weather-image
12°
×

Stadt dokumentiert nur Grundstücksverkäufe

Wie steht es um Flächen für Unternehmen?

HAMELN. Der bevorstehende Weggang der Spedition Purrmann nach Hasperde ist für Hameln ein Verlust. Die Gewerbesteuer, die bislang von Hameln eingestrichen worden ist, geht künftig an Bad Münder. Zeichnet sich hier etwa ein Trend ab? Kehren Hameln mehr Unternehmen den Rücken zu, als sich in der Weserstadt niederlassen? Oder handelt es sich um einen eher selten eintretenden Einzelfall? Ein Blick auf das Kommen und Gehen der Unternehmen – der sich allerdings gar nicht so einfach gestaltet.

veröffentlicht am 31.07.2017 um 18:35 Uhr
aktualisiert am 01.08.2017 um 12:21 Uhr

pk 1-neu

Autor

Reporter zur Autorenseite

Die Verwaltung führt keine Strichliste darüber, wie viele Unternehmen sich in Hameln niederlassen oder abziehen. Auf Anfrage bei der Stadt heißt es aus dem Rathaus, es bestehe zwar „ein Überblick“, aber aufgrund der „hohen Fluktuation“ seien „die Aussagen nicht belastbar“.

So gebe es derzeit mehr als 5500 angemeldete Gewerbe im Gewerberegister: von Klein- und Nebengewerbe über Haupt- und Zweigniederlassungen bis zu unselbstständigen Zweigstellen. „Diese werden laufend um- und abgemeldet“, sagt Stadtsprecherin Janine Herrmann.

Manche Gewerbe würden sich auch nicht abmelden, obwohl sie nicht mehr ausgeübt werden. Deshalb sei ein Saldo über den Wandel der letzten Jahre „wenig aussagekräftig“.

Aber auch darüber, welche Unternehmen in den städtischen Gewerbegebieten angesiedelt sind, hat die Verwaltung keinen Überblick im Detail: „Eine Unterscheidung, welche Firmen in städtischen Gewerbegebieten und welche auf anderen Gewerbeflächen angesiedelt sind, gibt es im Gewerberegister nicht – insofern können die Gewerbegebiete auch nicht einzeln analysiert werden“, teilt die Stadtsprecherin mit.

Auch über Weggänge von Unternehmen aus den Gewerbegebieten kann die Stadt keine konkrete Auskunft geben. Denn: „Bei möglichen anschließenden Weiterverkäufen der Gewerbeflächen ist die Stadt Hameln nicht mehr direkt involviert, insofern können hier keine belastbaren Aussagen getroffen werden“, so Herrmann. Dabei könne es sich auch um Weiterverkäufe handeln, bei denen der Betrieb bei veränderten Eigentumsverhältnissen unter gleichem oder anderem Namen weitergeführt werde.

Immerhin lässt sich aber rekonstruieren, wie viele Flächen in den Gewerbegebieten in den vergangenen fünf Jahren verkauft worden sind. Insgesamt hat die Stadt zwischen 2013 und 2017 zehn Grundstücke an zehn Unternehmen veräußert. „Davon hat es sich in drei Fällen um eine Verlagerung innerhalb Hamelns gehandelt, die anderen sieben waren Ansiedlungen oder Gründungen“, sagt Herrmann. Darüber hinaus seien fünf Flächen von Unternehmen aufgekauft worden, die bereits in den städtischen Gewerbegebieten angesiedelt sind und sich erweitern wollen. Alle zehn Betriebe seien nach wie vor dort angesiedelt.

Fest steht außerdem, dass es der Stadt inzwischen an großen Gewerbeflächen mangelt. In dem Gewerbegebiet „Hottenbergsfeld“ sind der Stadtverwaltung zufolge derzeit alle verfügbaren Flächen reserviert beziehungsweise verpachtet.

In „Afferde Ost“ sind aktuell zwar noch circa 7800 Quadratmeter zu haben. „Aber auch bei diesen Flächen sind wir in Gesprächen mit interessierten Unternehmen“, so Herrmann. Eine weitere Fläche von 38 500 Quadratemetern sollen an das Hamelner Unternehmen Natur Briketts gehen. Der Kaufvertrag ist allerdings noch nicht unterschrieben.

In „Hastenbeck Nord“ stehen gegenwärtig noch 1,22 Hektar zur Verfügung. Ein neues Gewerbegebiet soll in Afferde im „Langen Feld“ erschlossen werden. Ursprünglich hatte die Spedition Purrmann, die sich erweitern will, Interesse, sich dort niederzulassen. Doch als der Landkreis mit dem Preis für das mehr oder weniger brachliegende Gewerbegebiet „Rascher Ort“ runterging, fiel die Wahl Purrmanns auf das in Hasperde gelegene Grundstück.

Ein Aufkauf des bisherigen Purrmann-Geländes an der Marienthaler Straße kommt für die Stadt nicht in Frage. Die Wirtschaftsförderung sei zwar bei der Vermittlung von ungenutzten Flächen und Immobilien behilflich. „Ein An- und Verkauf von bebauten Flächen durch die Stadt Hameln wird dabei aber nicht als zielführend angesehen“, so Herrmann.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Anzeige

Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

Immobilien mieten

Immobilien kaufen

Anzeige