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Nach Hausbrand wird Familienvater schwer krank

„Wir sind vom Pech verfolgt“

Klein Berkel. Erst brannte ihr Elternhaus nieder, dann wurde auch noch Ehemann Karl-Jürgen Schaper (64) schwer krank. Dem Fernfahrer musste vor ein paar Wochen eine Niere entfernt werden. Kaum aus dem Krankenhaus entlassen, platzte daheim die Operationsnarbe auf. Jetzt liegt der Hamelner wieder in der Klinik. „Wir sind vom Pech verfolgt“, sagt Manuela Schaper (40), Mutter dreier Söhne.

veröffentlicht am 04.02.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 12:26 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Unterdessen wird die Brandruine am Grasbrink in Klein Berkel von einem Abbruch-Bagger Stück für Stück abgetragen. Bald ist von dem alten Bauernhaus nichts mehr übrig. „Arbeiter haben im Schutt eine Kette von mir und zwei Sparbücher gefunden“, erzählt Manuela Schaper. „Das ist so ziemlich alles, was uns geblieben ist.“ Als das Haus am Morgen des 25. November durch einen Kurzschluss an einem Stromkabel Feuer fing, mussten die Bewohner Hals über Kopf flüchten. Ein zufällig vorbeikommender Feuerwehrmann rettete dem Ehepaar Schaper und Hausbesitzerin Frieda Müller (82) seinerzeit das Leben. Die Kinder waren zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise schon in der Schule, der Lebensgefährte der Seniorin am Arbeitsplatz. „Wir hatten nur noch das, was wir am Körper trugen. Alles, was wir besaßen, ist ein Raub der Flammen geworden“, sagt Manuela Schaper. „Nicht einmal Kinder- und Hochzeitsfotos sind uns geblieben.“ Was das erste Feuer nicht vernichtet hat, zerstörte das zweite, das am nächsten Tag in dem Gebäude wütete.

Ob das Haus wieder aufgebaut wird, soll demnächst entschieden werden. Die Gespräche mit der Versicherung, die Frieda Müller abgeschlossen hatte, laufen noch.

Die Schapers wohnten am Grasbrink zur Miete. Der Familienvater hatte im Juni 2013 den Fehler seines Lebens gemacht, wie er sagt. „Nach bestimmt 30 Jahren habe ich Hausrat- und Haftpflichtversicherung gekündigt, weil wir Geld brauchten für den Einbau einer Dusche. Wir wollten nicht mehr länger im Erdgeschoss bei meiner Schwiegermutter duschen müssen.“

Das Feuer, das vorübergehende Leben im Notquartier, die Erkrankung des Alleinverdieners – das alles hat die Schapers sehr mitgenommen. „Was uns aufbaut und Mut macht, ist die große Hilfsbereitschaft der Menschen“, sagt Manuela Schaper. „Ich hätte niemals gedacht, dass uns völlig Fremde helfen, wieder auf die Beine zu kommen.“ Möbel wurden gespendet, aber auch Geld. Die heimische Hilfsorganisation Interhelp, der Rotary und der Lions Club Hameln stehen den Schapers zur Seite.

Seit 14 Tagen hat die Familie wieder eine eigene Wohnung. Die Kinder teilen sich ein Zimmer – sie haben neue Betten und Schreibtische bekommen, fühlen sich wohl. Die übrigen Räume wurden mit gebrauchten Möbeln ausgestattet. „Wir haben zum Beispiel Sofas und einen schönen Esstisch mit sechs Stühlen, aber auch ein Fernsehgerät geschenkt bekommen“, erzählt die Hamelnerin. „Wir sind den Menschen, die uns ihre Hände reichen, ja so dankbar.“

Jetzt muss nur noch Familienvater Karl-Jürgen Schaper wieder gesund werden. „Das ist unser größter Wunsch“, sagt Manuela Schaper – und wischt sich Tränen von den Wangen.

Wer helfen möchte, kann Geld auf das Interhelp-Sonderkonto überweisen: Stadtsparkasse (IBAN: DE 97 2545 0001 0000 0332 33, BIC: NOLADE 21 HMS), Stichwort: Feuer.



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