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Der Tanz um das „Glashaus“

Wie Hameln das Container-Problem in den Griff bekommen will

HAMELN. Glascontainer sorgen immer wieder für Ärger. Die Stadt bemüht sich schon länger, eine adäquate Lösung zu finden. Bereits vor knapp einem Jahr wurden dazu Ziele formuliert. Anschließend kam jeder der damals 32 Standorte in der Kernstadt und den Ortsteilen auf den Prüfstand.

veröffentlicht am 01.08.2016 um 19:53 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:47 Uhr

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Autor:

Christian Vogelbein und Andreas Timphaus
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Inzwischen liegt ein erster Zwischenstand vor, der am Donnerstag, 11. August, im Umweltausschuss besprochen wird. Vorweg: Die Aufgabe scheint größer zu sein, als zunächst angenommen.

Nach dem sich die Beschwerden häuften, hatte sich die Stadt dazu entschieden, eine Liste zu erstellen und diese nach und nach abzuarbeiten. Mittlerweile stellt sich die Situation jedoch weitaus komplexer dargestellt. Das Problem: Die Stadt selbst ist nur „Servicedienstleister“ für die Standorte, Betreiber sind der Landkreis und die Kreisabfallwirtschaft (KAW). Die Zusammenarbeit sei zwar eng, heißt es aus dem Rathaus. Allerdings lasse die praktische Umsetzung einschließlich der fehlenden Vereinbarung „an der einen oder anderen Stelle zu wünschen übrig“. Im Klartext: Nicht immer ist die Zuständigkeit klar geregelt. Zwischen Landkreis, Kreisabfallwirtschaft und Tönsmeier als Entsorgungsfirma bestehen unterschiedliche Vertragsbeziehungen, auf die die Stadt keinen Einfluss hat. Inzwischen liegen Vertragspapiere zur klareren Regelung aber schon auf dem Postausgangs-Stapel. Weiterhin sei man um eine Verbesserung der Gesamtsituation „bemüht“. Aber wie sieht sie aus, diese „Gesamtsituation“?

Vermehrt kam es zu Problemen wegen illegaler Müllentsorgung rund um die Container. Aber auch die Container selbst sorgen aufgrund schlechter Lärmdämmung und wechselnder Standorte immer wieder für Ärger. Große Probleme gebe es laut Stadt an der Basbergstraße, der Breslauer Allee, dem Heinrich-Schoormann-Weg, der Ruthenstraße, der Sandstraße, dem Eintrachtweg, der Haverbecker Straße und dem Lawerweg.

Stand jetzt wurden deshalb vermehrt Kontrollen durch Mitarbeiter der Stadt durchgeführt. In der Folge wurden auch die Intervalle zur Reinigung erhöht. Um die Lärmbelastung durch fallendes Glas zu reduzieren, wurden zudem an Sandstraße, Basbergstraße, Bertholdsweg, Münsterwall und Osterplatz Container mit Dämmung aufgestellt. Weitere Standorte sollen ebenfalls ein Neuerung erfahren. Das könnte aber noch dauern.

Die Planungen für neue Standorte sind erst mal gestoppt. Grund sei die mäßige Bereitschaft aus den Ortschaften, sich für geeignete Stellen auszusprechen. Als Beispiel nennt die Verwaltung die Situation in Afferde. Dort kam die Verlagerung des Standortes an die Leipziger Straße nicht gut an. Darüber hinaus sei sie planungsrechtlich gar nicht zugelassen gewesen. Der Hinweis dazu kam aus der Bevölkerung – inklusive Beschwerde beim zuständigen Ministerium. Inzwischen sind die Container ganz verschwunden. Nach den Sommerferien wolle man sich jedoch mit dem Ortsrat austauschen. Um aus diesem Vorfall die richtigen Schlüsse zu ziehen, hat die Stadt inzwischen alle Standorte sowohl planungs- als auch baurechtlich überprüfen lassen. Es könnte also durchaus passieren, dass noch bestehende Stellen komplett wegfallen. Rechtlich bestätigt ist bisher nur der Containerplatz an der Sandstraße. Bis die Überprüfung abgeschlossen ist, werden auch die übrigen Vorhaben pausieren.

Indes wollen sich die CDU-Ratsherrn Gerhard Paschwitz und Helmut Reinecke um eine Verbesserung der Situation bemühen. Sie fordern die Stadt dazu auf, Gespräche mit dem Landkreis, der KAW und Tönsmeier aufzunehmen. „Hinweisschilder und – falls Strom vorhanden ist – Bewegungsmelder könnten für eine Verbesserung sorgen“, meint Paschwitz. Aus ihrer Sicht sollten auch die Kontrollfahrten und die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden. „Im finanziellen Bereich ist der Landkreis gefordert“, sagt Reinecke.

Paschwitz, seit bald 40 Jahren im Rat, hat noch eine weitere Idee. Er möchte ein Pilotprojekt mit sogenannten Unterflur-Sammelsystemen starten. „In Städten wie Hamburg sind diese Container bereits in Gebrauch“, sagt er. Das Besondere: Die eigentlichen Behälter befinden sich unter der Erde. Obererdig sind nur die Luken zu sehen. „Um die Öffnungen herum ist alles frei. Diejenigen, die sonst ihren Müll abladen würden, könnten sich dann nicht mehr verstecken“, ist sich das CDU-Urgestein sicher. 15 000 Euro müssten pro System investiert werden. Paschwitz würde die neuen Container gerne an zwei bis drei Standorten erproben und hat bereits mit einer Firma aus Nordrhein-Westfalen Kontakt aufgenommen.



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