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Landgericht überzeugt: Hamelner wollte seine Frau ermorden lassen

Windige Belastungszeugen – aber es reichte für eine Haftstrafe

Hameln/Hannover (hpw). Oberstaatsanwältin Barbara Dietzel-Gropp hatte drei Jahre und sechs Monate Haft wegen versuchter Anstiftung zum Mord gefordert – und obwohl sie einräumte, dass die Aussagen der drei Belastungszeugen widersprüchlich gewesen seien, folgte das Landgericht Hannover dem Plädoyer der Anklage. Die 13. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Wolfgang Rosenbusch schickte gestern den 43-jährigen Christoph K. aus Hameln hinter Gitter, weil er vor knapp elf Jahren seine Ehefrau habe töten lassen wollen.

veröffentlicht am 02.02.2009 um 22:54 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 13:41 Uhr

Ein Justizmitarbeiter löst die Handschellen des Angeklagten.
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Dietzel-Gropp sagte, was der Pferdehändler Alfred M. (55) aus Bodenwerder, der den Killer besorgen sollte, vor Gericht erzählt habe, sei nicht dazu angetan, den Angeklagten zu belasten. Dennoch habe sich der Anklagevorwurf bestätigt: „Da waren zwei Ehemänner, die ihre Frauen umbringen lassen wollten.“ K.s Freund Michael S. aus Emmerthal und dessen Geliebter Jacqueline R. (38) aus Salzhemmendorf sind in einem separaten Prozess bereits wegen des Vorwurfs, sie hätten die Frau von S. umbringen lassen wollen, zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Alfred M. (55) kassierte zwar gemeinsam mit seinem Kumpel „Igor“ viel Geld und ein Auto als Honorar – die beiden Morde, so sagt der reichlich Vorbestrafte, habe er aber niemals ausführen lassen wollen. „Ich dachte mir, nimm das Geld – und fertig.“

Die Verteidiger hatten versucht, die Behauptung eines Mordauftrags durch K. zu widerlegen. Es gebe, so Rechtsanwalt Andreas Hüttl, nur höchst fragwürdige Zeugenaussagen, aber keinerlei objektive Beweismittel, nicht einmal ein überzeugendes Motiv. Angeblich hätte der Angeklagte seine Frau umbringen lassen wollen, um sich auf so brutale Weise der Unterhaltspflichten zu entledigen. Das habe aber nicht einmal die als Opfer vorgesehene Ehefrau im Prozess bestätigt. Hüttl argumentierte zudem, das Verbrechen habe angeblich am 4. März 1998 stattfinden sollen – zu diesem Zeitpunkt habe sich die Frau aber in einer Kur befunden. „Wo hätte der angebliche Killer sein Opfer der finden sollen?“, fragte der Verteidiger. Dies sei nur eine von vielen Ungereimtheiten in den Aussagen der Belastungszeugen. Nach dem Urteil kündigten die Verteidiger deshalb an, in die Revision zu gehen.



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