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Freiwillige 17 Stunden im Einsatz

„Wesersturm“ – größte THW-Übung seit 20 Jahren in Hameln

HAMELN. Es war die größte Katastrophenschutz-Übung der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) im Bereich der Regionalstelle Hannover seit gut 20 Jahren. Sie zog sich über 17 Stunden hin, fand überwiegend auf dem ehemaligen Wasserübungsplatz Wouldham Camp an der Ohrschen Landstraße statt – und brachte nach Angaben von Übungsleiter Tobias Tasler „wertvolle Erkenntnisse“.

veröffentlicht am 02.09.2018 um 12:53 Uhr

Schuften bis der Schweiß in Strömen rinnt - THW-Helfer stapeln Sandsäcke auf Paletten. Die schweren Säcke werden eingelagert und können im Notfall von Feuerwehr und THW auf dem Wouldham Gelände abgeholt werden. Foto: THW/Kampka
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Unterstützt von DRK, DLRG und Interhelp wurde in bei völliger Dunkelheit und im Morgengrauen der Ernstfall geprobt.

Angenommene Lage: Durch einen technischen Defekt fallen in der Nacht von Freitag auf Samstag die drei Wasserkraftwerke der Stadtwerke Hameln aus. Folge: Große Wassermengen strömen unkontrolliert in die Weser und in ein Industriegebiet.

Hochleistungspumpen werden benötigt, Sandsäcke müssen gefüllt werden. Die THW-Ortsverbände Bückeburg, Burgdorf, Hameln, Hannover-Langenhagen, Lehrte, Rinteln, Ronnenberg, Springe, Stadthagen und Wunstorf wurden kurz nach Mitternacht alarmiert. Die Kräfte brachten Ponton-Fähren, PS-starke Boote, Großpumpen, Rad- und Tieflader, Lastwagen und schweres Rettungsgerät nach Hameln.

Hochleistungspumpe im Einsatz - THW-Helfer können mit jeder mobilen Anlage 5000 Liter pro Minute fördern. Foto: THW/Kampka
  • Hochleistungspumpe im Einsatz - THW-Helfer können mit jeder mobilen Anlage 5000 Liter pro Minute fördern. Foto: THW/Kampka
Interhelp wurde als erste Unterstützungseinheit alarmiert - Ehrenamtliche bauen ein Zelt auf, damit die auswärtigen THW-Kraftfahrer ihre Ruhezeiten einhalten können. Foto: Interhelp/N. Klostermann
  • Interhelp wurde als erste Unterstützungseinheit alarmiert - Ehrenamtliche bauen ein Zelt auf, damit die auswärtigen THW-Kraftfahrer ihre Ruhezeiten einhalten können. Foto: Interhelp/N. Klostermann

Mit Blaulicht und Sirene wurden zunächst sogenannte Bereitstellungsräume (BHW-Parkplatz an der Springer Landstraße und das ehemalige Militärgelände Upnor an der Fischbecker Landstraße) angefahren. „Die Technische Einsatzleitung hat nur die dort wartenden Spezialeinheiten angefordert, die tatsächlich benötigt wurden“, erklärt Tasler, der die Großübung „Wesersturm“ gemeinsam mit Lukas Czesnak geleitet hat. Gehe man nicht so vor, drohe die Gefahr, dass man sich vor Ort gegenseitig zuparke und behindere. Man habe das gesamte Einsatzspektrum des Technischen Hilfswerks nutzen wollen, ergänzt der Ausbildungsbeauftragte Daniel Meier.

Auch befreundete Organisationen waren an der THW-Großübung beteiligt. So übernahm das DRK den Sanitätsdienst, die Feuerwehr unterstützte die Übungsleitung mit Personal bei der Abwicklung des Funkverkehrs – und die im In- und Ausland tätige heimische Hilfsorganisation Interhelp stellte ein Zelt mit Schlafmöglichkeiten für die THW-Kraftfahrer zur Verfügung, damit diese ihre Lenk- und Ruhezeiten einhalten konnten. Das DLRG sicherte die am Wasser arbeitenden Einheiten ab. „Nur durch diese partnerschaftliche Kooperation der Sicherheitskräfte konnte die Übung erfolgreich durchgeführt werden“, sagt Meier.

Interhelp hatte bereits im Vorfeld den Kontakt zum Kieswerk Cemex in Tündern hergestellt und 60 Tonnen Sand erhalten. „Für den guten Zweck haben wir sehr gern kostenlos Material zur Verfügung gestellt“, sagte Cemex-Regionalleiter Peter Graf von Spee. Marktkauf öffnete wegen der Katastrophenschutzübung schon um 5 Uhr, damit die Köche der THW-Verpflegungsgruppen für das Frühstück einkaufen konnten.

Unter den mehr als 40 Übungsbeobachtern waren auch Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) und der Bundestagsabgeordnete Johannes Schraps (SPD). Griese lobte den selbstlosen Einsatz der Freiwilligen – und Schraps zeigte sich „hochbeeindruckt“. Auf Facebook schrieb der Politiker später, er habe „Respekt vor der Leistung der Einsatzkräfte für unser Gemeinwesen“.

Erste Erkenntnisse der Übungsleitung: Boote und Fähren konnten aufgrund des extrem niedrigen Pegels der Weser nicht eingesetzt werden. Zudem habe sich gezeigt, dass die Zeit von der Alarmierung der auswärtigen Kräfte bis zu deren Eintreffen sowie die Koordinierung der Einsatzaufgaben über Funk länger als erwartet gedauert hätten, sagte Tasler. Am Ende habe man deshalb weniger geschafft, als ursprünglich geplant. Alles in allem sei „Wesersturm“ aber gut verlaufen. Zudem habe sich zum Glück niemand verletzt.



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