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Innenminister Schünemann und Verfassungsschutzexperte van Hüllen zu Gast bei einer Podiumsdiskussion am Vikilu

Wie Schulen sich vor Extremisten schützen können

Hameln. Keine Panik, lautet trotz verschärfter Sicherheitslage die Devise, und weil „es nun ja nicht die Aufgabe ist, dass der Innenminister mutmaßliche Täter dingfest macht“, wie er sagt, hat Uwe Schünemann gestern in Hameln eine andere als die akute Bedrohung ins Bewusstsein gerückt: die latente durch Links- und Rechtsextremisten. Wie sich Schulen davor schützen können, war Thema einer Podiumsdiskussion, die das Viktoria-Luise-Gymnasium in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung veranstaltet hat.

veröffentlicht am 22.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 15:21 Uhr

Dr. Rudolf van Hüllen und Innenminister Uwe Schünemann.
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Zwar gebe es kein flächendeckendes Problem mit Extremismus an Schulen in Niedersachsen, betonte Schünemann, doch auch am Vikilu ist nach Aussagen des Schülersprechers Till Zimmermann und der Politik-Lehrerin Kerstin Schmidt hier und dort, von zwei, drei Leuten, extremistisches Gedankengut zu hören. Und manchmal würden auch Hakenkreuze „zum Spaß“ auf den Tisch gemalt, was Zimmermann keineswegs als Spaß verstehe. Dieses Verhalten zeige, dass das Thema nicht immer ernst genug genommen werde. Umfassend aufzuklären, damit Schüler verstehen, warum die Demokratie als Staatsform erstrebenswert sei, und warum Meinungs- und Pressefreiheit schützenswerte Güter seien, ohne dabei die Meinung des anderen zu verdammen – das sind laut Dr. Rudolf van Hüllen Mittel, um sich vor Extremismus an der eigenen Schule zu schützen. Van Hüllen war Referatsleiter im Bundesamt für Verfassungsschutz und arbeitet noch als Extremismusforscher. Während sich die Ideologien der Links- und Rechtsextremen voneinander unterschieden, so seien die Wege zur Verfolgung doch ähnlich, machten Schünemann und van Hüllen deutlich. „Der Absolutheitsanspruch“ und große Schwierigkeiten, in Gesprächen von den eigenen Ideen abzuweichen, zeige sich bei beiden Polen. Und: „Beide sind gleich unangenehm“, befand der Innenminister. Eine Herausforderung für Schulen liegt darin, dass die extremistischen Gruppierungen Nachwuchs brauchen und den am leichtesten an den Bildungseinrichtungen fänden, machte van Hüllen deutlich. Über rechtsextreme Musik, über CD-Verteilaktionen beispielsweise verschafften sie sich Zugang zu den Jüngeren, die in ihrer Meinung noch nicht gefestigt sind. Um aber zu informieren und die Jugendlichen schützen zu können, brauche es Zeit für Gespräche – Zeit, die sie aber im Unterricht gar nicht habe, brachte die Pädagogin Schmidt ihren Unmut zum Ausdruck.

Methoden und Meinungen sowohl der linksextremen Strömungen als auch die der rechtsextremen Gruppierungen sind Gegenstand einer umfassenden und informativen Wander-Ausstellung des niedersächsischen Verfassungsschutzes, die ab heute rund 1400 Vikilu-Schüler und -Lehrer in der eigenen Aula besuchen können. Sie wurde im Anschluss der Podiumsdiskussion von Schünemann eröffnet.



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