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Oliver Meinecke über die Vermarktung der Hamelner Veranstaltungszentren und die neue Konkurrenz

„Wir halten uns auf einem guten Niveau“

Ein Höhepunkt in diesem Jahr in der Rattenfänger-Halle: Jethro Tull. Die „Großen“ nach Hameln zu holen ist allerdings grundsätzlich schwieriger geworden.

veröffentlicht am 20.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 01:41 Uhr

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Das „Alte Hallenbad“ ist neue Konkurrenz für das „Weserbergland-Zentrum“. Fotos: Dana

Hameln (wul). Nach harten Bandagen klingt es nicht gerade, was der Neue ankündigt: Er habe versprochen, „nicht so hart in den Wettbewerb zu gehen“, sagt Rainer Timpe zur neuen Marktaufteilung in Hamelns Kernstadt. Seit kurzem macht sein umgebautes „Altes Hallenbad“ an der Hafenstraße den bisherigen Platzhirschen „Rattenfänger-Halle“ und „Weserbergland-Zentrum“ als Veranstaltungszentren Konkurrenz. Trotzdem blickt Oliver Meinecke von der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) und dort zuständig für das Hallenmanagement ziemlich zufrieden zurück und optimistisch nach vorn.

Die Auswertung der Zahlen aus 2008 laufen derzeit, doch Meinecke fasst schon einmal zusammen, was Messen, Kongresse, Konzerte und Ausstellungen gebracht haben und für 2009 verheißen: „Wir haben keine großen Einbrüche gehabt und halten uns auf einem guten Niveau.“ Wird das Vorjahresergebnis gehalten, wovon Meinecke nach eigener Aussage ausgeht, bewegen sich die Netto-Umsätze aus Vermietung und Gastronomie sowohl für die Rattenfänger-Halle als auch für das Weserbergland-Zentrum bei etwa 150 000 Euro – was ihn selbst wundere, wie Meinecke angesichts der Wirtschaftskrise anmerkt. Auch der November sei „schon voll“, spricht der Hallenmanager von guten Aussichten.

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Sport statt Kultur – Problem und Lösung

Die Veränderungen, die sich in seinem Geschäft ausmachen lassen und die Hamelner Fans großer Stars vielleicht wehmütig betrachten, analysiert Meinecke distanziert gelassen. Früher, Mitte der 90er Jahre, habe Hameln im Konzertbereich „auch alle Großen“ gehabt. Grönemeyer, Westernhagen – „es waren alle da“. Doch heute sei es eben so, dass die Events nicht mehr zu den Leuten kommen, sondern, umgekehrt, die Leute zu den Events fahren. Hamelns Einzugsgebiet und das Fassungsvermögen der Rattenfänger-Halle seien für die Großen einfach zu klein. „Wir haben Udo Jürgens angefragt, aber den kriegen wir nicht, weil die Produktion gar nicht in die Halle passt“, so Meinecke. Monika Jüstinghaus von der Agentur Stratmann in Bielefeld bestätigt, dass viele Künstler „ab 2000 aufwärts“ denken. Wenn dann schon die Bühne wie bei Udo Jürgens, raumfüllend ist, finden eben nicht mehr ausreichend Besucher Platz.

Ein Problem in Hameln, so Jüstinghaus: dass die Halle nur am Wochenende bespielbar ist, weil sie sonst vom Schulsport belegt wird. Gerade an den Wochenenden gingen Künstler aber lieber „in die Media-Städte wie Köln“. In Meineckes Augen hingegen stellt sich die begrenzte Buchbarkeit weniger als Problem denn als Lösung dar. Durch die Kombination Sport- und Event-Halle habe man eine optimale Auslastung. Er formuliert die Prioritäten zur Nutzung so: „Unsere Turnhalle wirft noch Geld ab.“

„Ein Hotel hätte uns mehr geholfen“

Dennoch: Zuschussbetriebe blieben sowohl die Rattenfänger-Halle als auch das Weserbergland-Zentrum, auch wenn in der Vergangenheit an den Kostenschrauben gedreht worden sei. Um etwa 45 000 Euro seien allein die Reinigungskosten für die HMT gesunken, unter anderem, weil mittlerweile Veranstalter für verursachten Dreck und anschließende Reinigung vertraglich stärker zur Verantwortung gezogen würden. Weitere Einsparpotenziale sieht Meinecke bei den Energiekosten der 20 Jahre alten Rattenfänger-Halle und dem zehn Jahre alten Weserbergland-Zentrum.

Die ungewohnte Präsenz des alten Bekannten aber neuen Konkurrenten Rainer Timpe bringen Meinecke offenbar nicht aus der Ruhe, Beobachten scheint die Devise. Timpe ist Veranstalter der Soltec und Hamelner Bautage und somit bislang Vertragspartner der HMT. Beide Messen sollen laut Timpe auch bleiben, wo sie sind; im alten Hallenbad wolle er „eine sinnige Ergänzung zum Bestehenden bieten“. „Wir reißen uns um nichts“, gibt sich der Geschäftsmann zurückhaltend. Zwei, drei kleinere Messen seien bislang geplant, dazu Multimedia-Vorträge – „was wir hier vermarkten können“, werde in den kommenden Monaten geprüft, ein Hallenmanager kümmere sich darum. Das Ergebnis wartet auch Oliver Meinecke ab, bevor er die Situation bewertet. Allerdings, räumt er lächelnd ein: „Ein Hotel mit 100 Zimmern an der Stelle hätte uns mehr geholfen.“ Schon häufiger seien Tagungen gescheitert, darunter eine Anfrage beispielsweise von Mercedes, weil nicht alle Teilnehmer in einem Hotel hätten untergebracht werden können.



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