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Wer sachte rollt, hat mehr vom Leben

Wie hat es sich eingespielt in der Fahrradstraße?

HAMELN. Wann immer neue Regeln geschaffen werden, sind die Profiteure die Ersten, die sich daran gewöhnen. Im Fall der Hamelner Fahrradstraße ist das nicht anders. Zu einer solchen Straße mit Vorrechten für Zweiräder wurde vor drei Monaten die Scharnhorststraße erklärt. Mittlerweile ist ihre Auszeichnung komplett:

veröffentlicht am 08.11.2017 um 14:57 Uhr
aktualisiert am 08.11.2017 um 16:10 Uhr

Vor allem dort, wo der Ausgang der Friedhofsquere auf die Sandstraße trifft, sollten alle Beteiligten auf der Hut sein. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Die vier Stoppschilder an den beiden „Haupteingängen“ 164er Ring und Sandstraße werden jetzt durch breite weiße Haltelinien auf der Fahrbahn untermauert. Zudem signalisiert das auf der Spitze stehende Dreieck (Verkehrszeichen Nummer 305) nun auch allen aus der Elsa-Buchwitz-Straße kommenden Verkehrsteilnehmern: „Vorfahrt gewähren!“

„Jetzt ist es eigentlich super“, findet eine Radfahrerin. Sie nutzt die Strecke seit vielen Jahren auf dem Weg zur Arbeit und freut sich, dank des neuen Vorrechts jetzt „in einer Rutsche durchfahren zu können. Ein kleines Uneigentlich bleibt aber: „Vor allem Radfahrer benehmen sich rüpelhaft“, stellt die Pendlerin fest. Erst dieser Tage sei sie morgens von einem Überholenden angerempelt worden.

Eine im Ernstfall lebensrettende Skepsis pflegt sie mit Blick auf die Autos. „Wenn ich aus der Friedhofsquere kommend in die Sandstraße fahre, guck’ ich natürlich trotzdem“, sagt sie mit Blick auf das eine oder andere Gewohnheitstier hinterm Steuer, dem das Stoppschild nicht auffällt. „Aber inzwischen halten immer mehr Autos dort an“, stellt die Radlerin durchaus befriedigt fest. Übrigens: Wer das nicht tut und erwischt wird, zahlt 10 Euro. Provoziert er dadurch einen Unfall, wird es natürlich teurer.

Auch aus Richtung Elsa-Buchwitz-Straße ist jetzt die Vorfahrtsregelung klar. Foto: jl
  • Auch aus Richtung Elsa-Buchwitz-Straße ist jetzt die Vorfahrtsregelung klar. Foto: jl
Sicher ist sicher: Die Radfahrerin hat Vorfahrt, hält aber an. Der Mensch hinterm Steuer der Limousine scheint mit der Situation überfordert. Foto: jl
  • Sicher ist sicher: Die Radfahrerin hat Vorfahrt, hält aber an. Der Mensch hinterm Steuer der Limousine scheint mit der Situation überfordert. Foto: jl

Auf die Eingewöhnung baut man auch im Hamelner Rathaus. „Jedes Verkehrsschild gilt ab dem Moment, wo es aufgestellt ist“, betont Stadt-Sprecher Thomas Wahmes zwar. Gleichwohl weiß er, dass die Betroffenen immer etwas Zeit zum Umgewöhnen brauchen. Deshalb empfiehlt er allen Verkehrsteilnehmern – insbesondere in der neuen Fahrradstraße –, „grundsätzlich eine defensive Fahrweise an den Tag zu legen“. Eine für Fahrradfahrer noch sicherere Gestaltung des Weges ins Zentrum sei in der eng bebauten Altstadt nun einmal nicht realisierbar.

Wahmes zweifelt nicht daran, dass sich über kurz oder lang alle an die veränderten Regeln in Hameln erster Fahrradstraße gewöhnen werden. „Das war vor Jahren auch mit der Friedhofsquere so“, erinnert er an das einstige Ärgerthema. „Mittlerweile ist der Fahrradweg dort gar nicht mehr wegzudenken.“ Die zur Fahrradstraße umgewidmete Scharnhorststraße sei nun logische Folge der Quere.

Etwas sollten Autofahrer allerdings beachten, wenn sie keinen Radler auf die Haube nehmen wollen: Der Drei-Sekunden-Halt an der zum Stoppschild gehörenden Linie ist zwar Pflicht. Insbesondere in der Sandstraße haben sie – aus Richtung Deisterstraße kommend – von dort aus jedoch noch gar keinen Einblick in die rechterhand endende Friedhofsquere. Um hier klar zu sehen und niemandem die Vorfahrt zu nehmen, müssen sie sich deshalb an die Einmündung herantasten, und zwar bis zu der parallel zum Querungs-Ein- und -Ausgang markierten Sichtlinie.

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