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Spinnen, färben, waschen, filzen: Museumspädagogin zeigt beim Herbst- und Bauernmarkt, wie’s geht

Wie kommt die Wolle vom Schaf ins Knäuel?

Hameln (kar). „Ja, wir können noch sehr viel von unseren Urgroßmüttern lernen“, sagt Marion Margies. Spinnen, weben, färben, filzen, zum Beispiel, wer kann das heute noch? Und welches Kind weiß schon, wie die Wolle vom Schaf ins Knäuel kommt, das schließlich zum Pullover wird? Alte Textiltechniken liegen der Museumspädagogin am Herzen, ist sie doch für das Oberfränkische Textilmuseum Helmbrechts tätig und arrangiert dort Mitmach-Aktionen für Kinder und Jugendliche. „Das ist schon was, wenn gemeinsam am langen Faden gesponnen wird oder man Wäsche wie zu Uromas Zeiten wäscht“, erzählt sie. Zuber, Stampfer und Waschbrett bringt die Museumspädagogin auch nach Hameln mit, wenn sie am Wochenende auf dem Herbst- und Bauernmarkt den Kids zeigt, was für ein Kraftakt die große Wäsche früher war. Nix, rein in die Waschmaschine – und dann dreht sich die Trommel und erledigt alles maschinell. Anno dazumal geschah das in Handarbeit und verhalf so mancher Hausfrau zu schrumpeligen Waschfrauenhänden.

veröffentlicht am 26.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 18:41 Uhr

Waschen wie zu Urgroßmutters Zeiten – beim Herbst- und Bau
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Fünf Stationen baut Marion Margies für die Kinder am Lütjen Markt auf: Es wird nach alter Art gewaschen. Oder beim Weben gemeinsam ein Fleckerl-Teppich hergestellt. Beim Nadelfilzen entstehen kleine, einfache Figuren. Gefärbt wird in verschiedenen Bottichen: Durch das Abbinden von Tüchern ergeben sich schöne Strukturen. Beim Spinnen mit der Spindel suchen sich die Kinder Wolle aus und produzieren einen langen Faden. „Der erste selbst gesponnene Faden im Leben ist ein Glücksfaden“, sagt Marion Margies. Das Spinnen sei denn auch meistens der Hit bei den Kids, weiß sie aus Erfahrung.

Doch es gibt bei dem Herbst- und Bauernmarkt vom 30. bis 31. Oktober, der von 11 bis 19 Uhr auf der Osterstraße stattfindet, noch mehr zu sehen – und auch zu kaufen. Neben Waren vom Bauernhof werden zahlreiche handwerkliche Erzeugnisse angeboten: Holzgebrauchsgegenstände- und -spielzeuge, Keramik, Gartenstecker, Bürsten, geflochtene Kränze, Seifen, Gefilztes und vieles mehr. Einigen der Handwerker kann man bei der Produktion ihrer Ware über die Schulter schauen oder sogar selbst Hand anlegen. Auf dem Lütjen Markt kann man bei „Steynhauer“ Peter Wefer unter Anleitung Weichstein nach der eigenen Fantasie gestalten. Am Töpferei-Stand von Jürgen Bettner in der Osterstraße darf man seine Künste an der Drehscheibe ausprobieren.

Eine Attraktion, die sich vor der Sparkasse Weserbergland befindet, ist die Prägung von Münzen mit einem historischen Fallhammer. Mit etwas Geschick und Kraft kann hier jeder seine ganz persönliche „Herbst- und Bauernmarkt-Münze“ herstellen. Nebenan restauriert Erika Hülsen von der Puppen-Klinik Puppen: Gern nimmt sie sich auch kranker Puppenkinder an, die zur „Genesung“ in das Zelt gebracht werden.

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Eine Sonder-Aufführung des beliebten Musicals „Rats“ findet am Samstag um 13.30 Uhr statt: Dafür wird eigens eine Bühne vor dem Museum aufgebaut. Etwas ganz Besonderes ist der Festumzug anlässlich der Einschreibungs-Feierlichkeiten der Kreishandwerkerschaft: Mehrere Hundert Lehrlinge werden um 14.30 Uhr vom Europaplatz zum Pferdemarkt marschieren und größtenteils in typischer Berufskleidung ihr Handwerk präsentieren.

Am Sonntag gibt es um 11 Uhr einen Gottesdienst zum Thema „Luther macht schlau“ in der Marktkirche. Ab 12.30 Uhr folgt ein buntes Programm zum Reformationstag auf der Bühne vor dem Museum. Ab 15 Uhr unterhält Straßenmusiker Lukas Schlattmann mit Rock und Pop. Natürlich gibt es auch Speis’ und Trank. Und die Geschäfte sind von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Dem gemütlichen Sonntagsshoppen steht nichts im Wege…



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