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Offenbar Hunderte zugezogen / Stadt hofft auf Hilfsgelder fürs Quartier

Wer wohnt am Kuckuck?

Hameln. Die Zahl der Fragen übersteigt die der präzisen Antworten deutlich: Wer wohnt in den Mehrfamilienhäusern an Kuckuck und Rohrser Warte – und wer ist nur zu Besuch? Wer ist in Hameln gemeldet? Wer schickt seine Kinder zur Schule und wer nicht? Wer ist in dieser Frage zuständig? Und natürlich: Was müsste nun passieren? Verwaltung und Politik der Stadt hoffen nun mittelfristig auf Geld aus dem Bundes- und Landesprogramm „Soziale Stadt“, um das zu Rohrsen gehörende Quartier voranzubringen. Die aktuelle Lage ist jedoch vor allem eins: unübersichtlich.

veröffentlicht am 04.02.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 03:21 Uhr

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Autor:

Frank Henke und Wiebke Westphal
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In den letzten Monaten seien nach ihren Informationen „300 bis 400 Menschen“ in die Häuser am Kuckuck gezogen. „Eine neue Situation“, sagt Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann. Die Zahl ist ein Schätzwert, präzise Angaben hat niemand. Gemeldet sind die meisten dieser Menschen – Gäste oder Neubürger? Roma oder Angehörige anderer Bevölkerungsgruppen? – in Hameln offenbar nicht. „Informationen sammeln“ sei nun zunächst die Aufgabe, sagt Lippmann. „Und die Abstimmung der Behörden untereinander.“ Hier könnte das Jugendamt des Landkreises oder auch – etwa im Falle stark überbelegter Wohnungen – die Bauaufsicht gefragt sein.

„Muttersprachler als Sozialarbeiter würde

Vertrauen schaffen“

Um Kinder von der Straße in die Schule zu bekommen, sieht Feyzullah Gökdemir, Integrationsbeauftragter des Landkreises, vor allem einen Weg: den von Tür zu Tür. „Man muss die Eltern erreichen“, sagt er. Ein „Muttersprachler“ werde für diesen Job gebraucht. „Das schafft Vertrauen“, so Gökdemir. Derzeit arbeitet eine Sozialarbeiterin, bezahlt vom Landkreis und dem Verein SAM (Sozial – aktiv – menschlich e.V.). Die Sprachen der Zugezogenen spricht sie jedoch nicht.

Eine Möglichkeit, eine verstärkte Sozialarbeit zu finanzieren, könnte das Bundes- und Landesprogramm „Soziale Stadt“ bieten. „Ich werde im Verwaltungsausschuss im Namen der Mehrheitsgruppe anregen, finanzielle Mittel vom niedersächsischen Sozialministerium zu beantragen“, sagt Ursula Wehrmann, Fraktionschefin der Grünen und stellvertretende Sprecherin der Gruppe aus CDU, Grünen und Unabhängigen, mit Blick auf die heutige Ausschusssitzung.

Das Programm „Soziale Stadt“ besteht seit langem, war zuletzt aber deutlich zurückgefahren worden. Nun soll wieder in größerem Maße Geld fließen, stellte kürzlich Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt in Aussicht. Finanzschwachen Kommunen soll dabei besonders unter die Arme gegriffen werden. Die Liste der geförderten Projekte im Land reicht von der „Mehrsprachigen Stadtteilzeitung“ in Emden über die Umgestaltung von Gemeinschaftsplätzen oder neue Spielanlagen bis zur „Ausbildung von Kulturlotsen“ in Salzgitter. Künftig könnte nun also der Kuckuck profitieren.

Bei der Verwaltungschefin rennt der Antrag aus der Politik nun wohl offene Türen ein: „Wir wollen das Quartier entwickeln“, sagt Oberbürgermeisterin Lippmann – mithilfe des Programms „Soziale Stadt“. In den vergangenen Jahren war aus diesem Topf jedoch nicht mehr viel zu holen. In diesem Jahr will sich die Stadt bewerben. Wie die „Entwicklung“ des Quartiers am Ende genau aussehen wird, ist noch offen. Ganz ohne Geld der klammen Stadt wird dies jedoch nicht zu bewerkstelligen sein. Doch diese Diskussion, sagt die Grüne Wehrmann, „erachte ich zurzeit als absolut zweitrangig“. Das Thema Kuckuck, so räumt sie ein, „ist an uns als Politik völlig vorbeigegangen, das muss ich leider zugeben“.

Vertreter der Mehrheitsgruppe planen nun mit Ortsvorsteher Jobst-Werner Brüggemann (CDU) einen Besuch vor Ort. Auch der Kontaktbeamte der Polizei soll dabei sein, sagt Brüggemann. „Im Augenblick brennt das hier“, resümiert der Ortsvorsteher. „Aber wie wollen Sie dem entgegenwirken?“



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