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„Online sein“ als Selbstverständlichkeit

Wie gut ist das kostenlose Wlan in Hameln?

HAMELN. Kostenfreies Wlan in der Innenstadt sollte mittlerweile eine Selbstverständlichkeit sein. Diese Meinung ist auch in Gastronomie, Handel und Banken zu finden. Allerdings scheint das auch nicht überall Standard zu sein, wie wir bei einem Rundgang durch die Hamelner Innenstadt feststellen.

veröffentlicht am 26.07.2018 um 17:52 Uhr
aktualisiert am 26.07.2018 um 20:00 Uhr

Wer in der Hamelner Stadtgalerie unterwegs ist, kann sich wie Lea Drewnitzky kostenlos in das Wlan einloggen. Foto: ms
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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HAMELN. Im Café zu sitzen und dabei im Internet zu surfen, das ist besonders für viele Smartphone-Nutzer schon lange normal. In der Rattenfängerstadt findet man Wlan häufiger in Cafés und Restaurants. Bei einem Rundgang durch die Innenstadt fallen uns so einige Netze auf, die mit dem Namen der Lokale oder als Gäste-Wlan gekennzeichnet sind. Meist sind sie mit einem Passwortschutz versehen, wie beispielsweise im Relax Coffeeshop am Pferdemarkt. Den Zugang zum Internet gibt es hier für Gäste auf Nachfrage, erklärt Inhaber Adel Chenaoui. Dass in seinem Café kostenfreies Wlan angeboten wird, gehört für den Gastronomen zum Standard. „Ich sehe das als ganz normal an“, sagt Chenaoui. Dieser Service werde von seinen Gästen auch viel nachgefragt. „Manchmal, wenn Gäste kommen, fragen sie erst, ob es hier Wlan gibt, bevor sie sich setzen.“ Ohne Passwortabfrage kommt dagegen das WLAN im Dewezet-Café an der Osterstraße aus.

Bei unserem Gang durch die Stadt erfrischen wir uns mit einem kühlen Getränk im Museumscafé. Dabei per Wlan im Internet zu surfen funktioniert aber nicht. Wlan gebe es hier keines, erklärt die Bedienung. Wohl aber im Café Täglich schräg gegenüber. Für unseren Aufenthalt im Museumscafé bringt uns dieser freundliche Hinweis allerdings nicht weiter...

Vor dem auch bei Touristen beliebten Hochzeitshaus haben wir hingegen gleich die Wahl zwischen zwei Wlan-Netzwerken. Und die sind sogar offen, also ganz ohne Passwort-Nachfrage nutzbar. Sowohl die Sparkasse Hameln-Weserbergland als auch die benachbarte Deutsche Bank bieten die kostenlose Internetnutzung an. „Für viele Kunden ist das Smartphone ein ständiger Begleiter. Immer online zu sein ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden“, heißt es von Christian Mrosek aus dem digitalen Kundencenter der Sparkasse. „Wir wollen einen besonderen Kundenservice bieten und den digitalen Wandel aktiv mitgestalten. Dazu gehört für uns auch die Bereitstellung der Infrastruktur in unseren Räumlichkeiten.“

Auch ein paar Schritte weiter in der Stadtgalerie steht den Kunden ein kostenloser Internetzugang ohne Passwortbeschränkung zur Verfügung. Sowohl beim Bummel durch die Geschäfte als auch bei einer Stärkung in der dortigen Gastronomie kann nach Lust und Laune parallel im Internet die Lage gecheckt werden. Freies Internet, das sei „grundsätzlich eine wichtige Serviceleistung für unsere Besucher“, sagt Center Managerin Vivien Wilmers. „Für uns ist das Thema eigentlich selbstverständlich.“ Über die tatsächlichen Nutzerzahlen ist ihr zwar nichts bekannt, aber sie geht „schon davon aus, dass es genutzt wird“, sagt Wilmers. Zumindest würden die Angestellten in der Galerie von den Kunden darauf angesprochen, wenn es mal nicht funktioniere.

Außerhalb der Stadtgalerie fällt uns auch im Bekleidungsgeschäft H&M in der Bäckerstraße kostenloses Internet ohne Passwortabfrage auf. Wer hier Klamotten anschaut, wird sogar beim Blick in den Spiegel auf diese Serviceleistung aufmerksam gemacht.

Doch so schön das gratis angebotene Wlan für Hamelns -City-Bummler auch ist, ob die Zukunft im Wlan liegt, bezweifelt doch der ein oder andere. Schließlich seien die Datentarife, die die meisten Smartphone-Nutzer abgeschlossen haben schon mit einem zumeist ausreichenden Kontingent an freiem Datenvolumen ausgerüstet, so ist es hier und da zu hören. Ob man sich überhaupt die Mühe macht, beispielsweise in einem Café nach freiem Wlan zu suchen und das Passwort zu erfragen, hänge auch davon ab, was für ein Nutzer-Typ man selbst sei, meint Ernst Ahlers aus der Redaktion des Technikmagazins C’t. Wer häufiger Videos anschaue, würde sein eigenes mobiles Datenvolumen eher mit dem Login ins Wlan schonen wollen, als jemand, der weniger Daten unterwegs abfragt. Trotzdem erwarte er nicht, dass die Wlan-Angebote in den kommenden zehn Jahren aussterben werden. „Wlan im Café ist ein Sahnehäubchen“, sagt Ahlers.

Um für die Zukunft im mobilen Bereich höhere Geschwindigkeiten zu erreichen, bräuchte es allerdings eine dichtere Versorgung mit Sendemasten, als das jetzt der Fall ist, sagt Ahlers. Wie der Ausbau dabei geschaffen werde, hänge vermutlich auch von den wirtschaftlichen Überlegungen der Anbieter ab.

Mein Standpunkt
Maike Lina Schaper
Von Maike Lina Schaper

Das kennt wohl jeder Smartphonenutzer: Man ist in einer fremden Stadt unterwegs und will sich informieren, sei es über Aktivitäten vor Ort oder schlicht die Wegfrage. Kommt das nicht allzu oft vor, oder wird Wert auf Videostreams gelegt, reicht gewöhnlich das eigene Datenvolumen. Kostenloses Wlan vor Ort ist aber trotzdem nett und im Ausland gefühlt schon seit Jahren viel weiter verbreitet als hier – im digitalen Entwicklungsland.



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