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Stadtbaurat setzt auf Ideen der Bürger für Nutzung frei werdender Briten-Flächen

„Wir stülpen die gängige Praxis um“

Hameln. Lob aus allen Fraktionen hat die Verwaltung bei der Vorstellung des „Masterplans Konversion – eine Perspektive für Hameln“ für den Abzug der britischen Streitkräfte bekommen. Insbesondere die avisierte Bürgerbeteiligung und der damit verbundene Kommunikationsprozess (wir berichteten) finden den Beifall der Politik. „Wir stülpen die gängige Praxis um. Bislang war es so, dass die Verwaltung etwas konzipiert hat. Nun machen wir es umgekehrt: Am Anfang steht das Einsammeln von Ideen, aus denen dann Maßnahmen entwickelt werden“, erklärte Stadtbaurat Hermann Aden. Der Dezernent forderte Bürger, Nachbarn und Verbände auf, sich an dem Ideenwettbewerb zu beteiligen. „Das entspräche dem Willen der Politik nach intensiver Bürgerbeteiligung.“

veröffentlicht am 27.04.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 03:41 Uhr

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Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Über allem steht die Lenkungsgruppe, „die, wie es der Name schon sagt, lenkt“, erklärte Volker Mohr, Fachbereichsleiter Planen und Bauen im Hamelner Rathaus. Das nicht öffentlich tagende Gremium steuere das Verfahren der Erarbeitung des Masterplans und soll mit Vertretern der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, dem niedersächsischen Konversionsbeauftragten sowie Stadtbaurat Aden und Fachbereichsleiter Mohr besetzt sein.

Der Lenkungsgruppe untergeordnet ist ein projektbegleitender Arbeitskreis von etwa 15 bis 20 Personen. Ziel sei die frühzeitige Diskussion und fachliche Abstimmung der einzelnen Produkte des Masterplans. Der Arbeitskreis soll monatlich – ebenfalls nicht öffentlich – tagen und sich aus der Lenkungsgruppe sowie den Vorsitzenden des Stadtentwicklungsausschusses, Vertretern des Landkreises Hameln-Pyrmont, der Wirtschaftsförderung Hameln, der HWG und der britischen Streitkräfte zusammensetzen. „Der Arbeitskreis begleitet den gesamten Konversionsprozess, beginnend mit der Erarbeitung der Stufe 1 des Masterplans“, erläuterte Mohr vor dem Ausschuss für Stadtentwicklung.

In der zweiten Stufe solle eine Analyse der Strukturen und der Darstellung von Defiziten und Mängeln, aber auch den Potenzialen und Qualitäten erfolgen, wie der Fachbereichsleiter erklärte. Dem schließe sich nach einer Bewertung der jeweiligen Fläche für mögliche Nachfolgenutzungen die Formulierung von Entwicklungszielen an. „Und zwar im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung“, wie Mohr betonte.

Zur Einleitung des so wichtigen Bürgerdialogs ist bereits für den kommenden Mai, spätestens Juni eine Auftaktveranstaltung geplant. „Es gibt drei Stufen, in denen sich die Einwohner in den nächsten zwölf bis 15 Monaten einbringen können. Parallel dazu bieten wir als Verwaltung an, auf Anforderung der Ortsbürgermeister weitere Termine zur Präsentation des Konversionsprozesses zu veranstalten“, kündigte Mohr an.

Nach Abschluss der Stufe 2 und Durchführung des Stadtentwicklungsforums soll dann eine weitere Bürgerinformationsveranstaltung auf gesamtstädtischer Ebene erfolgen. „Damit wird vor Formulierung der endgültigen Entwicklungsziele allen Bürgern noch einmal die Gelegenheit gegeben, sich detailliert über den Vorentwurf des Masterplans zu informieren und Anregungen einzubringen“, informierte der Fachbereichsleiter und kündigte in der dritten Stufe die öffentliche Vorstellung der städtebaulichen Rahmenplanungen für Konversionsflächen mit besonderem Handlungsbedarf an. „Nach jetzigem Stand besteht für die Linsingen-Kaserne inklusive Sportplatz Süntelstraße sowie für die Flächen des Bailey Parks und des Gundolph Parks besonderer Handlungsbedarf für die Erarbeitung städtebaulicher Planungen“, sagte Mohr.

Wenngleich auch Hans Wilhelm Güsgen die Bürgernähe befürwortete, kritisierte der Liberale, dass die Politik zu wenig eingebunden sei; insbesondere im projektbegleitenden Arbeitskreis. „Wir Politiker sind hinterher diejenigen, die den Kopf hinhalten müssen“, argumentierte der FDP-Fraktionsvorsitzende. „Es geht darum, Kompetenz zu bündeln, um einen Input von außen zu kriegen“, erwiderte Daniel Schimanski. Der Arbeitskreis leiste die Vorarbeit für den Stadtentwicklungsausschuss, „denn letztlich laufen hier alle Fäden zusammen“, sagte der CDU-Politiker.

Wenngleich die FDP wegen weiteren Beratungsbedarfs über das Konzept noch nicht abstimmen wollte, was jetzt im Verwaltungsausschuss geschehen soll, ebnete die Politik der Verwaltung den Weg, mit den Vorbereitungen zu beginnen. Zudem wurde beschlossen, am 24. Mai die Liegenschaften der Briten zu besichtigen. Ein Ortstermin, der bereits morgens um 7.45 Uhr beginnen, und weit über fünf Stunden in Anspruch nehmen wird, wie Mohr ankündigte. „Der Grund sind strenge und zeitaufwendige Personenkontrollen, weil es sich um militärische Einrichtungen handelt“, erklärte der Fachbereichsleiter.



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