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Radiologische Praxis bleibt einen Monat lang ohne Telefonanschluss – und damit auch ohne Aufzug

„Wie im Mittelalter“

Hameln. Abgeschottet, per Festnetz nicht zu erreichen, keine Mails. „Wie im Mittelalter.“ Der Radiologe Vassilios Karakidis und seine Kollegen haben einen haarsträubenden Monat hinter sich. Denn: Gerade in die frischen Räume am Kastanienwall eingezogen, sollte am 6. März die Telefonanlage eingeschaltet sein. Doch nichts passierte. „Anfang Februar hatten wir bereits den Antrag bei der Telekom gestellt“, so der Mediziner – und es sei ihm versichert worden, dass der Anschluss funktionieren werde. Tat er aber nicht.

veröffentlicht am 07.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 23:21 Uhr

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Damit begann für Karakidis das Chaos. „Wir haben hier schwerkranke Leute“, kritisiert der Arzt den Telefonanbieter – Patientenunterlagen müssten schnell zwischen den behandelnden Ärzten hin- und hergeschickt werden. Doch ohne Anschluss keine E-Mail. Und ohne E-Mail hieß es für die Mitarbeiter: Laufen. Arztbriefe und Röntgenbilder mussten zu Fuß hin- und hertransportiert werden. Um überhaupt telefonieren zu können, organisierte die Praxis mehrere Handys.

Keine Infrastruktur

im Gebäude vorhanden?

Doch noch ein anderes Problem tat sich auf: Ohne Notruf-Telefon-System sei kein Fahrstuhlbetrieb erlaubt, erklärt Karakidis. Er musste also wohl oder übel den Lift abstellen; nicht gehfähige Patienten wurden mühsam über die Treppe in die Praxis transportiert. Dass der Telefonanschluss gleichzeitig die Barrierefreiheit vor Ort beeinträchtigte, brachte Karakidis den Ärger vieler Patienten ein, die den Hintergrund nicht kannten. „Alle dachten, ich sei einfach zu blöd.“

Dabei war Karakidis gerade aus Gründen der Patientenfreundlichkeit umgezogen. Das bisherige Gebäude an der Deisterallee war ihm zu klein geworden und er habe ein „schönes Umfeld“ bieten wollen. So schön die neuen Praxisräume, so ärgerlich nun aber der Start. Als Grund hätten die Telekom-Techniker ihm genannt, dass „keine Infrastruktur“ vorhanden sei. Das ist insofern verwunderlich, als zuvor die Landeszentralbank in dem Gebäude tätig war – 13 Jahre lang. Die Telekom wurde um eine Stellungnahme gebeten, antwortete aber kurzfristig nicht mehr.

Geärgert habe Karakidis vor allem, dass sich niemand wirklich verantwortlich gezeigt habe – auch wenn manche Mitarbeiter sehr bemüht gewesen seien. Versprochene Rückrufe kamen nicht. Man verwies ihn von Privat- zum Geschäftskundenbereich und machte ihn nach mehreren Wochen und erfolglosen Nachfragen auf sein Sonderkündigungsrecht aufmerksam.

Auf die Frage Karakidis’, ob denn eine Provisoriumslösung mit Handys für ihn bereitgestellt werden könne, habe er den Hinweis bekommen, er möge doch einmal in einen Telekom-Shop gehen. Ein Unding für den Mediziner. „Wenn ich so arbeiten würde, wäre ich hinter Gittern.“

Erst am vergangenen Mittwoch habe Karakidis den erlösenden Anruf erhalten: Die Telekom teilte mit, dass der Anschluss am Donnerstag wieder funktionieren werde – das Versprechen wurde dieses Mal gehalten. An eine Schadenersatzforderung denkt Karakidis wegen der ganzen Unannehmlichkeiten aber nicht – auch wenn er durchaus vermutet, dass das Radiologische Zentrum durch die lange Telefonstörung Patienten verloren hat. Ihm geht es um etwas anderes: „Wir verlieren dadurch Ansehen und Respekt der Patienten.“ Ansehen und Respekt aber lassen sich leider nicht einklagen.ant



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