den Maisblättern sitzen – gelbe mit schwarzen Punkten, schwarze mit roten Punkten, orangefarbene. „Das sind asiatische“, erkläre ich Lena. Die staunt: „Sind die jetzt bei uns im Urlaub?“

Ohne zu zögern hat die Kleine bislang die Marsch-Route durchs Labyrinth vorgegeben. Jetzt kommt sie an einen Punkt, wo sie sich entscheiden muss: links oder rechts? Der eine Weg ist leicht abschüssig, der andere steigt minimal an. Lena kombiniert: „Wir sind von unten gekommen, also gehen wir jetzt nach oben.“ Das war offenbar die richtige Wahl. Entschlossen stapfen wir weiter über den lehmigen Boden. Schon wieder eine Weggabelung. Lena entscheidet und stellt nach kurzer Zeit fest: „Wir sind im Kreis gelaufen.“ Tatsächlich. Hatte ich gar nicht gemerkt. Wahrscheinlich würde ich ohne Lena heute noch im Kreis laufen.

Weiter geht’s auf einer anderen Route. Plötzlich hören wir Rufe hinter uns: Freya stößt zu uns. Im Gegensatz zu Lena ist die zehnjährige Freya nicht zum ersten Mal in einem Mais-Labyrinth. Den Reiz aber hat der Irrgarten für sie nicht verloren. Gemeinsam geben die beiden Mädchen jetzt die Route vor. Und verkalkulieren sich. Landen in einer Sackgasse. Ein „Smiley“ mit herabhängenden Mundwinkeln signalisiert: Ende. Die Mädchen ziehen einen Flunsch. Bei mir erwachen alte Ängste: Wir haben uns verirrt, sind gefangen im Labyrinth. Hilfe, wie kommen wir hier wieder raus? Freya und Lena lachen meine Sorgen einfach weg, laufen zurück, wählen einen neuen Weg. Der bringt uns diesmal weiter.

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Irgendwann kommen wir im Zentrum des Labyrinths an: ein Platz mitten im Maisfeld, mit aufgeschichteten Strohballen, auf denen die Kinder toben können.

Auf dem Rückweg hat sich meine Anspannung gelegt, ist der Abenteuerlust gewichen. Geheimnisvoll rascheln die Maisblätter im Wind: Es klingt gar nicht mehr bedrohlich. Und auch die aufgeregt schreiende Amsel, die vor uns durch das Dickicht huscht, hat nichts Alarmierendes mehr. Sehr schön und sehr friedlich ist es in dem Maisfeld. Eine Welt voller Überraschungen. Man muss sie nur entdecken.

Später erfahren wir, dass die jetzt schon mannshohen Mais-Pflanzen bis zu drei Meter hoch werden. Dass sich noch nie jemand in dem Irrgarten total verirrt hat. Dass man in so einem Labyrinth wunderbar Kindergeburtstage feiern kann. Dass es für ganz Kleine statt eines Sandkastens am Ausgang einen Maiskasten zum Spielen gibt. Und dass aus Mais Popcorn gemacht wird – „weiß doch jeder“, lachen Lena und Freya.

Eröffnung des Mais-Labyrinths ist heute um 12 Uhr. Infos und Vereinbarung von Gruppenterminen bei Klaus-Dieter Schuh, Telefon: 05151/403050 oder 01715564876.

Reizvoll: das Mais-Labyrinth der Elisabeth-Selbert-Schule am Brösselweg in Hameln. Heute wird es eröffnet. Auf 2,4 Hektar Fläche gibt es nicht nur für Kinder eine ganze Menge zu entdecken. Zwei Kilometer kann man insgesamt in dem Irrgarten zurücklegen und sich dabei mehrere Stunden lang vergnügen.

Lena Luise Evert (8) und Freya Grimme (10) haben sich schon mal in den Pflanzendschungel getraut. Lena hat sich für einen Weg entschieden, gemeinsam mit Freya ihre Karte gestempelt – und sich verirrt: Ein „Smiley“ markiert die Sackgasse. Lena (re.) und Freya ziehen einen Flunsch, lassen sich aber nicht entmutigen.

Fotos: Wal



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