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Stadt gründet GmbH, um schnell Wohnraum zu schaffen – doch Bedarf scheint es nicht mehr zu geben

Werden Sozialwohnungen noch gebraucht?

veröffentlicht am 27.04.2016 um 18:39 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:29 Uhr

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Wiebke Kanz

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Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite

Die Zeichen deuten im Moment darauf hin: Zwar war von allen Seiten – aus dem Rathaus, vom Oberbürgermeister und auch von den Politikern, die die GmbH per Ratsbeschluss auf den Weg brachten – immer wieder betont worden, dass man bezahlbaren Wohnraum „nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für einheimische Bedürftige“ schaffen wolle. Dennoch: Der Großteil derer, für die noch im März so schnell wie möglich Wohnraum geschaffen werden sollte, wird wohl gar nicht nach Hameln kommen.

„Wir haben aktuell

freie Wohnungen für Flüchtlinge“

Noch Ende Februar sagte Oberbürgermeister Claudio Griese, bis Ende April würde Hameln per Quote 417 neue Flüchtlinge aufnehmen müssen. Für 100 von ihnen, sagte er, gab es „zum jetzigen Zeitpunkt keine Wohnung“ – der Handlungsbedarf war also groß, zumal Hameln bei einer stabil bleibenden Quote bis Jahresende insgesamt rund 1251 Personen unterbringen müsse.

Inzwischen aber ist die Quote korrigiert worden: Die 417 Personen soll Hameln nun nicht bis Ende April, sondern bis Ende Juli aufnehmen. Auch ist in der Zwischenzeit keine Rede mehr von Wohnraummangel: „Wir haben aktuell freie Wohnungen für Flüchtlinge“, sagte nun ein Rathausmitarbeiter auf Anfrage. Eine „gewisse Entspannung“ zeichne sich ab, man stehe „nicht mehr mit dem Rücken zur Wand“.

Was bedeutet das nun für die gerade gegründete GmbH für sozialen Wohnungsbau? 240 Wohneinheiten sollte diese in den nächsten Jahren schaffen, in der Kernstadt und in den Ortschaften. Zunächst sollten bereits bestehende Immobilien gekauft und hergerichtet werden – rund 6 Millionen Euro kalkulierte die Stadt dafür ein –, in einem zweiten Schritt neue, schlichte Mehrfamilienhäuser gebaut und dafür Baugebiete erschlossen werden. 16 Millionen sollten insgesamt in naher Zukunft investiert werden, um den sozialen Wohnungsbau der Stadt voranzutreiben. Mit 500 000 Euro Startkapital sollte die GmbH ausgestattet werden, 7,5 Millionen Euro sollten als Rücklagen dienen.

An diesen Zahlen wird nun wohl geschraubt: „Wir werden natürlich die Tatsache, dass weniger Flüchtlinge nach Hameln kommen, in den Planungen berücksichtigen“, heißt es aus dem Rathaus. Man wollte „keine Überkapazitäten schaffen“ – allerdings sei die Situation auch völlig neu: „Erst mussten wir den Kraftakt stemmen, in sehr kurzer Zeit ganz viel Wohnraum zu schaffen und zu planen, haben extra eine GmbH aus dem Boden gestampft – und nun kommen kaum noch Flüchtlinge nach“, sagt ein Stadtsprecher. Ob sich durch die veränderte Situation etwas am Stammkapital der GmbH ändern wird, dazu gibt es derzeit noch keine Auskunft: „Wir müssen uns intern erst noch abstimmen“, heißt es auf Anfrage.

Aktiv geworden sei die GmbH ohnehin noch nicht: Erst am 5. April wurde sie ins Handelsregister eingetragen, einige Gremien wurden noch nicht besetzt.



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