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Ursachensuche ohne Erfolg: Sana-Klinikum gibt kaum konkrete Antworten

Wie kam es zum schlechten Ergebnis?

Hameln. Nur 64 Prozent würden das Sana-Klinikum laut einem seriösen Vergleichsportal weiterempfehlen – der Bundesdurchschnitt liegt bei 82 Prozent. Welche Gründe hat dieses schlechte Ergebnis? Seit zwei Tagen versucht die Redaktion Antworten zu finden, konkrete Antworten des Unternehmens gibt es allerdings kaum.

veröffentlicht am 22.04.2016 um 19:27 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 11:41 Uhr

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Autor:

von andreas timphaus und andrea tiedemann
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Hameln. Die aktuellen Ergebnisse der „Weißen Liste“ zur Zufriedenheit der Patienten im Sana Klinikum haben für viel Aufregung gesorgt (wir berichteten). Der Beitrag auf der Facebook-Seite der Dewezet wurde bis Freitagabend über 100-mal kommentiert. Neben mehreren positiven Kommentaren, die sich oft auf die Geburtsstation beziehen, hatte der überwiegende Teil der Kommentatoren negative Erfahrungen zu berichten. Auch auf der unternehmenseigenen Facebook-Seite findet sich einiges an Kritik. Der Grund ist offensichtlich: Krankenhäuser sind ein emotionales Thema, zu dem viele Menschen eine Meinung haben. Schließlich kennt jeder aus eigener Erfahrung oder aus Erzählungen im Bekanntenkreis Geschichten von Klinikaufenthalten – das gilt für alle Krankenhäuser und nicht nur für das Sana-Klinikum. Dennoch: Nur 64 Prozent würden das hiesige Krankenhaus laut dem Vergleichsportal der Bertelsmann-Stiftung weiterempfehlen – der Bundesdurchschnitt liegt bei 82 Prozent. 1079 Personen hatten das Sana-Klinikum bewertet.

Doch woran liegt es nun, dass viele Menschen nicht gut auf das Sana-Klinikum zu sprechen sind? Gibt es schlicht zu wenig Personal für die zu bewältigenden Aufgaben? Immer wieder schildern Besucher des Krankenhauses diesen Eindruck – kritisieren daher zwar die Zustände, springen aber zugleich für die überlasteten Mitarbeiter in die Bresche.

Seit zwei Tagen versucht die Redaktion, Antworten auf die Frage zu finden, ob und wie genau der Personalschlüssel des Krankenhauses aussieht und ob eventuell die Auslagerung einzelner Dienstleistungen oder der Einsatz von Leih- beziehungsweise Zeitarbeitskräften das Problem sein könnte. Konkrete Antworten des Unternehmens gibt es allerdings kaum. Stattdessen zunächst einmal einen Anruf aus der Landkreisverwaltung, wenige Stunden nach der Presseanfrage beim Krankenhaus. Man wolle diplomatisch vermitteln, heißt es. Doch es geht der Redaktion nicht darum, Stimmung gegen das Krankenhaus zu machen, sondern lediglich um die Klärung der Personalsituation – um herauszufinden, ob es bei Krankenhäusern der Region, die besser abgeschnitten haben, vielleicht auch eine dickere Personaldecke gibt.

Viele Antworten der Unternehmensführung des Sana-Klinikums bleiben vage, obwohl die E-Mail von Dewezet-Redakteur Andreas Timphaus sehr konkrete Fragestellungen enthält.

Wenige Stunden später eine Presseantwort des Unternehmens. „Rund 180 Ärzte und rund 550 medizinische Fachkräfte sowie über 100 Auszubildende der Gesundheitsberufe“ seien beim Sana im Einsatz, heißt es. Bei der Frage nach der Anzahl der Honorarärzte und -pflegekräfte sowie nach der Anzahl der Teilzeitkräfte bleibt das Sana-Klinikum vage. „Der Frauenanteil ist vor allem in der Pflege sehr hoch und daher auch viele teilzeitbeschäftigt“, heißt es wörtlich. Und zum Thema flexible Arbeitskräfte: „Nicht immer lassen sich zeitnah alle personellen Lücken und prozessualen Herausforderungen sofort lösen. Engpässe werden daher auch hin und wieder mit einzelnen Leihärzten und -pflegekräften überbrückt.“ Dass das Sana Klinikum Probleme hat, alle Stellen zu besetzen, ist ein offenes Geheimnis. Vonseiten der Unternehmensleitung klingt das so. „Die Herausforderungen zur Gewinnung und Bindung von qualifiziertem Personal (...) sind gegenwärtig.“

Auf die konkrete Frage, wie viele Überstunden die Mitarbeiter im Durchschnitt pro Kopf auf ihrem Arbeitskonto haben, antwortet das Unternehmen nicht konkret. Zu der „attraktiven Unterstützung“ ihrer Mitarbeiter gehöre „auch eine Flexibilität in der Arbeitszeit, zu der auch das Sammeln von Plus- und Minusstunden zählt“. Auf eine Presseanfrage beim Betriebsrat folgt keine Reaktion. Lediglich im Bereich des Outsourcings lässt sich das Sana-Klinikum ein wenig in die Karten schauen. Die Frage, wie viel Prozent der Belegschaft ausgelagert sind, wird konkret nicht beantwortet, zumindest werden aber Bereiche aufgeführt, bei denen auf Tochterfirmen zurückgegriffen wird – dies betrifft offenbar nur nicht-medizinisches Personal, das aber eng mit dem medizinischen zusammenarbeiten muss, wie die Service-Assistenz auf den Stationen, die Versorgung der Stationen mit Verbrauchsmaterialien sowie Reinigung.



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