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Kaufangebot der Stadt für Privatgrundstücke zu niedrig?

Weserradweg-Verlängerung nur mit Schlenker

HAMELN. Der Weserradweg an der Fischbecker Landstraße soll verlängert werden (wir berichteten). Dazu wollte die Stadt eigentlich private Parzellen ankaufen. Doch was hat sie den Eigentümern als Preis geboten? Und warum kommt das Projekt eigentlich gerade jetzt wieder auf die Agenda? Immerhin war es vor Jahren schon einmal Thema, wurde dann aber nicht weiter verfolgt.

veröffentlicht am 31.05.2016 um 11:14 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:54 Uhr

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Autor:

von Andrea Tiedemann
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Es ist ein wunderbares Fleckchen an der Weser: das Gelände unterhalb der Fischbecker Landstraße, Blick auf den Sonnenuntergang am Klüt inklusive. Vier private Eigentümer haben hier ihre Parzellen. Und möchten sie auch behalten, oder? Derzeit gebe es keine Verkaufsbereitschaft, hieß es vonseiten der Verwaltung, die dort gerne den Weserradweg verlängern würde. „Seit 35 Jahren habe ich das Grundstück schon“, sagt einer der Eigentümer, der anonym bleiben möchte.

In der Tat sei die Stadt auf ihn zugekommen, um eine Verkaufsbereitschaft abzufragen. Doch der von der Stadt angebotene Preis sei aber, so der Eigentümer, seiner Ansicht nach zu niedrig gewesen. Dabei hätte er durchaus darüber nachgedacht, zu verkaufen, sagt er – da in der Familie niemand das Grundstück übernehmen wolle. Fünf Euro pro Quadratmeter habe man ihm geboten, mit dem Hinweis, dass Ackerland auch nicht teurer sei. Zum Vergleich: Der teuerste Ackerpreis im Landkreis liegt derzeit bei 3,60 Euro pro Quadratmeter in Coppenbrügge. Der Eigentümer findet den Vergleich seines Filetstücks mit Ackerland allerdings nicht angemessen – schließlich sei das Grundstück viel mehr wert. Die Stadt selber äußert sich zu Grundstücksverhandlungen – und den dazu gehörigen Preisen – grundsätzlich nicht.

Bereits 2009 hatte die Stadt das Projekt angeschoben, damals aber schon geahnt, dass es etwas länger dauern könnte, bis man das Projekt werde umsetzen können. Von bis zu zehn Jahren Dauer war damals die Rede. Mit der Verlegung des Radweges sollte ein weiterer Bereich, der unattraktiv erschien, touristisch aufgewertet werden. 2006 war bereits die Hafenbrücke gebaut, sodass Radfahrer nicht mehr durch das Hamelner Industriegebiet radeln mussten.

Auch 2009 schon war der Stadt klar: Um das Projekt an der Fischbecker Landstraße perfekt zu machen, gilt es, zusätzlich zu dem großen städtischen Gelände dort die vier Privatgrundstücke zu kaufen. Mit einem gültigen Bebauungsplan sei zumindest möglich, ein Vorkaufsrecht auszuüben, wurde argumentiert. Dies sei aber nur in dem Moment möglich, wenn ein Eigentümerwechsel ansteht, was offenbar bislang nicht der Fall war. Daher hat die Stadt jetzt eine B-Variante ins Spiel gebracht. Der Radweg wird unterhalb des Krankenhauses bis zum Privateigentum weitergeführt, muss dann für die vier Parzellen wieder zur Straße verlegt werden und kann dahinter wieder an der Weser weiterverlaufen. Doch warum kommt das Thema überhaupt jetzt wieder auf? Hintergrund sei, so Stadtsprecherin Janine Hermann, der Abzug der Briten. „Durch die Aufgabe des Wasserübungsplatzes Upnor kann nun anders geplant werden.“ Das heißt: Eine Wegführung an der Weser würde sich wegen der langen Strecke richtig lohnen.

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