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Wer Zeit am Badesee verbringen will, muss weit fahren

Wo geht's denn bitte zum Strand?

Hameln (at). Vor über 65 Jahren startete Conny Froboess mit ihrem Schlagerhit „Pack‘ die Badehose ein“ den ultimativen Aufruf zum Badespaß in der Natur. Zwar hat Hameln keinen Wannsee, aber auch hier wollen viele Menschen im Sommer ihre Zeit lieber an einem Badesee als in der mitunter etwas künstlichen Atmosphäre eines Freibads verbringen. Aber wo gibt es in der näheren Umgebung Gewässer, die zumindest einen Hauch von Naturfeeling versprühen?

veröffentlicht am 10.07.2015 um 17:16 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 03:21 Uhr

Wer in der Natur baden will, hat in Hameln schlechte Karten. Zu den offiziellen Badeseen muss man lange fahren.
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Offizielle Badeseen sind im Stadtgebiet nicht zu finden. In Tündern sollen die Luttmann-Kiesteiche bis 2030 zu einem Naherholungsgebiet für Wassersportler umgewandelt werden – jedoch ohne Schwimmzone (wir berichteten). Zwar seien die Pläne der Schiedersee GmbH „eine erste Ausbaustufe“, heißt es aus dem Rathaus. Aber bisher ist in Tündern mittelfristig kein Badespaß in Sicht. Auch andernorts sieht es eher düster aus. „Ein Badesee ist in den meisten Fällen das Ergebnis einer vorherigen Nutzung wie zum Beispiel zum Kiesabbau. So etwas gibt es hier nur in Tündern“, heißt es aus dem Rathaus.
Mit der Weser liegt die vermeintliche Lösung direkt vor der Haustür. Doch da es sich um Fließgewässer handelt, will die Stadt keine Verantwortung übernehmen. „Die Strömung ist doch sehr stark. Außerdem existieren durch das Wehr und die Turbine auf der Wasserkraftanlage weitere Gefahren“, meint ein Rathaussprecher. Am Rhein rate die Wasserschutzpolizei ausdrücklich vom Schwimmen im Fluss ab. Dieser Hinweis lasse sich auch auf die Weser übertragen. „Wir sollten bei dem Thema keine Experimente eingehen“, sagt der Sprecher. Hinzu kommt aus Verwaltungssicht, dass man bei der Eröffnung einer Badestelle an der Weser auch für die Aufsicht sorgen muss. „Das kann die Stadt personell nicht leisten.“ An den drei Standorten Südbad, Waldbad Sünteltal und Hallenbad sei „auch aufgrund der langen Öffnungszeiten“ genug zu tun, argumentiert der Rathaussprecher.


Wer bei heißen Temperaturen also Abkühlung in einem Badesee finden will, muss schon eine Fahrtzeit von mindestens einer halben Stunde in Kauf nehmen. Im Landkreis Hameln-Pyrmont ist lediglich der Humboldtsee in Wallensen, der Ende der 1960er Jahre aus einem ehemaligen Braunkohle-Tagebaugebiet entstand und sich im Naturschutzgebiet Duinger Wald befindet, als Badestelle ausgezeichnet. Über die Kreisgrenzen hinaus ist die Auswahl größer. Der Doktorsee bei Rinteln bietet einen 200 Meter langen Sandstrand mit Liegewiese und Wasserrutsche. Nur einen Kilometer entfernt liegt der Helenensee. Er wird zwar seit dieser Saison nicht mehr vom Gesundheitsamt kontrolliert, steht nach Aussage von Eigentümer Hoimar von Ditfurth-Siefken aber weiter für Gäste offen: „Die Wasserqualität ist gut.“ Noch etwas weiter muss man fahren, um im Stemmer See im Kalletal zu planschen. Im Kreis Holzminden gibt es laut Badegewässer-Atlas des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts hingegen gar keine Badestelle.

Badeseen Landkreis
  • Grafik: jöh


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