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Steinreich?

Wie sehen die Vorgärten der Wohnungsbaugesellschaften aus?

HAMELN. Vor Einfamilienhäusern nimmt Gartengestaltung mit Steinen statt Grünpflanzen zu - sehr zu Ärger von Naturschützern, weil dort Insekten keine Nahrung finden. Aber wie halten es die Wohnungsbaugesellschaften mit den Steingärten? Wir haben uns umgeschaut und umgehört.

veröffentlicht am 11.03.2019 um 15:36 Uhr
aktualisiert am 13.03.2019 um 15:42 Uhr

Neu, aber auch schön? Das soll so nicht bleiben, sagt WGH-Vorstand Heinz Brockmann. An der Stüvestraße, wo kürzlich viele Steine abgeladen wurden, sollen noch Pflanzen zwischengesetzt werden. Ein grüner Vorgarten wird’s trotzdem nicht. Foto: Dana
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Was in meinem Vorgarten vor sich geht, ist ganz allein meine Sache! Naja, nicht ganz. Wenn es der Niedersächsischen Bauordnung entspricht, ja. Und wenn es sowieso keiner kontrolliert, dann wird die Aussage offenbar auch richtig. Dann kann im eigenen Vorgarten auf Grünpflanzen verzichtet werden, stattdessen können Steine das Bild dominieren. Vor Einfamilienhäusern nimmt diese Art der Flächengestaltung zu, worüber Naturschützer sich ärgern, weil sie Insekten keine Nahrung bietet. Und wie halten es die Wohnungsbaugesellschaften, die für tausende Hamelner Wohnungen bereithalten? Sie, von denen zwei teils mit Steuergeld finanziert werden – sind sie nicht an vorderster Stelle verpflichtet, sich an die Gesetze zu halten und Vorbilder zu sein? Wir haben uns umgesehen und -gehört.


HWG: Die Hamelner Wohnungsbaugesellschaft –  sie gehört zu 89 Prozent den Stadtwerken Hameln (die der Stadt Hameln allein gehören), daneben gibt es weitere 48 Anteilseigner – bewirtschaftet in Hameln nach eigenen Angaben etwa 2200 Wohnungen samt vorgelagerter Flächen. Dort ist die Haltung klar: „Steinbeete werden von uns nicht angelegt“, antwortet die HWG-Sprecherin Sarah Müller auf die Anfrage. Die HWG lege viel Wert auf begrünte Außenanlagen. Anpflanzungen von Büschen, Bäumen und Beeten würden stets bei der Projektierung von Anlagen in fachkundige Hände gelegt. Darüber hinaus hätten „Mieter auch die Möglichkeit, selber kleine Beete am Haus anzulegen. Im Heinrich-Heine Quartier, in der Zentralstraße sowie im Brahmsweg haben wir Mietergärten in der vorhandenen Außenanlage für Hobbygärtner bereitgestellt.“


WGH: Die Wohnungsgenossenschaft Hameln hat um die 1200 Wohnungen im Stadtgebiet, die von Mitgliedern der WGH gemietet werden können. Die WGH wird also nicht mit öffentlichen Mitteln unterstützt, hat jedoch viele Menschen hinter sich, für deren Umfeld sie zuständig ist. Nun wurden an der Stüvestraße gerade großzügig Steine vor den WGH-Häusern verteilt – doch das soll so nicht bleiben, verspricht Heinz Brockmann vom Vorstand. Zwar sollten die Vorgärten pflegeleicht sein, aber nur Steine, wo „kein Vogel, kein Insekt“ anzutreffen wäre, das sei nicht gewollt. Dort, wo Steine liegen, „kommen noch 800 Pflanzen mit rein“, kündigt Brockmann an.


KSG: Die Kreissiedlungsgesellschaft ist auf Landkreisebene das, was die HWG auf städtischer Ebene ist – ein kommunales Tochterunternehmen, an dem die Städte und Gemeinden von Hameln-Pyrmont beteiligt sind. 1000 Wohnungen stehen im Landkreis zur Verfügung. Die Antwort auf die Fragen, ob Steine oder Grün in den Vorgärten präferiert werden, fällt knapp aus. Geschäftsführer Joachim Kruppki schreibt: „Die KSG setzt auf begrünte Vorgärten.“ Grün statt Grau ist das eine – manchem Mieter und Naturschützern geht das jedoch nicht weit genug, denn: Rasen, auf dem auch nichts blüht, nützt immerhin den Bodenlebewesen, doch für Insekten wären Blühpflanzen besser.



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