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Verbotsschild an der Promenade

Wieso das Entenfüttern an der Weser verboten ist

HAMELN. Entenfüttern an der Weser? Kein seltenes Bild an der Promenade am Stockhof. Was die wenigsten wissen: Es ist verboten. Darauf weist ein (leicht verborgenes) Schild hin. Die Redaktion hat nachgefragt, wieso es demnach verboten ist, Enten und Tauben zu füttern, und ob das Verbot auch für Möwen und Schwäne gilt.

veröffentlicht am 24.01.2017 um 18:03 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 18:39 Uhr

Kein seltenes Bild: Leute, die an der Weserpromenade die Enten füttern. Das ist nicht erlaubt und somit ein Verstoß gegen die Gefahrenabwehrverordnung der Stadt. Foto: wal
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Es ist etwas verbogen, das Schild an der Weserpromenade am Stockhof. Womöglich ist nicht jeder mit dem Verbot, Enten und Tauben zu füttern, wie auf dem Schild zu lesen ist, einverstanden. Und daran gehalten wird sich offensichtlich auch nicht. Gerade wirft eine ältere Dame Brot auf die Kaimauer, um die Vögel am Wasser zu füttern. Im Nu steht sie in einer Traube von Enten, Tauben und Möwen. Möwen? Die zu füttern, ist laut Schild ja auch nicht verboten – oder?

Doch, teilt Janine Herrmann von der Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Auch Möwen dürfen nicht gefüttert werden. Schwäne ebenso wenig. Überhaupt dürfen frei lebende Tiere nicht gefüttert werden. Weder am Stockhof noch sonst wo im Hamelner Stadtgebiet. Gilt das etwa auch für das Füttern von Vögeln im heimischen Garten? „Nein, dort ist es nicht verboten, sondern sogar gewollt“, sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes. Auch wenn diesbezüglich die Meinungen unter Tierschützern auseinandergingen. „Das Tierfütterungsverbot gilt nur für den öffentlichen Raum.“

Das Verbot ist in der sogenannten „Verordnung zur allgemeinen Gefahrenabwehr in der Stadt Hameln“ verankert. Dort heißt es unter Paragraf 9: Auf allen öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen, Anlagen, Fußgängerzonen und Unterführungen „ist das Füttern von Tieren, insbesondere Tauben und Enten, und das Bereitstellen von Futter verboten“.

Und welche Gefahr soll mit dem Tierfütterungsverbot abgewehrt werden? „Ratten“, antwortet Herrmann. Denn nicht nur die Vögel hätten was von dem zusätzlichen Futter, sondern eben auch Ratten. Die würden sich dadurch übermäßig vermehren. Und ihre Gefahr bestehe darin, dass sie Krankheiten übertragen, so Herrmann. Der Anlass für das Verbotsschild, das im Frühjahr letzten Jahres von der Stadt angebracht worden ist, war jedoch ein anderer. „Die Promenade dort war durch die Vögel stark verkotet“, sagt Wahmes. Das sehe nicht gut aus, und die Reinigung sei aufwendig und koste Geld. Mit dem Verbotsschild wolle man dem Einhalt bieten. Weniger Futter bedeutete weniger Tiere, was wiederum zu weniger Kot an der Promenade führe. Inwieweit das Schild Wirkung zeigt, sei schwer messbar, weil dazu der Bereich regelmäßig abgegangen werden müsste. Zumal ein heftiger Regenschauer auch viel Dreck wegspüle.

Wer gegen die Gefahrenverordnung verstößt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 5000 Euro rechnen. Dabei handele es sich allerdings um einen Maximalbetrag, so Wahmes. Bei einem Verstoß gegen das Tierfütterungsverbot sei in der Praxis zunächst mit einer Ermahnung durch einen Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes zu rechnen, wenn der denn Zeuge der Fütterung werde.

Tatsächlich ist jedoch in schöner Regelmäßigkeit Jung und Alt beim Entenfüttern zu sehen. Verbot hin oder her. Das könnte aber auch daran liegen, dass das Schild an einer zur Weser gewandten Mauer angebracht ist. Der geneigte Gönner der Vögel hat das Schild beim Entenfüttern also im Rücken und nimmt es womöglich gar nicht wahr.



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