weather-image
15°

"Wir wollen ein kleines bisschen mitreden"

veröffentlicht am 14.08.2011 um 19:20 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:35 Uhr

Rathaus

Hameln-Pyrmont (HW). Sie hoffen darauf, nach der Kommunalwahl Sitze im Stadtrat und/oder im Kreistag zu bekommen. Wie die Aktive Bürgergruppe im Landkreis Hameln-Pyrmont, die sich jedoch nur im Wahlbereich Coppenbrügge/Salzhemmendorf um Kreistags- und Ratsmandate bewirbt. „Wir wollen ein kleines bisschen mitreden“, sagt Sprecher Thomas Hampe, „der Unmut auf regionaler Ebene ist gewachsen.“ Die Gruppierung setzt auf Bürgernähe und will sich im Falle der Wahl politische Ideen aus der Bürgerschaft holen, „um Salzhemmendorf und Coppenbrüge mehr in den Fokus zu rücken, unsere Interessen vertreten, ohne anderen auf die Füße zu treten“, wie Thomas Hampe erklärt.

Bürgernähe hat sich auch die Piratenpartei auf die Fahne geschrieben, die sich für den Hamelner Stadtrat und auch im Kreistag um Sitze bewirbt. Die überwiegend jugendlichen Kandidaten setzen auf mehr „Transparenz und Basisdemokratie“, wie Constantin Grosch (18) als Vorsitzender der Partei in Hameln-Pyrmont betont. So solle ein Bürgerhaushalt eingerichtet werden, über dessen Verwendung einzig die Einwohner zu entscheiden haben. „Wir erachten zudem Bürgerentscheide ab einer gewissen Investitionshöhe als zwingend,“ sagt der Schüler der HLA, der zusammen mit seinen Mitstreitern auch für einen kostenlosen ÖPNV kämpfen will. „Das finanziert sich dadurch, dass Straßen nicht weiter ausgebaut werden müssen, weil die Pkw in den Ballungsgebieten weniger werden und über Werbung an den Bussen, weil sich die Fahrzeuge vervielfachen werden“, sagt Grosch und nennt die Stadt Kassel als Aushängeschild: „Dort wird dieses Verfahren schon seit geraumer Zeit erfolgreich praktiziert.“ Auch um das nach dem Abzug der Briten frei werdende Kasernengelände in Hameln haben sich die „Piraten“ Gedanken gemacht. „Dort könnte ein Zukunftsviertel mit staatlicher Hochschule und generationsübergreifendem Wohnen entstehen“, regt der 18-Jährige an.

Rats- und Kreistagsmandate wollen auch die Mitglieder der Wählergemeinschaft „Frischer Wind“ erzielen. Zwar war deren Sprecher Tobias Matter nicht zu erreichen, aber auch sie wollen sich laut ihrer Homepage für mehr Bürgernähe einsetzen. Als politische Ziele werden zudem unter anderem Schuldenabbau, Sanierung der Schulen, Verminderung des Schwerlast-Durchgangsverkehrs, Umrüstung der Nahverkehrsflotte und der städtischen Fahrzeuge auf Erdgas, Verbesserung der kulturellen Angebote oder die Integration eines Spielparadieses für Kinder in der Hamelner Stadtgalerie genannt.

Auch die NPD bewirbt sich in Hameln um ein Ratsmandat. Allerdings nur im Wahlbereich 1 (Kernstadt, Klüt, Halvestorf, Haverbeck).

Während „Die Linke“ seit fünf Jahren im Kreistag Hameln-Pyrmont vertreten ist, strebt die Partei nun auch Sitze im Hamelner Stadtrat an. „Wir wollen uns für mehr Bürgerentscheide einsetzen“, sagt Vorsitzender Peter Kurbujweit. Auch der wachsenden Kinderarmut und „allem, was mit Aus- und Fortbildung zu tun hat“ gelte das Engagement der Linken.

„Mehr Gerechtigkeit bei Bildungschancen“ heißt auch ein Punkt der Unabhängigen, die ebenfalls seit fünf Jahren im Kreistag Hameln-Pyrmont vertreten sind und nun den Einzug in den Hamelner Rat schaffen wollen. Ihr Leitspruch: „Bürgerwille statt Parteienbrille“. Vorsitzender Hermann Schmidtchen erklärt: „Wir wollen auch dafür sorgen, dass in der Politik mehr Entscheidungen zum Wohle der Bürger getroffen werden und weniger Bevormundung mündiger Bürger passiert.“

Nach der Trennung der Bürgerliste von den Unabhängigen will der Hamelner Verein jetzt eigenständig für den Kreistag kandieren. Oberstes Ziel: „Schulden abbauen und Personalkosten senken “, wie Fritz Rieger erklärt. Doch der Vorsitzende schäumt derzeit vor Wut, weil die Bürgerliste auf den Wahlzetteln in Hameln und im Kreis auf Position geführt wird. Rieger kündigt an: „Das lassen wir uns nicht bieten und werden noch in dieser Woche das Verwaltungsgericht anrufen.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?