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Dewezet Kinderleicht-Akademie macht Ausflug in die Stummfilmzeit

Wie Bilder laufen lernten

Hameln. Wie einfach ist es doch, sich heutzutage einen Film anzusehen: Kaum hat man eine DVD in den Player geschoben, läuft auf dem Bildschirm schon ein großes Abenteuer. Oder man lädt sich einen Film im Internet herunter – auch kein Problem. Jungforscher der Dewezet Kinderleicht-Akademie wissen jetzt, wie vor über einhundert Jahren die ersten bewegten Bilder entstanden – Dr. Kai Gurski hat es ihnen im Museum Hameln erklärt.

veröffentlicht am 11.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:08 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Was gab es eigentlich für Vorformen des Films, mit denen sich früher Menschen die Zeit vertrieben?

Zum Beispiel wurden mit einer Laterna magica Bilder an die Wand projiziert. Mit Stereoskopen konnte man Bilder mit einem räumlichen Eindruck von Tiefe in Geräten anschauen. Bewegte Bilder erzeugte eine Wundertrommel.

Wie liefen die Geräte damals? Schon mit Strom?

Betrieben hat man die Laterna magica zum Teil mit Gaslicht. Darum haben einige Geräte eine Art Schornstein, damit Hitze austreten kann. Später kamen elektrische Lampen auf – um das Jahr 1900 herum.

Wann und wo wurde in Hameln der erste Film mit laufenden Bildern gezeigt?

Die erste Filmvorführung fand am 21. Februar 1897 statt – im Saal des ehemaligen Hotels Monopol. Nur eineinhalb Jahre, nachdem in Paris und Berlin die ersten Filme überhaupt liefen. In dem Gebäude befand sich Jahrzehnte später ein Kino-Center mit mehreren Sälen. Heute ist es ein Ärztehaus.

Dienten die ersten Kinovorführungen nur dem Spaß?

Die „neuen“ Filme waren auch eine wissenschaftliche Sensation. So gab es Vorstellungen auch für Schulen, damit die Schüler an dem Wunderwerk der modernen Technik teilhaben konnten. Innerhalb weniger Jahre wurde daraus aber eine Art Kirmesbelustigung. Anfangs waren Wanderkino-Betreiber unterwegs, die Filme zeigten.

Weiß man heute noch, welche Filme in der Anfangszeit in Hameln gezeigt wurden?

Das waren Kurzfilme. Ein Titel, der immer wieder auftaucht, ist „Die Serpentinentänzerin“. Das ist ein großer Klassiker. Im Film tanzt eine Frau mit Tüchern und vollführt dabei Schlangenbewegungen. Auch eine Bahnhofsszene wurde oft gezeigt, und ein Boulespiel. Das belegen Funde im Stadtarchiv und das ist in alten Zeitungsausgaben sind lesen.

Wie wurden die Filme gedreht?

Filmmaterial wurde am Objektiv einer Kamera, einer simplen schwarzen Kiste, vorbeigerollt – und das per Hand. Daher sahen Bewegungen auch etwas ruckartig aus. 18 bis 24 Bilder pro Sekunde wurden aufgenommen. Elektromotoren an den Kameras gab es erst später. Richtig durchgesetzt haben die sich erst in den 1920er Jahren.



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