weather-image
23°

Wirtschaftsminister will der CMP helfen

veröffentlicht am 21.12.2009 um 18:10 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

cemag

Hameln (HW). Der Protest der Beschäftigten der Cement and Mining Processing AG (CMP) vor dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium in Hannover ist auf Gehör gestoßen. Wirtschaftsminister Jörg Bode höchstpersönlich hörte sich gestern die Belange der rund 60 Mitarbeiter aus Hameln an und versprach, sich heute mit der N-Bank in Verbindung setzen zu wollen. Der Liberale will darauf hinwirken, dass die Förderbank ihren ablehnenden Bescheid gegenüber dem neu gegründeten Hamelner Unternehmen, das zum 1. Oktober dieses Jahres das Geschäft der insolventen Cemag Group übernommen hat, neu zu überdenken und verhindern, dass 50 Mitarbeiter und 20 Auszubildende zwischen Weihnachten und Neujahr ihre Kündigung erhalten. „Das macht uns Hoffnung“, freute sich Angestellte, die namentlich nicht genannt werden möchte. 

 Denn bleibt die NBank bei ihrem Nein zur Bewilligung der von CMP zur Standortsicherung beantragten 1,5 Millionen Euro, wird „in zwei, drei Monaten“ der Standort Hameln geschlossen. Das bestätigte gestern nochmals CMP-Finanzvorstand Volker Brinkmann auf Anfrage der Dewezet. Das Unternehmen wolle sich dann auf den sachsen-anhaltinischen Standort Dessau konzentrieren.
 Warum die NBank in Hannover die beantragte Fördersumme in Höhe von 1,5 Millionen Euro abgelehnt hat, begründete gestern Judith Hämker aus der Presseabteilung der landeseigenen Förderbank: „Der Antrag wurde auf eine stille Beteiligung gestellt. Dem wurde nicht zugestimmt. Auch, weil Voraussetzungen nicht erfüllt worden sind.“
 Für Brinkmann ist diese Erklärung nicht nachvollziehbar: „Das kann man sehen, wie man will. Wir sind der Meinung, sämtliche Voraussetzungen erfüllt zu haben. Mit einem Wert, der weit über die beantragte Beteiligung hinausging“, sagte der Finanzvorstand, der nun auf eine schriftliche Begründung der NBank wartet. Bislang sei er nur mündlich von der Absage unterrichtet worden.
  Ein schnelles Handeln der Politik hat gestern Jutta Krellmann gefordert. Der heimischen Bundestagsabgeordneten der Linken geht es vornehmlich um den Erhalt der Arbeitsplätze in Hameln. Die Absage der NBank bezeichnete die Bundespolitikerin, die als Gewerkschaftssekretärin der IG Metall mit den Entwicklungen bei der insolventen Cemag Group bestens vertraut ist, als „Formalkack“, der korrigierbar sei. Krellmann sieht im Agieren der Politik „einen Versuch, die Belegschaft vorzuführen“, schließlich ginge es „nur“ um 1,5 Millionen Euro als Darlehn.  

Seitens der Stadt Hameln haben sich Eckhard Koss und die Wirtschaftsförderer Dietmar Wittkop und Harald Laskowski mit Volker Brinkmann zu einem Gespräch verabredet. „Ich bin am Samstag schon über SMS über die Entwicklung unterrichtet worden. Wir wollen den aktuellen Stand erfragen und nach einem Ausweg suchen“, erklärte Koss. 

 Derweil ist das von Kreishandwerksmeister Karl-Wilhelm Steinmann angestrebte Gespräch zwischen der Kreishandwerkerschaft und dem ehemaligen Cemag-Geschäftsführer Ali Memari Fard endgültig gescheitert. „Herr Fard hat alle vorgeschlagenen Termine verstreichen lassen und hat auch nicht darauf reagiert, selbst ein Datum und einen Ort zu nennen. Er will sich von uns Handwerkern nicht unter Druck setzen lassen“, erklärte gestern Horst Latzel und kündigte an: „Viele Betriebe, die noch Geld bekommen, erwägen jetzt, Anzeige wegen Insolvenzbetruges zu stellen.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige

Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

Immobilien mieten

Immobilien kaufen

Anzeige
Anzeige
Kommentare
Kontakt
Redaktion
E-Mail: redaktion@dewezet.de
Telefon: 05151 - 200 420/432
Anzeigen
Anzeigen (Online): Online-Service-Center
Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
Abo-Service
Abo-Service (Online): Online-Service-Center
Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
X
Kontakt
X
Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

Noch kein Digital-Abo?