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Verbesserungsvorschläge umstritten

Wilhelmsplatz: Großparkplatz und Hundeklo?

HAMELN. Für viele Hamelner ist der Wilhelmsplatz ein Schatz im Stadtbild. Umso überraschender die Worte von Michaela Klank: „Der Platz ist nicht besonders schön“, meinte die Leiterin der städtischen Abteilung Stadtentwicklung und Planung – fügte aber noch hinzu: „aus Stadtplanersicht“.

veröffentlicht am 11.11.2018 um 15:38 Uhr
aktualisiert am 12.11.2018 um 10:00 Uhr

Beim Blick auf den Wilhelmsplatz aus der Vogelperspektive zeigt sich, dass seine Struktur an das Mühleisen aus dem Hamelnera Stadtwappen erinnert. Einem Anwohner zufolge ist das kein Zufall. Foto: wfx
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Die Stadtverwaltung hatte die Anwohner ins Viktoria-Luise-Gymnasium eingeladen, um ihnen ihre Pläne für eine Umgestaltung des Platzes vorzustellen und sie zu beteiligen.

Der Wilhelmsplatz stelle sich aus besagter Stadtplanersicht als „Hundeklo und Großparkplatz“ dar, begründete Klank, Äußerungen von Anwohnern aufgreifend, ihre Aussage. Nicht minder überraschend, regte sich dagegen kaum Widerspruch. Denn die größte Sorge, welche die meisten der gut 60 Anwohner, die der Einladung der Stadt gefolgt waren, umzutreiben scheint, ist die beschwerliche Suche nach einem Parkplatz vor der eigenen Haustür.

Tatsächlich ist die Parkplatzsituation durchaus Teil der geplanten Umgestaltung des Wilhelmsplatzes und soll verbessert werden. Zwar soll die Anzahl der Parkplätze von derzeit 41 auf 35 reduziert werden. Allerdings sollen die meisten dieser Parkplätze dann nur noch den Anwohnern zur Verfügung stehen, das sogenannte Anwohnerparken solle in diesem Zuge auf das gesamte Stadtquartier ausgedehnt werden. Angedacht sind in je einem Teil des kopfsteingepflasterten sowie in dem parallel dazu verlaufenden Straßenarm quer zum Straßenverlauf angelegte Parkplätze. Anwohner äußerten aber Bedenken in Bezug auf die Sicherheit beim Ein- und Ausparken. Abgesehen von der Parkmöglichkeit und dem Anliegerverkehr soll der Straßenverkehr in der Kopfsteinpflasterstraße sogar komplett aufgehoben und das Mittelstück über der Hamel aufgepflastert werden – Maßnahmen, die zur Verkehrsberuhigung beitragen und das Wohnumfeld verbessern sollen. Installiert werden sollen am Wilhelmsplatz auch anmietbare Fahrradboxen, was mehrere Anwohner mit Skepsis zur Kenntnis nahmen. Die Stadtverwaltung lenkte ein und kündigte an, zunächst den Bedarf ermitteln zu wollen – im Übrigen auch für die Parkplätze.

Früher regelten Schülerlotsen den Verkehr am Wilhelmsplatz. Heute wären viele Anwohner schon froh, wenn es einen Zebrastreifen für die Schüler des Vikilu-Gymnasiums geben würde. Foto: Archiv
  • Früher regelten Schülerlotsen den Verkehr am Wilhelmsplatz. Heute wären viele Anwohner schon froh, wenn es einen Zebrastreifen für die Schüler des Vikilu-Gymnasiums geben würde. Foto: Archiv

Einzelne Anwohner beschäftigte weniger die Parkplatzfrage, sondern der Wilhelmsplatz an sich. So merkte ein älterer Herr an, dass die Gestaltung des Wilhelmsplatzes in der Gründerzeit kein Zufall gewesen sei, sondern sich an dem Hamelner Stadtwappen orientiert habe. „Der Wilhelmsplatz spiegelt das Mühleisen aus dem Wappen wider“, sagte er. Dies gelte es zu erhalten. Erleichterung bei der Frage nach dem Quick-Imbiss. „Der bleibt“, so Klank.

Eine Anwohnerin zeigte sich über die viel Raum einnehmende Parkplatzdiskussion an diesem Abend erstaunt und versuchte, den Fokus auf den „Charme des Platzes“ und die daran gekoppelte „Lebensqualität“ zu lenken, die zu erhalten sei – deshalb auch unbedingt das Kopfsteinpflaster. Die Stadt hat nämlich vor, dass Kopfsteinpflaster zu entfernen. Aber vielleicht, stellte Michaela Klank zumindest in Aussicht, könne es an anderer Stelle auf dem Platz teilweise wieder angelegt werden.

„Weniger ist mehr“, appellierte ein weiterer Anwohner, der sich um den Charme des Platzes sorgt. Er verwies auf Italien, deren Plätze durch viel freie Fläche bestechen. „Die Italiener können Plätze“, sagte er.

Die Hamelner Stadtentwickler wollen den Platz aufwerten, wie sie sagen. Neben der Verkehrsberuhigung und einer besseren Parkplatzsituation will die Stadt dafür auch den Mittelbereich verändern. „Grünflächen zum Aufhalten statt einfach nur Bodendecker“, sagte Klank und ergänzte diese Idee um Spielgeräte, die Anwohner in Ermangelung eines nahe gelegenen Spielplatz wünschen.

Die Planungen sollen 2019 in die nächste Stufe gehen, danach soll eine weitere Anwohnerbeteiligung erfolgen. Mit einer Umsetzung der Pläne sei erst 2020/21 zu rechnen.

Mein Standpunkt
Philipp Killmann
Von Philipp Killmann

Bei der Planung für den Wilhelmsplatz ist Fingerspitzengefühl gefragt. Die Asphaltierung des Münsterkirchhofes ist unvergessen. Der Charme des Wilhelmsplatzes ist in Hameln einmalig. Der darf einer Sanierung nicht zum Opfer fallen.



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