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Umwelttag in Hameln: Minister Wenzel sieht Hurrican Irma als Indiz für Klimawandel

„Wir alle wissen, was uns blüht“

HAMELN.„Global denken und lokal handeln.“ Das sei das Gebot der Stunde, betonte der Niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel beim Tag der Umwelt im Hamelner Bürgergarten vor Mitgliedern des Bundestages, des Landtages, Regionalpolitikern sowie zahlreichen Besuchern.

veröffentlicht am 10.09.2017 um 19:19 Uhr

Am Stand des BUND konnte man seinen Wahlfavoriten für den Bundestag erwürfeln und gleichzeitig etwas über dessen Haltung zu Umweltschutzthemen erfahren. Foto: yt
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Carlhermann Schmitt Reporter
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Den derzeitig tobenden Hurrican nahm er als Warnung für jeden, nicht mehr die Augen zu verschließen vor den Folgen des Klimawandels: „Wir alle wissen, was uns blüht, wenn wir nicht endlich etwas tun.“ Die einzige Frage sei nicht mehr, ob, sondern nur noch, wie schnell gehandelt werden müsse, um das Schlimmste zu verhindern. „Und das wird alle Lebensbereiche betreffen: Strom und Energie, Mobilität und Infrastruktur, Gewerbe und Wohnung.“ Wenzel zeigte sich überzeugt, dass die große Herausforderung, vor der die Menschheit steht, bewältigt werden könne, wenn man einen umfassenden Konsens über den Weg finde, der allgemein akzeptiert werden könne. Die Akzeptanz entstehe indessen bei jedem einzelnen, der sich einbringe oder verweigere. „Deshalb beginnt der Weg vor Ort in den Kommunen. Und so ist es gerade dem Bürger, der sich für den Umweltschutz eingesetzt hat und einsetzt, jedem, der sich hier engagiert hat, zu verdanken, dass wir überhaupt schon auf dem richtigen Weg sind.“

Dagegen sah er die deutsche und europäische Automobilindustrie als Ewiggestrige an, die sich den Umweltschutz schöngeredet und schöngelogen haben. „Das rächt sich jetzt und wenn nicht ein schnelles Umdenken stattfindet, werden andere Automobilnationen den Zukunftsmarkt beherrschen.“ Seine Forderung: „Das ökologischste Auto muss aus Deutschland, aus Niedersachsen kommen.“

Der Hamelner Oberbürgermeister Claudio Griese erinnerte an Zeiten, als Umweltaktivisten noch als Ideologen belächelt wurden. „Mit unseren Umwelttagen, mit dem Hamelner Umweltpreis wollen wir die Problematik in den Mittelpunkt aller Entscheidungsfindungen rücken. Ein Schritt war die Senkung des Preises für den Öffentlichen Nahverkehr.“ Den Bogen zwischen Land, Bund und Kommune schlug Landrat Tjark Bartels, in dem er von der großen Politik konkrete Ziele einforderte, die Errichtung der gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür und auch eine angemessene Förderkulisse. „Dann können wir vor Ort kreativ Konzepte entwickeln und umsetzen.“

Minister Wenzel zeigt sich überzeugt, dass die Menschen die ökologische Wende schaffen, wenn sie sofort handeln. Foto: yt
  • Minister Wenzel zeigt sich überzeugt, dass die Menschen die ökologische Wende schaffen, wenn sie sofort handeln. Foto: yt

Um die Kreativität vor Ort auch angemessen zu würdigen, wurde der Hamelner Umweltpreis 2017 überreicht: Auf Platz drei kam die Verkehrswacht der Stadt Hameln, die für die Mofaausbildung auf die stinkenden Zweitakter verzichtet und dafür zwei batteriegetriebene Gefährte angeschafft hat. Platz zwei ging an das Schiller-Gymnasium, das den Schiller-Cup eingeführt hat. Mit diesem wiederverwendbaren Becher soll der Papp-Kaffeebecher überflüssig werden. Der erste Preis ging an die Pfadfinder VCP Stamm Kreuzfähnlein, dafür, dass sie ihren Garten so angelegt haben, dass er als Wohnraum für möglichst viele Tiere dient. An mehr als 20 Ständen konnten sich die Politiker nach der Eröffnung über eine Vielzahl von ökologischen Aktivitäten von Institutionen und Firmen informieren. Für sie und die Besucher gab es viele Werbegeschenke, besonders beliebt waren dabei ausgerechnet Plastikkugelschreiber. Den Tag über gab es ein buntes Programm auf der Bühne. Viel Beifall erhielt dabei unter anderem die Kindertanzgruppe Viktoria Protsenko.

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