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Kreisverband der Europa-Union Hameln feiert seines 65. Geburtstag mit einem Festakt

„Wir wollen vor allem mehr Europa“

Hameln (wft). Wenn Arbeitnehmer ihren 65. Geburtstag feiern, ist es spätestens Zeit in Rente zu gehen und sich zur Ruhe zu setzen. Nicht so beim Kreisverband der Europa-Union Hameln, die am Samstag in der Aula des Albert-Einstein-Gymnasiums ihre Gründung im Jahr 1947 feierte und keineswegs die Absicht hat, jetzt in ruhigeren Gewässern zu schwimmen. Das zumindest demonstrierten die Ansprachen der meist seit vielen Jahren für das große Gemeinschaftsprojekt Europa engagierten Redner.

veröffentlicht am 07.05.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 11:21 Uhr

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Dass die Mitglieder der Europa-Union keine unkritischen Begleiter der politischen Entwicklung dieser inzwischen 27 Staaten umfassenden Gemeinschaft sind, zeigten die kritischen Töne, die bei dem Festakt angeschlagen wurden. Große Einigkeit herrschte in den herzerfrischend von den beiden jungen Moderatoren Henrik Fisser und Florian Wilkesmann begleiteten beiden Stunden, dass die Europäische Union derzeit die „größte Vertrauenskrise“ durchmache, seit die EU gegründet wurde. Aber, das betonten sowohl Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann als auch die Vizepräsidentin der Europa-Union Deutschland, die SPD-Bundestagsabgeordnete Eva Högl, es sei ein Projekt, um das es sich zu kämpfen lohne, weil es eine „Werte- und Friedensgemeinschaft“ sei und Europa ein „Raum des Friedens, der Freiheit und des Wohlstands geworden ist“.

Weil durchaus nicht alle Menschen positiv zur Europäischen Union stehen und sie als politische Zukunft akzeptieren, sieht Eva Högl die EU in einer „echten Legimitationskrise“, in der es jetzt um die Frage gehe, wer die EU regiere – die Finanzmärkte oder die Parlamente der Mitgliedstaaten. Ohnehin hätten die Parlamente derzeit kaum Gestaltungsmöglichkeiten in Sachen Europa, weil fast alle Entscheidungen schon gefallen seien, bevor sich die Parlamente mit ihnen befassen dürften und kleinere Mitgliedstaaten meist sogar übergangen würden, wie das Zusammenspiel zwischen Berlin und Paris zeige. Deshalb laute eine der Forderungen der Europa-Union: „Wir wollen mehr Parlament und weniger Regierung – vor allem wollen wir mehr Europa.“ Was konkret bedeute, dass die Mitgliedstaaten künftig einen Teil ihrer Souveränität an die demokratisch legitimierten europäischen Institutionen abgeben müssten – „an die Europäische Kommission, an den Europäischen Rat und an das Europa-Parlament“.

Ziel der Europa-Union müsse es bleiben, weiter für dieses große Gemeinschaftsprojekt zu werben und aufzuklären – dieses aber nicht ohne Kritik, sondern auch mit viel Diskussion. Vor allem müsse Europa erlebbar und erfahrbar werden durch Reisen, Fremdsprachenkenntnisse und durch viele Kontakte zu Menschen in den anderen EU-Staaten, erklärte Högl.

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Henrik Fisser und Florian Wilkesmann hoben als besonderen Vorzug vor allem die grenzenlose Reisefreiheit hervor. Für sie sei es heute unvorstellbar, dass es an Schlagbäumen noch Staus gebe, weil Pässe kontrolliert würden. Und Eva Högl warnte, wer – wie zuletzt Dänemark aus fadenscheinigen Gründen – eigenmächtig die Grenzen schließe, „der legt die Axt an Europa“.

Eine besondere Ehrung wurde bei dem Festakt Klaus Stenzel, dem langjährigen Vorsitzenden des Kreisverbandes der Europa-Union Hameln, zuteil. Für seine Verdienste und sein beispielhaftes europapolitisches Engagement wurde Stenzel von Wolfgang Zapfe, dem Landesvorsitzenden der niedersächsischen Organisation, mit der Europa-Union-Nadel in Gold ausgezeichnet, eine Ehrung, die nur sehr selten vergeben wird.

Schon seit vielen Jahren erinnert der Kreisverband der Europa-Union mit der Pflanzung eines Baumes Anfang Mai daran, dass zu Beginn dieses Monats erste entscheidende Schritte zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft unternommen wurden: Der 25. Europabaum wurde jetzt unweit des Hochzeitshauses in der neu gestalteten Fußgängerzone gepflanzt.

Geschmückt mit den Flaggen aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union war die Aula des Albert-Einstein-Gymnasiums, als der Kreisverband der Europa-Union Hameln dort mit einem Festakt seinen 65. Geburtstag feierte. Im türkisen Hosenanzug die Festrednerin Eva Högl, SPD-Bundestagsabgeordnete und Vizepräsidentin der Europa-Union Deutschland.

Foto: wft



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