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Übungen für hochsensible Menschen

Wie umgehen mit der ständigen Überreizung?

HAMELN. Ist „hochsensibel“ nur eine freundliche Umschreibung für einen neurotischen Charakter? Oder gibt es tatsächlich eine grundlegende Eigenschaft, die Menschen besonders empfänglich für Umweltreize macht? In der Praxis von Heilpraktikerin Andrea Herbst gibt es darauf Antworten - beim ersten Netzwerktreffen für hochsensible Menschen.

veröffentlicht am 19.01.2017 um 15:36 Uhr

Andrea Herbst (re.) vermittelt bei dem Netzwerktreffen praktische Übungen für Hypersensible. Foto: eaw
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Autor

Ernst August Wolf Reporter
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Das warme Licht der Bauerhofwohnung am Fuße des Dütberges steht in krassem Gegensatz zur Dunkelheit und dem klirrendem Frost draußen. „Das drückt heute wieder absolut auf die Stimmung“, klagt eine der Teilnehmerin am ersten Netzwerktreffen für hochsensible Menschen. Gut 30 vorwiegend weibliche Personen sind gekommen, um von der Initiatorin des Netzwerkes, der Heilpraktikerin Andrea Herbst, mehr über Hochsensibilität zu erfahren und einige praktische Übungen kennenzulernen.

Herbst hat sich mit ihrem „Zentrum HSP“ auf das Coaching von hochsensiblen Menschen spezialisiert. Zwischen 15 und 20 Prozent der Bevölkerung, so die Schätzungen, sind betroffen. Klarheit allerdings kann erst ein Test bringen. Den hat Thorsten F. aus Hameln bereits gemacht. „Da war vor allem immer das Gefühl, anders zu sein“, erzählt er. Seine hohe Empathiefähigkeit habe sich im Beruf als Sozialarbeiter zum einen als Vorteil erwiesen, denn er habe schnell Stimmungen intensiv aufnehmen können, zum anderen habe seine extreme Reizoffenheit „schnurstracks in den Burn-Out geführt.“ Außenseitergefühle, eine sehr stabile moralische Grundhaltung und der wachsende Verdruss am sozialen Umfeld seien zu einer immer größer werden Belastung geworden.

Symptome, die auf eine Hypersensibilität hinweisen. Auch die 34-jährige Meike aus Hameln bezeichnet sich als „extrem reizoffen“. Auch sie nimmt ihre Umwelt und ihre Mitmenschen intensiver als andere wahr. „Das kann einen im Alltag erschlagen“, sagt sie. „Wenn ich durch die Stadt gehe, bin ich sehr schnell erschöpft.“ Eine hohe innere Verwundbarkeit, Gedankenschleifen, die die Energie rauben erzeugten körperliche Stresssituationen, erklärt Herbst. Über Körperarbeit könnten die oft durch Unruhe, Angst und sogar Verzweiflung gekennzeichneten Stimmungen aber in den Griff bekommen werden. Es gelte dabei „den eigenen Körper als Kommunikationspartner“ wahrzunehmen und wie einst als Kind den Wahrnehmungen wieder zu vertrauen. „Wer sich selbst liebt, kann gut für sich sorgen!“, so der Rat der Expertin. „Funktioniert“, bestätigt eine Teilnehmerin. „Schon ein kurzer Entspannungspaziergang kann einen wieder erden und lässt das Gefühlschaos zur Ruhe kommen.“

Mit der EMDR -Übung nach Francine Shapiro, seit 2015 von den Kassen anerkannt, zeigt Herbst den Teilnehmern am Workshop an diesem Abend wie sie ihre überschießende Emotionalität zügeln können. Etwa durch „Future Pace“: Augen schließen, Zielbild mit dem gelösten Problem in der Zukunft vorstellen, wobei alle fünf Sinne einbezogen werden.

Paarweise oder einzeln probieren die Teilnehmer die vorgestellten Entspannungs- und Konzentrationstechniken aus. „Klappt tatsächlich“, so auch Thorsten F. „Kaum zu glauben. Klingt ein bisschen wie Voodoo, ist aber wirklich sehr hilfreich. Meine Stimmung hat sich wirklich verbessert.“



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