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Ex-Briten-Gelände steht vor Verkauf – „Angelegenheit, die in seriöse Hände gehört“

Wer übernimmt den Schießstand?

HAMELN. Dienstagnacht läuft die Uhr ab. Bis 0 Uhr haben potenzielle Käufer noch Zeit, ihre Angebote für den ehemaligen Schießplatz der britischen Armee zwischen Hameln und Holtensen abzugeben. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) will das Gelände loswerden. Bei 80 000 Euro liegt die Preisvorstellung der Behörde. Die Stadt Hameln selbst ist an der Weiternutzung des Schießplatzes nicht interessiert, wie sie auf Anfrage mitteilt.

veröffentlicht am 09.07.2018 um 18:13 Uhr
aktualisiert am 09.07.2018 um 20:06 Uhr

Diesen Teil des ehemaligen Briten-Areals an der Holtenser Landstraße nutzt die Reservistenkameradschaft Hameln I. Foto: ll
Lars Lindhorst

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Doch viel Entwicklungspotenzial bietet das ehemalige Britengelände nicht. Die Möglichkeiten für neue Eigentümer sind beschränkt – deshalb wäre es Stadt und Bima auch am liebsten, wenn der Schießstand wieder als solcher genutzt würde.

Für „sinnvoll und grundsätzlich zulässig“ erachtet die Stadtverwaltung denn die „zivile Nachnutzung des Schießstands“, doch weil das Gelände insgesamt über fünf Hektar groß ist, sollte nach städtischer Einschätzung ein professioneller Betreiber gefunden werden, „gegebenenfalls aus dem Geschäftsfeld Personen- und Objektschutz“. Die Einbindung von Nachnutzungen mit Blick auf den Freizeitcharakter, wie es etwa Sportschützen oder Jägerschaften der Fall wäre, sei „durchaus wünschenswert“, heißt es. Weil es sich an der Holtenser Landstraße aber um einen Schießstand unter freiem Himmel handelt, ist dies „eine Angelegenheit, die in seriöse Hände gehört“, wie das Hamelner Rathaus auf der städtischen Internetseite erklärt.

Keine allzu neue Idee – die Suche nach neuen Eigentümern dauert schon etwas länger. Schon vor gut einem Jahr berichtete die Dewezet über den Stand zum Schießstand. Da hatten sich laut Stadtbaurat Hermann Aden schon etliche Interessenten gemeldet – unter anderem habe es Anfragen gegeben, den Schießplatz für Paintball-Spiele zu nutzen.

Hohe Mauern sind von der Holtenser Landstraße aus zu sehen: keine Kunst, sondern der ehemalige Schießstand der britischen Armee. Er steht zum Verkauf. Foto: ll
  • Hohe Mauern sind von der Holtenser Landstraße aus zu sehen: keine Kunst, sondern der ehemalige Schießstand der britischen Armee. Er steht zum Verkauf. Foto: ll

Doch derlei Spiele, bei denen Farbkugeln aus sogenannten Markierern auf Gegenspieler geschossen werden, passt offenkundig ebenso wenig in die Vorstellung eines „stadtverträglichen Nutzungskonzeptes“ wie das Schießen auf Tontauben.

Rechtlich sieht die Sache so aus: Die Ex-Briten-Fläche ist im Flächennutzungsplan derzeit als „Fläche für den Gemeinbedarf“ kategorisiert. „Eine Änderung des Flächennutzungsplans mit dem Ziel ,Fläche für die Landwirtschaft‘ ist jedoch bereits in Vorbereitung“, teilt die Stadt mit. Einen Bebauungsplan gibt es nicht für das Gelände. „Die Bebaubarkeit richtet sich hier nach Paragraf 35 Baugesetzbuch, Lage im Außenbereich“, heißt es weiter. Hiernach regeln sich die künftigen, beschränkten Nachnutzungsmöglichkeiten.

Wie es dann für die Reservistenkameradschaft Hameln I weitergeht, ist Sache der neuen Eigentümer. Die Reservisten nutzen eine Fläche neben dem umzäunten Schießstand – ebenfalls Teil des Verkaufs. Während es für die von den Reservisten genutzte Fläche, für die es einen geltenden, auf Pacht basierten Nutzungsvertrag gebe, wie die Reservisten bestätigen, seien zwei Gebäude auf den betreffenden Grund im Eigentum der Kameradschaft – und das schon seit 1963, wie deutlich betont wird. Künftige Eigentümer müssten den bestehenden Nutzungsvertrag mit der Reservistenkameradschaft laut Bima übernehmen.

Information

Fakten

Insgesamt steht eine Fläche von 53 751 Quadratmetern an der Holtenser Landstraße zum Verkauf. Es gibt einen Schießstand mit 274 Metern Länge, drei weitere mit jeweils etwa 27 Metern Länge. Im umzäunten Bereich (ohne Gebäude der Reservisten) existiert noch ein 215 Quadratmeter großes Werkstatt- und Aufenthaltsgebäude sowie ein einfacher Fachwerkbau mit etwa 130 Quadratmetern Grundfläche. Verpachtet ist zudem eine landwirtschaftlich genutzte Fläche außerhalb des Zauns.

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