weather-image
Isabella Gifhorn – Hamelns neue Frau für Stadtentwicklung

„Wir müssen uns erst noch kennenlernen“

Hameln. Ein sichtbares Zeichen hat Isabella Gifhorn, die neue Fachbereichsleiterin der Abteilung Planen und Bauen in der Stadtverwaltung, während ihrer Zeit als Architektin in Hannover gesetzt: Das Torhaus am Aegi wurde während ihrer fünfjährigen Tätigkeit in hannoverschen Architekturbüros von ihr mitgeplant und mitgebaut.

veröffentlicht am 29.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 17:41 Uhr

270_008_7709712_DSC_0525.jpg

Autor:

Wolfhard F. Truchseß
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Dass Isabella Gifhorn das reine Geschäft der Bauplanung aufgegeben hat, begründet die 1976 in Malapine in Polen geborene und 1988 im Alter von zwölf Jahren nach Hannover übergesiedelte Mutter zweier Kinder mit ihrem während der Zeit in Hannover gewachsenen Interesse an Projektsteuerung und Projektmanagement. „Die Grundlagen dafür hatten wir während des Studiums nicht erhalten; ich musste mich fortbilden“, erläutert sie ihre berufliche Laufbahn. Eine Bewerbung für ein Hochbaureferendariat beim Land Niedersachsen war erfolgreich – Gifhorn absolvierte eine zweijährige Ausbildung für eine Verwaltungslaufbahn für künftige Führungskräfte in den Bereichen Bauleitplanung und Bauaufsicht. Der Sprung in eine leitende Stelle gelang zwar nicht innerhalb der Landesverwaltung, aber Gifhorn wurde Fachdienstleiterin für Bauordnung, Denkmalschutz und Archäologie in Göttingen.

„Menschen zu führen, mit Menschen im Team zu arbeiten, das liegt mir“, schildert sie ihre Motivation, nicht allein am Reißbrett zu planen und zu zeichnen. In Göttingen habe sie ein Team von rund 20 Mitarbeitern zu führen gehabt. „Das hat viel Spaß gemacht, das war ein gutes Team.“ Allerdings sei die Tätigkeit sehr spezialisiert gewesen.

Hameln ist

für die Architektin ein Karrieresprung

Trotzdem habe es viele spannende Momente durch die Kombination mit Denkmalschutz und Archäologie gegeben, „wenn in der Innenstadt gebaut wurde und wieder einmal aus der Historie der alten Universitätsstadt ausgebuddelt wurde“.

270_008_7710991_hm302_Schulzentrum_Dana_2904.jpg
270_008_7710992_hm302_Kaserne_Dana_2904.jpg
270_008_7710982_hm302_Kaimauer_Dana_2904.jpg

Die neue Tätigkeit der Hamelner Fachbereichsleiterin ist für Isabella Gifhorn ein richtiger Karrieresprung. Statt ein Team von 20 Leuten zu leiten, hat sie jetzt rund 80 Mitarbeiter. Aus der Universitätsstadt Göttingen mit dem quirligen Studentenleben ins etwas beschaulichere Hameln zu wechseln, sei ihr nicht schwergefallen. „Mein Mann und ich kannten das Weserbergland und Hameln. Und meinen Job in Göttingen habe ich als ICE-Pendlerin von Hannover aus erledigt.“ Die beiden derzeit vier und neun Jahre alten Kinder werden von Montag bis Freitag von Omi und Opa versorgt, da auch der Ehemann einen Fulltime-Job als Referent bei der Messe AG hat – an einen Umzug nach Hameln ist also aus familiären Gründen nicht zu denken. Deshalb bekommt die 38-Jährige auch vom gesellschaftlichen Leben in Hameln nur sehr wenig mit, ist aber auf abendlichen Ortsratssitzungen regelmäßig präsent.

Gut hat der Architektin von Anfang an der Bürgergarten und das Leben dort im Grünen gefallen. Auch den Innenstadtbereich mit der renovierten Fußgängerzone findet sie „sehr schön und angenehm überschaubar“. Im Bahnhofsbereich allerdings könne sich Hameln besser präsentieren. Der Vorplatz mit seinem seitlich gelegenen Parkhaus sei eher „steril und lieblos“. Gifhorn: „So sollte eine Stadt ihre Besucher nicht begrüßen.“

Auch werde die Anbindung an die Weser zu wenig genutzt. Beste Noten erteilt sie dem Werder mit seinem „tollen Biergarten“ und seiner hohen Qualität als stadtnahes Angebot. Insgesamt habe Hameln mit seiner noch „sehr, sehr gut erhaltenen Innenstadt ein echtes Pfund zu bieten“.

Was Isabella Gifhorn in ihrem Büro im Augenblick besonders beschäftigt, ist das Schulzentrum Nord. „Da ich die Federführung für dieses Projekt habe, berührt es mich jeden Tag.“ Weil es für die bauliche Planung noch viele Fragezeichen gebe, bestehe für das Projekt noch Klärungsbedarf. Mit dem Rat werde die weitere Planung am 12. Mai in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Stadtentwicklung und die Schulen erörtert. Das Architekturbüro Venneberg + Partner in Hannover arbeite daran. Einen Termin für einen Baubeginn will Isabella Gifhorn nicht nennen. „Frühestens spät im Jahr 2016“, nennt sie vorsichtig einen denkbaren Zeithorizont. Und natürlich beschäftigt sich die Fachbereichsleiterin auch mit dem Thema Konversion der ehemaligen britischen Liegenschaften. Dass es in den vergangenen Monaten etwas stiller um die Bürgerbeteiligung an diesem Prozess war, begründet sie mit der Komplexität der Materie auch in der Abstimmung mit der Bima, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Ein Termin und der Ort für den zweiten großen Bürgerdialog stehen schon fest: Es werde für den 28. Mai wieder in die Aula des AEG eingeladen.

Über sich selbst und ihre Vorlieben spricht Isabella Gifhorn nur ungern. Immerhin lässt sie sich entlocken, dass sie gerne malt – vor allem abstrakt mit Acryl auf Leinwand. Die Zeiten in der S-Bahn nutzt sie zum Lesen und bevorzugt dabei Belletristik und Krimis skandinavischer Autoren.

Von ihrem Vorgänger Volker Mohr unterscheidet sie sich nicht nur, weil sie als Frau in einem eigentlich von Männern dominierten Bereich arbeitet. „Sie ist einfach anders“, merkt ihre Mitarbeiterin Carmen Rosslan an, „aber auf ihre Weise auch perfekt.“ Gifhorn selbst zeigt sich überrascht, „dass ich hier mit vielen Vorschusslorbeeren empfangen wurde. Dadurch entsteht ein hoher Erwartungsdruck und wir müssen uns erst noch kennenlernen“.

Isabella Gifhorn hat als neue Fachbereichsleiterin der Abteilung Planen und Bauen Projekte wie das Schulzentrum Nord und den Umbau der Linsingen-Kaserne im Blick. Am Weserufer sieht sie noch Potenzial.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt