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Energiestoffwechsel wird dadurch gestört / Auch Diabetes und Herz-Kreislauf-Beschwerden häufen sich

Wer wenig schläft, wird übergewichtig und krank

Berthold G. (58) aus Hameln fragt: Ich schlafe seit Jahren schlecht. Abends bleibe ich lange auf, um überhaupt einschlafen zu können. Morgens fühle ich mich dann wie gerädert. Mein Hausarzt meint, dass mich der Schlafmangel dick gemacht hat. Wie kann das sein?

veröffentlicht am 05.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 02:21 Uhr

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Dr. Werner G. Gehring antwortet: Wie wichtig ausreichender und regelmäßiger Schlaf ist, weiß jeder. Schlafmangel führt dazu, dass man sich schlapp und ausgepowert fühlt, und auch das Gehirn ist auf ausreichenden nächtlichen Schlaf angewiesen. Wissenschaftler der University of Chicago haben festgestellt, dass auch unser Energiestoffwechsel Schaden nimmt, wenn wir zu wenig schlafen. Im Rahmen einer Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift Annals of Internal Medicine, wurden junge gesunde und normalgewichtige Teilnehmer jeweils für die Dauer von vier aufeinanderfolgenden Tagen unterschiedlichen Schlafrhythmen ausgesetzt. Sie schliefen entweder 8,5 Stunden oder einen Monat später nur 4,5 Stunden pro Nacht. Die Ernährung war während beider Schlafperioden gleich, um garantieren zu können, dass mögliche Auswirkungen ausschließlich auf das unterschiedliche Schlafverhalten zurückzuführen sind.

Anhand von begleitenden Untersuchungen stellten die Wissenschaftler fest, dass zu wenig Schlaf den Energiestoffwechsel stört. Als Folge davon reagiert der Organismus wesentlich schlechter auf Insulin, so dass die Aufgaben der Fettzellen gestört werden. Dadurch kann es zu gesundheitsschädigenden Ablagerungen der Lipide im Blutkreislauf kommen. Auf Dauer kann eine bedenkliche Gewichtszunahme eintreten. Auch die Anfälligkeit für Diabetes und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems kann sich dadurch erhöhen.

Sobald die Arbeit der Fettzellen gestört ist, tritt ein weiterer negativer Effekt ein: Das sogenannte „Anti-Hunger-Hormon“ Leptin wird nicht ausreichend produziert, und die Betroffenen nehmen mehr Nahrungsenergie zu sich.

Zu wenig Schlaf? Das kann ernste Folgen haben.

Das Ergebnis der Studie zeigt wieder einmal, dass der Mensch dauerhaften Schlafmangel nicht ausgleichen kann, sondern gesundheitlichen Schaden nimmt. Alle Studienteilnehmer konnten – auch wenn sie junge, gesunde Menschen waren – den Schlafentzug nicht kompensieren, sondern bekamen die negativen Auswirkungen auf den Energiehaushalt zu spüren.

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Dr. Werner Gehring ist Arzt in Bad Münder.



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