weather-image
12°
Ende eines Verbots

Wildtiere in Zirkussen: Rat soll alte Entscheidung aufheben

HAMELN. Keine Wildtiere in Zirkussen! Vor 14 Monaten hatte der (damalige) Rat der Stadt Hameln einstimmig auf Antrag der Fraktion CDU/Grüne ein entsprechendes Verbot erlassen, nach dem Zirkusse mit Wildtieren nicht länger auf kommunalen Flächen auftreten dürfen. Gründe dafür gab es genug, und Hameln befand sich mit über 20 Städten in guter Gesellschaft. Jetzt soll der (neue) Rat den Beschluss wieder aufheben.

veröffentlicht am 08.08.2017 um 18:04 Uhr

Die Stadt Hameln wollte es Zirkussen mit Wildtieren nicht erlauben, in der Stadt zu gastieren, ist aber vor Gericht gescheitert. Foto: Dana
Birte Hansen

Autor

Birte Hansen Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Hintergrund für die Kehrtwende ist die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hannover aus dem Januar, in der der Zirkus Charles Knie Recht bekam (Az.: 1B 7215/16): Er hatte aufgrund des Wildtierverbots gegen die Stadt Hameln geklagt, mit Erfolg aus seiner Sicht. Das Gastspiel, mit Wildtieren, fand im April dieses Jahres auf dem Tönebönplatz statt.

Zwar hatte die Stadt Hameln beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg Beschwerde gegen die Hannoveraner Entscheidung eingelegt – die aber war abgelehnt worden. Begründung: Mit dem kommunalen „Wildtierverbot“ solle für kommunale Flächen verboten werden, was nach bundesrechtlichen Regelungen des Tierschutzgesetzes erlaubt sei. Darüber hinaus greift das Wildtierverbot unzulässig in die Freiheit der Berufsausübung von Zirkusunternehmen ein, so das Oberverwaltungsgericht. Die Stadt kostete der Prozess insgesamt 1600 Euro.

Laut Stadtverwaltung liegen keine weiteren Anträge von Zirkussen mit Wildtieren vor, die in Hameln ein Gastspiel geben möchten. Für nächstes Jahr ist das auf dem Tönebönplatz ohnehin ausgeschlossen, da der Bereich für Baugeräte und -material in Beschlag genommen wird. „Für 2018 ist der Platz komplett geblockt“, erklärt die Stadtverwaltung; das Freiluftlager wird für Arbeiten an der Kuhlmannstraße benötigt. Damit soll im März begonnen werden. Außer dem Tönebönplatz gibt es keine weiteren geeigneten städtischen Flächen, die Zirkussen zur Verfügung gestellt werden könnten, heißt es.


Info: Am Dienstag, 29. August, befasst sich der Ausschuss für Recht und Sicherheit mit der Vorlage.

Mein Standpunkt
Birte Hansen
Von Birte Hansen

Solange der Bundesgesetzgeber Wildtiere in Zirkussen erlaubt, können Städte eine kritische Meinung dazu haben, aber keinen Alleingang mit Hinweis auf ethische und moralische Bedenken unternehmen. Die Hoffnung ruht auf den Zirkussen selbst – auf dass sie ihre Profile ändern.

Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare