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Streit um Sportplätze erneut entbrannt

Wo kann gespart werden? Politik startet Ideenwerkstatt

HAMELN. Ab jetzt geht es ans Eingemachte - und es ist möglicherweise Schluss mit Harmonie und Schulterschluss unter Hamelns Politikern. Bis zum Sommer werden sich die Parteien und Mandatsträger an vier Wochenenden in der von der FDP-Fraktion initiierten „Ideenwerkstatt“ zusammensetzen, um darüber nachzudenken, wie künftig gespart werden kann. Am Freitag (29. März) geht es los.

veröffentlicht am 28.03.2019 um 17:45 Uhr
aktualisiert am 29.03.2019 um 11:30 Uhr

Dorothee Balzereit

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Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite

Für die Ideenwerkstatt wurde eigens ein auswärtiges Team engagiert, das die Runde moderiert und coacht. Umsonst ist das nicht. Die Kosten für die „Spar-Werkstatt“ liegen bei 48 000 Euro. Auch Oberbürgermeister Claudio Griese erhofft sich von den Treffen Impulse zur Haushaltskonsolidierung, denn auch wenn die Stadt sich in diesem Jahr über einen Überschuss von gut 7 Millionen Euro im Ergebnishaushalt freuen kann: Die Gesamtschulden der Stadt steigen stetig. Von gut 75 Millionen Euro in 2018 auf 151 Millionen Euro steigen die langfristigen Schulden voraussichtlich im Jahr 2022.

Entsprechend riet unter anderem Birgit Albrecht (CDU) in ihrer Haushaltsrede, sich künftig „auf die wichtigsten Vorhaben“ zu einigen. Ob das gelingen wird, daran hat sie ebenso ihre Zweifel wie Hans Wilhelm Güsgen (FDP). Die Vorstellungen über das, was wichtig sei, seien doch sehr unterschiedlich.

Eine Ahnung davon, dass die Diskussionen künftig kaum mehr so friedlich verlaufen dürften, wie bei den konstruktiven Gesprächen zum Haushalt, der am Mittwoch einstimmig verabschiedet wurde, vermittelte in der Sitzung der erneut aufflammende Streit über den Sportplatz an der Süntelstraße und den geplanten Kunstrasenplatz in Klein Berkel. So kooperativ wie der OB dachte, nahmen einige die Entscheidung dann doch nicht hin: Sven Kornfeld, Fraktionsvorsitzender der Grünen, kritisierte die Entscheidung als vorschnell. Weder sei geprüft worden, wie hoch der Bedarf an einem weiteren Kunstrasenplatz für Punktspiele sei, ob tatsächlich mehr Spiele als früher ausfallen und ob diese Ausfälle anders kompensiert werden könnten.

Anstatt diese Fragen im Sportentwicklungsplan, der derzeit in Arbeit ist, zu beantworten, entscheide man sich ohne große Diskussion mal eben, 600 000 bis 800 000 Euro inklusive Planungskosten durchzuwinken. „Das ist skandalös“, sagte Kornfeld und mutmaßte, dass es sich „vielleicht um ein Geschenkpaket“ handele.

Der OB hielt dagegen, dass ein dritter Kunstrasenplatz seit vielen Jahren im Gespräch sei. Die Lösung biete sich an und die Fraktionsspitzen hätten schließlich zusammengesessen. Wolfgang Meier, der für die Grünen bei diesem Treffen dabei war, sagte dazu: „Ich habe schon in der Sitzung meine Bedenken geäußert, das ist in der Euphorie wohl untergegangen.“

Völlig übergangen fühlte sich Claudia Schumann (Frischer Wind/Piraten). Zwar war Fraktionskollege Klaus Pfisterer beim Gespräch mit dem OB zugegen, dennoch sei kaum Zeit gewesen, sich ein Bild zu machen.

Grüne und Frischer Wind/Piraten verlangten deshalb, über den Kunstrasenplatz und den Sportplatz an der Süntelstraße einzeln abstimmen zu lassen. Was folgte, war Verunsicherung darüber, ob das nach Satzung überhaupt möglich sei. Die Mehrheit wollte es anders, was bei Claudia Schumann dazu führte, dass sie ihrem Unmut freien Lauf ließ und ankündigte, die Piraten würden sich rechtliche Schritte vorbehalten. Am Ende stimmten Grüne und Piraten gezwungenermaßen gegen die Gesamtlösung, die Mehrheit folgte dem ausgehandelten Kompromiss.

Für den nächsten Haushalt, der bereits im Herbst ansteht, gibt es bereits viel Gesprächsbedarf. „Für uns Grüne ist klar, dass man nicht erst die Ausgaben im Haushalt erhöhen kann, um sich im Anschluss in der Ideenwerkstatt zusammenzusetzen und diskutiert, wo man kürzen kann“, kündigt Kornfeld an.



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