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Autohaus Sörensen trennt sich von Mercedes

Wieder eine Werksvertretung weniger in Hameln

HAMELN. Und wieder eine Werksvertretung weniger in Hameln: Die Sörensen GmbH, bisher die offizielle Werksvertretung von Mercedes-Benz, hat ihre Geschäftsverbindung zu dem Stuttgarter Autohersteller zum Jahresende aufgegeben und firmiert seit dem 1. Januar als „mehrmarkenwelt“.

veröffentlicht am 10.01.2018 um 16:37 Uhr

Die ehemalige Mercedes-Werksvertretung an der Wehrberger Straße firmiert jetzt als „mehrmarkenwelt“ und bietet auch Neuwagen und den Service für andere Marken an. Zwischen den beiden Automodellen stehen Ralf Sörensen und seine Tochter Jenny. Foto: wf
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Im Klartext: Bei Sörensen werden in Zukunft zwar auch noch die Fahrzeuge mit dem Stern verkauft, aber ebenso Neuwagen anderer Hersteller, wie Ralf Sörensen, der geschäftsführende Gesellschafter der GmbH, im Gespräch mit der Dewezet bestätigte.

Schon im Dezember hatten die Mercedes-Kunden ein Schreiben das Autohauses erhalten, in dem sie über „die anstehenden Veränderungen in unserem Haus“ informiert wurden. Darin heißt es: „Um unser Unternehmen für die Zukunft zu rüsten, haben wir uns entschieden, Ihnen ab Januar 2018 unsere Serviceleistungen ohne vertragliche Bindung an einen Hersteller anzubieten.“ Die Begründung des Unternehmers: „Wir sehen diesen Schritt als notwendig an, um Ihnen als Kunde mehr Service zu attraktiveren Konditionen bieten zu können.“ Man wolle lieber in die Kunden und Mitarbeiter investieren, als in vom Hersteller geforderte Standards.

Als Beispiel nennt Ralf Sörensen den aufwendigen Prozess der Auftragsannahme. „Nach Mercedes-Standard dauert das allein 45 Minuten. In Zukunft wird das einschließlich Teilebestellung nur noch zehn Minuten dauern. Schon allein das wird den Preis für eine Reparatur oder Inspektion deutlich senken.“

Die Reaktion der Kunden auf das Schreiben sei positiv gewesen, betonen Sörensen und seine Tochter Jenny, die nach ihrem Studium der Betriebswirtschaft und einer Ausbildung zur Verkaufsleiterin bei Mercedes mit in der GmbH arbeitet. Bislang habe es keinerlei Absagen gegeben, berichten Vater und Tochter. „Im Gegenteil – viele Kunden haben erklärt, dass sie dann jetzt auch ihre Fahrzeuge anderer Marken hier warten lassen können.“ Sörensen und seine Tochter versprechen sich davon neues Wachstum. „Denn mit der alleinigen Konzentration auf Mercedes-Benz hatten wir keine Wachstumschancen mehr. Unser Umfeld ist begrenzt, die Autos werden immer zuverlässiger und die Werkstattarbeiten nehmen ab“, begründet er die Marktanalyse. Und Mercedes habe schon im Vorfeld seiner Überlegungen signalisiert, dass Betriebe dieser Größenordnung als nicht mehr zukunftsfähig angesehen würden. Da sei es nur logisch gewesen wieder ein richtiger Unternehmer zu sein und nicht mehr nur eine Art Franchise-Nehmer, der selbst kaum etwas zu entscheiden habe.

Dass die Sörensen GmbH mit der Änderung ihres Geschäftskonzepts sich jetzt auf das Niveau freier Schrauber-Werkstätten begibt, stört Ralf Sörensen überhaupt nicht. „Wir bieten entsprechend der Gruppenfreistellungsverordnung der EU alle Serviceleistungen nach Herstellervorgabe an. Deshalb verliert auch kein Autobesitzer die Werksgarantie, wenn er sein Auto bei uns in die Werkstatt schickt.“ Einziger Unterschied: „Wenn Garantieleistungen zu erbringen sind, bringen wir das Fahrzeug in eine Werkstatt mit vertraglicher Markenbindung.“ Ansonsten sei das Autohaus dank seiner Kooperation mit dem Bosch Car Service in der Lage mit seinen rund 50 Mitarbeitern sämtliche Diagnose- und Wartungsarbeiten für alle Marken entsprechend den Herstellervorgaben durchzuführen und nach einer Inspektion auch eine einjährige Mobilitätsgarantie abzugeben. „Das können andere freie Schrauber nicht“, ist Sörensen sich sicher.

Schwerpunkt sei aber auch in Zukunft der Verkauf des Stuttgarter Werks. So dominieren im Ausstellungsraum an der Wehrberger Straße auch noch die Fahrzeuge mit dem Stern. „Aber in dieser Woche haben wir bereits etliche Neuwagen anderer Marken verkauft. Das läuft gut“, betont Jenny Sörensen. Mit dem „Mehrmarkenkonzept“ sinke offenbar die Schwellenangst der Kunden. Vor allem aber will Ralf Sörensen für die Zukunft einen neuen Schwerpunkt setzen: den Verkauf von Transportern. „Schauen Sie sich mal in Hameln um. Da finden Handwerker doch kaum ein Angebot“, will er festgestellt haben.

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