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AdU-Chef: Kompromiss Augenwischerei

Wie viele Förderer braucht die Wirtschaft?

Hameln (ni). Ulrich Meyer hat eine Vision: „Die Weserbergland AG als die zentrale Stelle, von der aus die Wirtschaftsförderung für die gesamte Region Weserbergland koordiniert wird.“ Aber der Vorsitzende des weserbergländischen Arbeitgeberverbandes AdU ist auch Realist und weiß um die Empfindlichkeiten der kommunalen Entscheidungsträger in dieser Frage: „Die wollen das nicht“. Wann immer der Hamelner Unternehmer das Thema aufs Tapet brachte – „immer gab es einen Aufschrei, weil jede Kommune befürchtet, von einer regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft nicht genug repräsentiert zu werden“. Wenn die Stadt Hameln jetzt darüber nachdenkt, wenigstens den „Back-Office“-Bereich der Wirtschaftsförderung, die Bearbeitung von Förderanträgen, mit dem Landkreis zusammenzuführen, dann könnte daraus in Meyers Augen zumindest „ein Schritt in die richtige Richtung“ werden.

veröffentlicht am 27.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 02:41 Uhr

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Nach dem Tod von Dietmar Wittkop wurde in der Mehrheitsgruppe aus CDU. Grünen und Unabhängigen darüber diskutiert, die plötzliche Vakanz für eine Zusammenführung der Wirtschaftsförderung mit dem Landkreis zu nutzen. Doch die Befürworter einer solchen Lösung konnten sich nicht durchsetzen. Am Ende folgte die Gruppe dem Antrag der SPD, die Stelle wieder zu besetzen. Und kündigte zugleich einen Prüfauftrag an die Verwaltung an. Sie soll ausloten, inwieweit die Bildung einer von Stadt und Kreis betriebenen „Serviceeinheit“ für die Bearbeitung von Förderanträgen möglich und sinnvoll ist. Bei diesem Modell behielten sowohl Stadt als auch Kreis ihren Wirtschaftsförderer, der die kommunale Flagge hochhält, während das Alltagsgeschäft in einer gemeinsamen Serviceeinheit erledigt wird. Ein Modell im Übrigen, das Insider für wenig praktikabel halten, weil dadurch zusammenhängende Arbeitsprozesse auseinandergerissen würden.

„Eigentlich ist das Augenwischerei“, sagt auch Meyer zu diesem Kompromiss. Denn „eigentlich brauchen wir eine Servicegesellschaft, die für alle Kommunen der Region arbeitet“. Die richtige Institution, bei der die Kompetenzen in Sachen Wirtschaftsförderung gebündelt werden sollten – von der Hilfe bei der Bearbeitung von Förderanträgen bis hin zu Vermarktung des Weserberglandes als große Wirtschaftsregion – sei für ihn die Weserbergland AG. Die Region „OWL“ mit ihrer zentralen Wirtschaftsförderung habe schon erreicht, was auch für das Weserbergland Ziel sein müsse: nämlich als gewichtige Wirtschaftsregion wahrgenommen zu werden, Bis dahin muss aber offenbar noch viel Kirchturmdenken überwunden werden. „Die Verantwortlichen in unseren Kommunen glauben immer noch, jeder braucht seinen eigenen Wirtschaftsförderer, der die Werbetrommel für sie rührt“, sagt Meyer. Und befürchtet: „Das wird man vermutlich auch nicht aus den Köpfen rauskriegen.“



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