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Hameln will seine Radrouten besser ausschildern – und hofft auch dadurch auf mehr Umsteiger

Wo, bitte, geht’s zu Schliekers Brunnen?

Hameln. Ob nach Minden oder nach Holzminden – wo es langgeht, wird den Autofahrern in Hameln an wichtigen Kreuzungen Schwarz auf Gelb angezeigt. Radler haben für gewöhnlich deutlich naheliegendere Ziele. Der Laie könnte deshalb denken, dass in einer überschaubaren Stadt selbst zugezogene Radfreunde schnell lernen, wie sie aus der Altstadt nach Hause kommen. Doch der Experte betont: „Auch Radfahrer benötigen Orientierungshilfe.“ So ist es im „Teilkonzept zum Klimaschutz – Fahrradfreundliche Stadt Hameln“ aus dem Jahr 2010 zu lesen. Und so soll es nach Meinung der Verwaltung umgesetzt werden. Schließlich soll der Radverkehr einen größeren Stellenwert erhalten und sein Wegenetz als sicheres und komfortables System erkennbar werden.

veröffentlicht am 18.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 16:41 Uhr

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Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Die „Planungsgemeinschaft Verkehr“ (PGV, Hannover) schlägt eine umfangreiche Beschilderung mit der bundesweit und darüber hinaus üblichen Wegweisung in Rot auf Weiß vor. Diese baut auf der Beschilderung auf, die von der Kreisverwaltung vor acht Jahren mit Blick auf die Fahrrad-Touristen installiert wurde, allerdings in Hameln Schwachpunkte aufweist. Im Radhaus bemüht sich Verkehrsplaner Erhard Linke derzeit, bei dem „Projektträger Jülich“ Gelder aus dem Topf „Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur“ einzuwerben. Er hofft, dass 40 Prozent der auf 56 000 Euro geschätzten Kosten vom Bund übernommen werden. Es gab auch ein Gespräch im Kreishaus. Dort ist aber derzeit nichts zu holen – außer dem Einverständnis, den aufgestellten Schilderwald durchforsten zu dürfen. Eine entsprechende Ausschreibung an einen Schilderhersteller soll laut Linke herausgehen, sobald die Finanzierung gesichert ist.

Die Fachleute vom PGV fordern, das städtische Radwegenetz müsse „leicht durchschaubar“ sein und ohne zusätzliches Kartenmaterial auskommen. Es solle „gerade auch Nichtradfahrer auf ein gutes Angebot für den Radverkehr“ aufmerksam machen und sei damit „ein direkt wirkendes und vergleichsweise preisgünstiges Mittel der Öffentlichkeitsarbeit und Werbung“. Waren ursprünglich die verschiedenen Wohnquartiere als Routenzielnamen gedacht, so haben sich die Planer nun auf wenige markante Punkte in der Stadt beschränkt:

Rotenberg,

Schliekers Brunnen, Schulzentrum Nord,

Basberg,

Hottenbergsfeld,

Stadion, Wangelister Feld,

Schulzentrum West.

Als Zwischenziele werden „Altstadt“, „Bahnhof“ oder „Tourist-Info“ aufgeführt. Zudem soll auf die jeweils idealste Trasse in die Ortschaften hingewiesen werden. Darüber hinaus sind die Routen in die umliegenden Kommunen der Nachbarlandkreise markiert. Beibehalten werden die Wegweiser in der Fußgängerzone: Diese wenden sich an Reisende, die abends ab 20 Uhr oder morgens bis 10 Uhr erlaubterweise durchs Zentrum rollen oder tagsüber ihr Gefährt dort schieben. Das Konzept wurde mit dem ADFC abgestimmt. Gleichwohl fragt sich Vorsitzender Horst Maler inzwischen, ob die Zahl der Schilder nicht doch zu groß ist. Und die zu erwartenden Kosten entsprächen rund der Hälfte des Hamelner Jahresetats für den Radverkehr.

Nicht eingeplant ist im Beschilderungssystem die Weserbrücke zwischen Fort Luise und Industriegebiet, die im Zuge der Südumgehung errichtet werden soll. Die Bundesrepublik als Bauherr will dort keinen Radweg finanzieren, und die Stadt sieht sich nicht in der Lage, die angebliche Millionensumme selbst aufzubringen.

Wegweiser für Radler

Jede Menge Schilder: Ausschnitt aus der Wegweiser-Planung für Hameln (die roten Zielbezeichnungen entfallen an den aufgeführten Stellen). PGV



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