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Je konkreter der Plan zur Verlegung wird, desto mehr Hürden tauchen auf

Wie geht es weiter mit der Raabe-Schule?

Hameln. Die Stadt muss eine Lösung für die Wilhelm-Raabe-Schule (WRS) finden, die das Gebäude an der Lohstraße verlassen soll. Bis Ostern will die Verwaltung erste Ideen präsentieren. Doch ist das überhaupt möglich? Oder ist der politische Wunsch, das Gebäude an die Technische Akademie (TA) zu verkaufen, unmöglich?

veröffentlicht am 04.03.2016 um 19:33 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 17:21 Uhr

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Autor:

Andreas Timphaus
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Die Aufgabe könnte kaum größer sein: Die Stadt muss eine Lösung für die Wilhelm-Raabe-Schule (WRS) finden, die das Gebäude an der Lohstraße verlassen soll. Die Zeit drängt, denn sonst stehen im nächsten Jahr 400 Schüler ohne Schule da. Bis Ostern will die Verwaltung erste Ideen präsentieren, wie eine Zentralisierung an der Königstraße – dem zweiten Standort der WRS – machbar wäre. Doch ist das überhaupt möglich? Entpuppt sich der politische Wunsch, das Gebäude an die Technische Akademie (TA) zu verkaufen, als unmögliche Mission?

Die Voraussetzungen an der Königstraße scheinen nicht ideal. Schulleiter Werner Schmidt hat eine Analyse über den Raumbedarf bei einer Umsiedlung von der Lohstraße erstellt und an die Stadt geschickt. Er beschreibt die Situation an der Königstraße als „desolat“ und bezieht sich dabei auf die fehlenden Fachräume und die „völlig unzureichende“ Situation im Bereich der Verwaltung. Sollte die ehemalige Südstadt-Schule, in der momentan 300 Schüler Platz finden, zentralisiert werden, so ergebe sich laut Schmidt ein Zusatzbedarf von 17 Klassen- und 13 Fachräumen, wobei 8 weitere Räume für Materialien bereitgestellt werden müssten. In der Verwaltung wären laut seiner Analyse weitere 590 Quadratmeter erforderlich. Als Übergangslösung rechnet er mit der Aufstellung von 60 Containern. Zudem bleibt laut Schmidt ungeklärt, wie sich die Container und eine Baustelle auf dem Gelände mit einem Pausenhof für 700 Schüler in Einklang bringen lassen.

Schmidts Rechnung mag emotional beeinflusst sein. Doch auch die Stadt gibt zu, dass sie vor einer „schwierigen Aufgabe“ stehe. Auch ein eventuelles „Zwischenparken“ der Schüler in anderen Schulen sei nicht möglich, heißt es aus dem Rathaus. „Es gibt keine Schule, die halb leersteht“, sagt ein Sprecher. Bleiben also nur die Container für den Übergang.

Und wie will die Stadt das Projekt eigentlich bezahlen? In der Politik hegt man die Hoffnung, dass sich der Umbau zu einem Großteil durch den Erlös aus dem Verkauf an die TA finanzieren lasse. Doch ist das realistisch? Das über 100 Jahre alte Schulgebäude an der Lohstraße ist sanierungsbedürftig und weist laut Verwaltung „erhebliche Defizite“ auf.

Am Dienstag besichtigt die TA das Schulgebäude

Sollte der geplante Verkauf scheitern, müsste also ohnehin bald viel Geld in die Hand genommen werden. Wie viel das Gebäude noch wert ist, dazu will die Verwaltung keine Auskunft geben. „Das ist Gegenstand nichtöffentlicher Gespräche“, heißt es. Der Verkehrswert dürfte sich im niedrigen einstelligen Millionenbereich bewegen – von ein bis drei Millionen Euro ist die Rede. Eine Erweiterung an der Königstraße – auch mit Blick auf ähnliche Projekte – würde die Stadt dagegen nach Informationen dieser Zeitung einen zweistelligen Millionenbetrag kosten.

Eine andere Möglichkeit, um die Investition trotz leerer Kasse zu stemmen, wäre eine Co-Finanzierung durch den Landkreis. Bisher haben aber noch keine Gespräche stattgefunden. „Zunächst muss die Stadt ihre Überlegungen konkretisieren, um dann mit dem Landkreis über eine mögliche Finanzierung ins Gespräch zu kommen. Das Ganze muss dann in einen Förderantrag münden, über den die Gremien zu entscheiden hätten“, sagt Kreissprecherin Sandra Lummitsch. Im Kreishaus heißt es, dass für die Arbeiten am Schulzentrum Nord bereits „erhebliche Kreismittel“ vorgesehen seien. „Da auch diese Mittel über Kredite finanziert werden müssen, sind die darüber hinausgehenden Möglichkeiten des Landkreises begrenzt“, sagt Lummitsch. Das klingt nicht nach Bereitschaft, die Stadt zu unterstützen.

Und was macht die TA? Die gibt sich nach außen reserviert. „Das Gebäude ist maximal für Schulungszwecke geeignet“, sagt TA-Geschäftsführer Frédéric Philipp Thiele – freilich ohne die Schule bisher besichtigt zu haben. Am Dienstag wird sich das ändern. Dann will der TA-Vorstand das Gebäude an der Lohstraße besichtigen. Ein Abriss kommt aufgrund des Denkmalschutzes wohl nicht in Frage. „Bis jetzt besteht die einzige Attraktivität des Gebäudes in seiner Nähe zur Bahnhofstraße und zum Zentrum“, sagt Thiele. „Wir sind weit weg von einer Entscheidung, am Dienstag kann das Thema schon durch sein.“ Man wolle zunächst alles prüfen.

Nach Informationen dieser Zeitung ist das Interesse aber weitaus konkreter, als es die Aussagen der TA vermuten lassen. Es soll sogar schon über Geld gesprochen worden sein und die Technische Akademie soll deutlich gemacht haben, dass die Zeit drängt.



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