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SPD möchte Jugendmusikschule nach ihrem Gründer Wilhelm Homeyer benennen

„Wir für Willi“ – und Willi für Hameln

Hameln. Einer der besonders verdienten Mitbürger wäre in diesen Tagen 100 Jahre alt geworden – Wilhelm Homeyer, „Vater“ der Jugendmusikschule Hameln. Er wirkte als Musikpädagoge an der Wilhelm-Raabe-Realschule und an der VHS. Neben seinem Unterricht, in dem er viele Generationen für die Musik begeisterte, wurden Schülerinnen und Schüler zu Leistungen geführt, die an Realschulen einen großen Seltenheitswert haben. In zwei unterschiedlichen Jahrgängen wurde das Singspiel „Bastian und Bastienne“ von Mozart mit großem Erfolg einstudiert und aufgeführt. Auch zwei zeitgenössische Schulopern, „Der Igel als Bräutigam“ und „Die Wunderuhr“ standen auf dem Programm. Der Schulchor leistete auch an anderer Stelle Erstaunliches, so bei der Uraufführung der Kantate „Ans Werk“, die Homeyer nach Worten von Wilhelm Raabe vertont hatte.

veröffentlicht am 19.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 10:41 Uhr

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Auch die Arbeit an der VHS war offensichtlich erfolgreich. Noch heute trifft man Kursteilnehmer der „Freude an guter Musik“, die begeistert davon berichten, dass sie dort zu echten Musikliebhabern geworden waren.

1952 gründete Homeyer den „Hamelner Jugendsingkreis“, der anfänglich vornehmlich aus Mitgliedern des Schulchors der Raabe-Schule bestand. Als die „Jugend“ dann nicht mehr recht sichtbar war, wurde der Chor zum „Hamelner Singkreis“. Einen Schwerpunkt bildete die Erarbeitung von Volksliedern aus aller Welt. Sie wurden über die Jahre hin mit Unterstützung eines eigens gegründeten Spielkreises in etwa 50 „Offenen Singstunden“ gesungen und gespielt. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten geistliche Werke. Homeyer legte großen Wert darauf, neben alten Meistern auch zeitgenössische Kompositionen zu Gehör zu bringen. Erweitert wurde das Repertoire durch weltliche Kantaten, und noch heute können die damaligen Chormitglieder ihre Stimmen aus Orffs „Carmina burana“ auswendig singen.

Die Aktivitäten Homeyers im Bereich der Chormusik waren vielfältig: Er gründete und leitete den „Ostpreußenchor Hameln“ und die „Landessing- und Spielschar der Deutschen Jugend des Ostens“, wirkte zeitweise als Dirigent des Männerchores „Liedertafel“ und wurde beim „Singkreis“ sogar zum Nachfolger seines Nachfolgers. Seinen instrumentalen Beitrag leistete er als Organist der evangelisch-reformierten Kirche und auf Friedhöfen, wo er nach eigenen Worten „so manchen Hamelner unter die Erde georgelt“ hat. Homeyer war überzeugt von der menschenverbindenden Kraft der Musik. Die erste Auslandsfahrt führte 1955 in die Schweiz – in einer Zeit, als Deutschland noch schwer gekennzeichnet war von den Folgen des Zweiten Weltkrieges. Vor allem aber ist Homeyer die Gründung der Jugendmusikschule und der Jugendmalschule zu verdanken. Er gehörte zu denjenigen, die mit großem Nachdruck die Meinung vertraten, dass eine Stadt wie Hameln unbedingt eine Jugendmusikschule und eine Jugendmalschule brauchte. Zur Unterstützung der Jugendmusikschule legte er nach dem Tode seiner Frau Jakobine den Grundstein der Stiftung „Jakobinen-Groschen“. Eine Aufstockung wird es im nächsten Jahr geben durch ein Benefizkonzert am 16. Februar um 18 Uhr im Theater. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen.

Zeit seines Lebens hat Homeyer auch komponiert. Das früheste erhaltene Werk, ein Requiem, stammt aus dem Jahre 1936. Unter den Kompositionen befinden sich volkstümliche Sätze für Chöre, Blechbläser und Orchester, Kantaten für Chor und Instrumente und Sololieder für Sopran und Klavier. Alle Manuskripte und auch Reinschriften werden im Archiv der Stadt aufbewahrt.

Aus Anlass des 100. Geburtstages wurde in diesem Jahr in Hameln die Aktion „Wir für Willi“ gegründet, die es sich zum Ziel gemacht hat, Geld zu sammeln für die Veröffentlichung von Homeyers Kompositionen. 13 Hefte sind bereits jetzt – zur „Halbzeit“ – erschienen. Auch die heimische SPD möchte den Mann der Noten besonders ehren: Sie hat beantragt, als Dank und Anerkennung die JMS auf den Namen „Wilhelm Homeyer Jugendmusikschule Hameln“ zu taufen.

Von Christa Koch



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