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Im Herbst sollen Entwürfe vorliegen – manchen geht das nicht schnell genug

Wie sieht das Rathaus der Zukunft aus?

Hameln. Als Herzensangelegenheit und einen Schwerpunkt seiner künftigen Arbeit hat Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) unmittelbar nach seiner Amtseinführung im vergangenen November das Thema Rathaussanierung bezeichnet. Für die Umgestaltung des maroden Verwaltungsgebäudes stehen auch 1,5 Millionen Euro für Planungskosten im aktuellen Haushalt. Der Eile und den Kümmer-Versprechungen der Politik vorausgegangen war die von Griese angeordnete Räumung der vierten Etage des Langbaus, weil in zwei Büros gefährlich hohe Werte der krebserregenden Substanz 2-Butanonoxim gemessen worden waren und Mitarbeiter über gesundheitliche Beeinträchtigungen geklagt hatten. Die Räume sind immer noch verwaist. Eine langfristige Messung der Gemeindeunfallversicherung soll erst die Ursache der Mitarbeiter-Beschwerden klären.

veröffentlicht am 04.08.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:06 Uhr

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Doch sind das bislang Lippenbekenntnisse? „Da ist kein System drin“, kritisiert FDP-Fraktionschef Hans Wilhelm Güsgen. Die Politik werde hingehalten. „Bislang sind das alles ungefangene Fische – man weiß nicht, was man will“, übt der Liberale Kritik an der Bauverwaltung. Nur ein einziges Mal habe in diesem Jahr der Arbeitskreis „Rathaussanierung“ getagt – ergebnislos, wie Güsgen berichtet.

Eine zweite Sitzung sei für Oktober geplant, weiß Wilfried Binder zu berichten. Dann sollen infrage kommende Rathäuser besichtigt werden – welche das sind, weiß der SPD-Fraktionschef allerdings noch nicht. „Das zieht sich alles ganz schön lange hin“, moniert auch Binder, der für diese Sitzung von Stadtbaurat Hermann Aden ein Konzept erwartet.

„An Themen mangelt es uns nicht, aber das Rathaus gehört dazu“, sagt Ursula Wehrmann. Die Frontfrau der Grünen und stellvertretende Sprecherin der schwarz-grünen Mehrheitsgruppe erinnert daran, dass die Kostenexplosion beim Schulzentrum Nord oder die Entwicklung beim Bau der neuen Sporthalle Nord die Politik in jüngster Vergangenheit sehr in Atem gehalten habe. „Für das Rathaus ist eine wirtschaftlich gute Lösung erforderlich, die auch den demografischen Wandel berücksichtigt“, fordert Wehrmann. „Wir werden weniger und dann bedarf es auch weniger Personal im Rathaus“, ergänzt sie. Deshalb müsse der Entscheidung, ob nun das Verwaltungsgebäude saniert oder gar in Teilen abgerissen werde, ein Personalentwicklungsplan nebst künftigem Raumkonzept vorausgestellt werden.

Bürgeramt

soll an Ort und Stelle bleiben

„Es ist wenig passiert. Wir haben lange nichts mehr von der Rathaussanierung gehört“, kritisiert auch Peter Kurbjuweit als Vertreter der Linken. Still ruhe der See.

Doch dem widerspricht die Verwaltung entschieden. Im Rathaus werde mit Hochdruck an einem Konzept gearbeitet, das dem Rathaussanierungsausschuss im Oktober präsentiert werden solle. So werde an einem Raumprogramm gefeilt, um keine Baumaßnahmen entstehen zu lassen, die nicht zwingend gebraucht werden. „Es ist zwar noch nichts in Stein gemeißelt, aber wir sind sozusagen beim Feintuning“, heißt es im Rathaus. Die Verwaltung solle für die Zukunft strukturiert werden. Im Vorfeld müsse jedoch geklärt werden, wie das Hamelner Rathaus der Zukunft aussehen soll – ob es weiter Abteilungen mit Abteilungsleitern geben soll oder ob die Führungskräfte räumlich enger zusammenrücken. Deshalb sei einem privaten Unternehmen der Auftrag erteilt worden, ein Wirtschaftlichkeitskonzept zu erstellen. Dabei gelte es, die Vor- und Nachteile verschiedener Modelle abzuwägen. Dazu zähle auch, ob Sanierung, Neubau, Teilabriss oder gar eine andere Alternative infrage komme. Auch müsse geprüft werden, ob eine Ausschreibung der Einzelgewerke oder eine funktionale Ausschreibung wirtschaftlich günstiger ist und die Stadtkasse entlasten könne. Auch werde geprüft, ob ein sogenanntes PPP-Modell zum Tragen kommen könne. Mithilfe von Public Private Partnership (PPP) könne zum einen der durch knappe öffentliche Mittel entstandene Investitionsstau abgebaut, aber vor allem eine höhere Effizienz der öffentlichen Leistungsbereitstellung erreicht werden. Der Begriff PPP umfasst sämtliche Formen der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft, um Leistungen für den öffentlichen Sektor zu erbringen.

Zudem werde in der Verwaltung überlegt, ob die Abwasserbetriebe Weserbergland als Anstalt öffentlichen Rechts und städtische Tochter ausgelagert werden könnten. Das Bürgeramt indes zähle nicht zu den Sandkastenspielen innerhalb der Verwaltung. Das solle dort bleiben, wo es ist. Sehr zum Ärger von Hans Wilhelm Güsgen, der diese Einrichtung gern im Hochzeitshaus integriert wüsste.

„Das ganze Vorhaben gehen wir sehr strukturiert an. Wir wissen jedoch noch nicht, in welche Richtung das Pendel ausschlägt. Ob Kernsanierung oder Neubau muss aber zu Beginn hinterfragt werden, um eine fundierte Entscheidung fällen zu können“, heißt es im Rathaus. Und diese Entscheidung soll noch im Herbst fallen – im Herbst 2015.



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