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Kleinkind drohte in die Weser zu stürzen / Grüne Ursula Wehrmann fordert Sicherungsmaßnahmen

Wie gefährlich ist das Ufer an der Kaimauer?

Hameln (CK). Als Ursula Wehrmann vor kurzem auf der Weserpromenade, etwa in Höhe der Sumpfblume, unterwegs war, stockte ihr der Atem: Ein etwa fünfjähriger Junge hatte sich von der Hand seiner Mutter losgerissen und drohte in die Tiefe zu stürzen. Nur wenige Zentimeter trennten das auf der steil zur Weser hin abfallenden Kaimauer stehende Kind von den Fluten der Weser.

veröffentlicht am 29.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 11:41 Uhr

„Hier wäre das Kind um Haaresbreite in die Weser gestürzt&
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„Das kann und darf nicht sein“, dachte sich die Vorsitzende der Ratsfraktion der Grünen. Sie hat mittlerweile den Bereich zwischen Eisenbahnbrücke und Dampferanleger genauer unter die Lupe genommen und fordert die Stadt nun zum Handeln auf.

„Hier muss dringend ein Geländer hin“, sagt die Politikerin und schlägt eine Absperrung, eventuell zum Schieben, vor, die man mit Blumenkübeln verschönern könnte. Das Argument der Verwaltung, dass es sich um Hafengelände handele, das auch in Städten wie etwa Lübeck oder Bremen nicht abgesperrt werde, lässt sie dabei nicht gelten: „In solchen Städten handelt es sich um Wirtschaftshäfen. Und entsprechende Schilder verbieten dort Unbefugten das Betreten.“

„Promenade sollte sicherer werden“

In Hameln hingegen, so die Grüne, sei der Hafenbereich, besonders das Stück Weg entlang der Kaimauer, eine touristische Einrichtung, die von vielen Fremden frequentiert werde. „Und wenn wir die Promenade weiter aufwerten wollen, müssen wir auch für die Sicherheit sorgen.“ Auch die Aussage, dass die Schifffahrt hier Priorität habe, spricht nach Wehrmanns Ansicht nicht gegen die Absperrung dieses Teilstücks. „Schiffe können hier trotzdem festmachen.“ Ein ganz kleines, vielleicht drei Meter langes Teilstück, so hat sie festgestellt, ist bereits jetzt mit einem Edelstahlzaun versehen – Warum, vermag sie zwar nicht zu sagen, die Schifffahrt jedenfalls werde dadurch keineswegs behindert.

In der Nachbarstadt Bodenwerder, in der es ebenfalls eine öffentliche Promenade an der Weser gibt, sieht man das Thema eher gelassen. „Keiner plant hier Zäune“, versichert Udo Krause, Leiter des städtischen Ordnungsamtes. Allerdings schätzt er die Situation in Bodenwerder auch anders ein als in Hameln, denn: „Wir haben hier keine steilen Ufer.“ Passiert sei ohnehin noch nichts, abgesehen von einem Vorfall, der sich vor einigen Jahren ereignet hatte. Da war ein Auto in die Weser gerollt – „weil der Fahrer essen gegangen ist und vergessen hatte, die Handbremse anzuziehen“, sagt Krause.

In Minden, auch an der Weser gelegen und zusätzlich gesegnet mit der Bastau, einem Nebenfluss der Weser, der durchs Zentrum fließt, ist das Thema vor kurzem hochgekocht, als es um einen Graben in einem neuen Baugebiet ging. Die Anwohner hatten dort für einen Zaun plädiert, waren aber mit diesem Ansinnen gescheitert. „Man kann schließlich nicht alle öffentlichen Gewässer absichern“, sagt Mindens Pressesprecherin Susanne Lewerenz. Das theoretische Risiko sei durchaus da, aber der Aufenthalt in der Nähe von Gewässern geschehe auf eigene Gefahr – „das ist halt so.“ Zwar komme es hin und wieder mal vor, dass jemand ins Wasser falle, doch: „Das geschieht dann in aller Regel mutwillig, etwa, wenn jemand von der Brücke springt.“

Übrigens: Am 19. September 2008 hatte ein Hannoveraner einem in Hameln in die Weser gestürzten Mann das Leben gerettet und war dafür mit dem Zivilcouragepreis ausgezeichnet worden. Und im Juli 2006 gelang es einem 21-Jährigen buchstäblich in letzter Sekunde, ein etwa fünfjähriges Mädchen in Höhe der Kaimauer aus den Fluten zu ziehen …



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