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Tivis bringt heute „Schneewittchen“ auf die Bühne – und kleine Akteure groß raus

„Wie – schon Premiere?“

Hameln. Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab … – Vorhang auf für Schneewittchen! Das Weihnachtsmärchen, das Tivis Märchenspiel diesmal auf die Bühne des – natürlich längst ausverkauften – Hamelner Theaters bringt, feiert heute Premiere. Das Publikum, so viel ist klar, darf wieder einmal sehr gespannt sein. Wie es jedoch genau zugeht in dem Stück, das die „Tivianer“ seit dem Ende der Sommerferien einstudieren – nein, das soll an dieser Stelle nicht vorweggenommen werden: Märchen sind doch erst dann so richtig zauberhaft, wenn man sie höchstpersönlich erlebt, oder? Daher: Vorhang wieder zu, und die Uhr einmal gut 24 Stunden zurückgedreht: Generalprobe. Mit allem, was dem Stück den letzten Schliff verleihen soll.

veröffentlicht am 17.12.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:21 Uhr

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Autor:

Alda Maria Grüter
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In den Umkleiden sind einige Laien-Schauspieler dabei, in ihre Kostüme zu schlüpfen, in einem anderen Raum ist die Hobby-Näherin einsatzbereit: Gisela Rehren, 74, hat alles bestens eingefädelt, für den Fall, dass an der Garderobe der Darsteller noch Hand, Nadel und Garn angelegt werden muss. Während die Nähmaschine sozusagen in stummer Stand-by-Stellung ruht, erklingen aus dem Orchestergraben schöne, selten nur weniger schöne, Töne unter der Leitung von Detlef Loose und auf und hinter der Bühne die Stimmen der vielen Beteiligten: Neben 40 Orchesterkindern und -jugendlichen, zählt Tivis Märchenspiel rund 100 Bühnenkinder – und -jugendliche, dazu Organisatoren und Helfer.

Lampenfieber? Von wegen …

Einer der jüngeren Akteure scheint, zumindest, was den Termin der ersten Aufführung anbelangt, noch nicht so richtig eingestimmt zu sein: „Wie – morgen ist schon Premiere?“, wundert sich Maximilian (8). Weil er aber den Satz, den er sprechen muss, längst drauf hat, kann er mit einer lässigen Handbewegung sogleich signalisieren, dass bei ihm alles im grünen Bereich ist: Von wegen Lampenfieber. Und ja, auch der junge Mann mit dem grünen Hut ist fein raus mit dem Bogen. Die Waffe, die der Jäger (Jonas Bräunig) später auf das schöne Schneewittchen (Isabell Heiler) richten soll, um es zu töten – zunächst ziemlich verbogen und somit unbrauchbar - kann noch rechtzeitig vor Beginn der Generalprobe begradigt werden.

Hin- und her und an den passenden Platz gerückt wird für die verschiedenen Szenen nicht wenig: Das Krustenschwein aus Pappmaché, das am Spieß „brutzelt“, kommt nach rechts, Brote, Würste und Schinken auf die Marktstände, davor kommen Körbe mit Blumen, woanders werden Blumenkörbe wieder weggenommen und so weiter und so fort.

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Die Organisatoren – Thomas Feuersenger, Fenja Tänzer, Stefanie de Boer, Stephan Hennecke und Oskar Möller – ziehen alle Fäden, damit sowohl die Generalprobe als auch alle weiteren Aufführungen wie am Schnürchen laufen. Sie geben Anweisungen und Tipps, machen die Schauspieler fit in Text und Stimmen. Letzteres kann sich mitunter lustig anhören und ansehen lassen: „fffff“, „tssss“, „schschsche“, „brrr“, „bim, bam bom“, „hahahahah haha haha“ tönt es aus den Mündern in allen möglichen Tonhöhen, dazwischen Arme hoch, einatmen, Arme runter, ausatmen. Die Einsing-Übungen haben die Kinder und Jugendlichen mittlerweile ritualisiert: „Das ist bestens“, lobt die Gesangsleiterin Stefanie de Boer (36).

Doch Pannen bleiben bei der Generalprobe nicht aus: Mal steht der eine oder andere Darsteller nicht an der ganz richtigen Stelle und es müssen Positionsänderungen vorgenommen werden. Mal müssen Musik und Schauspiel besser koordiniert werden, mal nimmt ein Akteur den falschen Ausgang, und das Kämmchen auf Schneewittchen Kopf rutscht immer wieder ab…

Apropos: Hürden habe es schon im Vorfeld gegeben, sagt Fenja Tänzer. Die ursprünglich gebuchte Jugendherberge sagte ab, für die intensiven Proben musste eine neue gesucht werden. Dann, nachdem Simone Berg (seit 2005 leitet die Sozialpädagogin mit theaterpädagogischer Zusatzqualifikation hauptamtlich die Märchenaufführungen) krankheitsbedingt ausgefallen sei, mussten die Aufgaben neu verteilt werden. „Ohne Simone – das war für uns eine echte Herausforderung“, sagt die 18-jährige Co-Spielleiterin. Erschwerend sei nun hinzugekommen, dass auch Schauspieler ausgefallen seien, sei es aus Krankheitsgründen oder weil sie für die Aufführung am Montagmorgen nicht vom Schulunterricht freigestellt wurden. Obwohl es nicht leicht war: „Gemeinsam haben wir alles super hingekriegt“, sagt Fenja Tänzer. Sie habe übrigens mal eine Zwergenrolle in dem Schneewittchen-Märchen gespielt, das Tivis zum ersten Mal 2004 aufführte, erzählt Fenja ganz nebenbei. „Das Stück ist jetzt komplett überarbeitet worden und viel fröhlicher!“

Also: Es war einmal mitten im Winter … Vorhang auf für das Weihnachtsmärchen 2015.



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