weather-image
12°

Zwischen Afferde und Hastenbeck

Wird Straße für Autos gesperrt?

Seit Jahrzehnten fordern die Ortsräte von Afferde und Hastenbeck einen Radweg an der Verbindungsstraße zwischen den beiden Hamelner Ortsteilen. Nun kommt eine neue Idee ins Spiel: kein Radweg neben der Straße, sondern gleich die ganze Straße als (fast) reine Fahrradstrecke.

veröffentlicht am 06.02.2019 um 13:58 Uhr
aktualisiert am 06.02.2019 um 17:10 Uhr

Am Verbindungsweg zwischen Afferde und Hastenbeck fehlt ein Rad- und Fußweg, beklagen die Ortsräte beider Dörfer seit Jahrzehnten. Nun liegt ein Alternativvorschlag auf dem Tisch. Foto: Dana
Frank Henke

Autor

Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

HASTENBECK/AFFERDE. Schon „seit Jahren“ werde der Radweg zwischen Afferde und Hastenbeck gefordert, zitiert die Dewezet aus dem Afferder Ortsrat. Nun solle endlich etwas passieren – es ist ein Bericht aus dem Jahr 2001. Sogar schon vor etwa 35 Jahren müsse die Debatte begonnen haben, schätzt Hastenbecks Ortsbürgermeister Walter Kinast (CDU) heute. Entlang des Verbindungsweges von der Afferder Straße in Hastenbeck bis zur Cumberlandstraße in Afferde soll jener Radweg gebaut werden, so zumindest die immer wieder in den beiden Dörfern vergeblich erhobene Forderung. Jetzt könnte jedoch eine andere Idee neuen Schwung in die Debatte bringen: kein Radweg neben der Straße, sondern gleich die ganze Straße als (fast) reine Fahrradstrecke.

Eigentlich scheint das Problem nicht allzu komplex: Zwei Straßen verbinden die beiden Hamelner Ortsteile. Die eine führt im Westen als Bückebergstraße und Kreisstraße 13 an Afferde vorbei. Dort befindet sich ein Radweg. Nun, nutzen die Dorfbewohner aber gern auch die vergleichsweise schmale Verbindungsstraße zwischen den Ortschaften im Osten – nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit dem Rad und zu Fuß. Seit gut drei Jahren drosseln deshalb Tempo-70-Schilder den Autoverkehr. Die Forderung nach einem Rad- und Fußweg blieb. Und sie blieb unerfüllt. Die Stadt verwies auf den einen vorhandenen Radweg und zweifelte deshalb am Bedarf eines weiteren. Der bestehende allerdings bedeutet für so manche einen Umweg. Zudem sei er oft „in nicht gutem Zustand“, wie Afferdes Ortsbürgermeister Björn Lönnecker (SPD) meint. Auch die Kosten für einen neuen Radweg sind nicht ohne: „Ich glaube nicht, dass das unter 500 000 Euro zu machen ist“, schätzt Kinast. Zudem müsste Land gekauft werden, um den Weg neben der Straße anlegen zu können. Nicht jeder Eigentümer sei von dieser Idee angetan, wird immer wieder gemunkelt.

Aus der Fahrradbegleitkommission kam nun der Alternativvorschlag. Der östliche Verbindungsweg könnte umgewidmet werden: freie Fahrt für Radfahrer – und ebenso für landwirtschaftlichen Verkehr wie auch Linienbusse. Autos allerdings müssten auf die westliche Strecke ausweichen. Diese Idee soll in den nächsten Monaten ein externes Fachbüro prüfen, heißt es aus dem Rathaus, eine Ausschreibung laufe bereits. „Pragmatisch und kostengünstig“ könnte diese Lösung möglicherweise sein, sagt Rathaussprecher Thomas Wahmes.

Damit löst sich das Thema aber wohl nicht in Wohlgefallen auf. Denn wenn die eine Strecke für den Autoverkehr gesperrt würde, dürften die Autofahrer auf der anderen nach und durch Hastenbeck fahren. Walter Kinast klingt schon mal wenig begeistert. Die enge Ortsdurchfahrt noch stärker zu belasten, „das kann ich als Ortsbürgermeister nicht verantworten“, sagt er, will der nun anstehenden Prüfungen aber nicht vorgreifen. Denn dies zählt zu den Fragen, die externe Berater nun klären sollen: Wie viel Verkehr würde wohin verdrängt? Eine neue Verkehrszählung ist denkbar. „Für Hastenbeck ist das sicherlich ein größeres Problem als für Afferde“, sagt Kinasts Afferder Kollege Lönnecker zu den Überlegungen.

Ebenfalls offen ist die Frage der praktischen Umsetzung einer solchen Fahrradstrecke. „Es könnte sein, dass viele Autofahrer trotzdem weiterhin die Straße als Abkürzung in Richtung B 1 nutzen würden“, gibt der ehrenamtlicher Fahrradbeauftragte der Stadt, Lars Reinecke, zu Bedenken. Daran würden „ein paar Schilder“ wohl wenig ändern.

Kinast möchte indes, dass nach neuen Fördertöpfen gesucht wird, um den Radwegbau zu finanzieren. Am Donnerstag (7. Februar) steht das Thema auf der Tagesordnung des Hastenbecker Ortsrates (19.30 Uhr, Kommunikationsraum der Sporthalle).

Mein Standpunkt
Frank Henke
Von Frank Henke

Wenn zwei Ortsräte jahrzehntelang aus nachvollziehbaren Gründen einen Radweg fordern, dann ist verwunderlich, dass es ihn noch immer nicht gibt. Die Alternative, eine fast reine Fahrradstrecke, klingt zunächst frisch und modern. Ihr größter Vorteil – die Kostenersparnis – wird aber wohl von ihrem größten Nachteil – mehr Verkehrsbelastung an anderer Stelle – ausgehebelt. Prognose: Die Forderungen nach einem Radweg werden nicht verstummen. Man sollte ihn wohl einfach mal bauen …



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt